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Gut ausgebildeter Nachwuchs sichert Betrieben die Zukunft

Als fester Ansprechpartner steht Ausbilder Hans Peter Haas den Auszubildenden (hier mit Manuel de Ritis) bei Fragen zur Verfügung und beaufsichtigt ihre Arbeit an den Maschinen.

Nachwuchskräfte aus dem eigenen Haus – darauf setzt die Industriebuchbinderei Ostalb (IBO). Damit die Ausbildung der angehenden Buchbinder auch "Hand und Fuß" hat, wurde in ein Ausbildungszentrum investiert.

Dass sich die Ausbildung von Fachkräften im eigenen Betrieb rechnet, davon ist Martin Ekstein überzeugt: "Qualifizierte Mitarbeiter stellen einen klaren Wettbewerbsvorsprung dar", betont der Geschäftsführer der Industriebuchbinderei Ostalb (IBO) in Mögglingen. Und da die Ausbildung seiner Meinung nach auch "Hand und Fuß" haben sollte, hat er im Sommer 2008 nicht nur drei junge Menschen eingestellt, sondern gleich in ein eigenes Ausbildungszentrum investiert. Auf rund 300 m2  werden Manuel de Ritis, Marcel Tillack und Mustafa Aksoy nun zu Buchbindern ausgebildet.

Vertrauen motiviert. "Wir haben nun quasi einen 'Betrieb im Betrieb'", so Ekstein. Denn die Buchbinder-Auszubildenden arbeiten an Aufträgen für die aktuelle Produktion – immer unter Aufsicht von Ausbilder Hans Peter Haas, der als gelernter  Buchbinder derzeit noch zusätzlich seine Ausbil-dereignungsprüfung macht. Dadurch wird den Nachwuchskräften von Anfang an viel Vertrauen entgegengebracht. "Außerdem ist die Motivation größer, wenn sie an Aufträgen arbeiten und nicht nur an Makulaturbögen", ist sich Ekstein sicher. Es sei nicht möglich jemanden nur Wegwerfprodukte herstellen zu lassen und dann von ihm zu erwarten, dass er im dritten Lehrjahr im Schichtbetrieb plötzlich Qualität produzieren könne: "Darum haben wir uns entschieden, mehr Zeit einzubringen. Der Ausbilder ist immer mit dabei, und nach einem Jahr wissen die jungen Leute dann schon, auf was sie achten müssen." Natürlich sei immer ein gewisses Risiko dabei, dass auch einmal ein falscher Schnitt gesetzt wird. Bisher musste die Buchbinderei jedoch keine Aufträge nachdrucken lassen. "Und anders kann man einfach keine qualifizierten Arbeitskräfte ausbilden", ist Ekstein überzeugt.

Ausbildung als Weg der Zukunftssicherung: IBO-Geschäftsführer Martin Ekstein.

Qualifizierter Nachwuchs. Nach den ersten beiden Jahren in der Ausbildungsabteilung sollen die angehenden Buchinder im dritten Lehrjahr in den Schichtbetrieb eingearbeitet werden. "Dann wird sich auch zeigen, wer den Beruf ausüben möchte, wer sich mittelfristig weiterbilden will oder nach den drei Jahren dann möglicherweise doch feststellt, dass Buchbinder nicht sein Traumberuf ist", so Ekstein.
Erklärtes Ziel ist es dabei, die ausgebildeten Buchbinder in den Betrieb zu übernehmen: "Unser Ziel ist es, qualifizierte Arbeitskräfte für unser Unternehmen auszubilden, denn da haben wir ganz klar Nachholbedarf. Und ohne Auszubildende und zukünftige Fachkräfte wissen wir langfristig nicht, wie sich das Rad drehen soll." Denn Fachkräfte waren in den vergangenen Jahren kaum zu finden, so Eksteins Erfahrung: "In der Region gibt es keine großen Buchbindereien, und aus Stuttgart will keiner auf die Ostalb". So fiel schließlich die Entscheidung,  Fachpersonal im eigenen Betrieb auszubilden.

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