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Betrieblichen Umweltschutz gezielt steuern und verbessern

Umweltmanagementsysteme: Ganzheitlicher Ansatz auf dem Weg zur »grünen« Printproduktion

Management. Unternehmen, die einen ganzheitlichen Ansatz beim betrieblichen Umweltschutz verfolgen wollen, kommen um das Thema Umweltmanagementsysteme (UMS) nicht herum.

Die grafische Industrie entdeckt ihr grünes Gewissen – nicht erst seit der Drupa 2008. Themen wie klimaneutrale Printproduktion, FSC-Zertifizierung oder energieeffizientes Bauen sind en vogue und können bei konsequenter Handhabung durchaus auch ökonomische Vorteile für den Betrieb haben. All diese „Einzelmaßnahmen“ lassen jedoch eine gewisse Ganzheitlichkeit in der ökologischen Ausrichtung vermissen. Denn konsequent zu Ende gedacht sollten umweltbezogene Aspekte grundsätzlich bei allen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen eine Rolle spielen – Stichwort: betriebliches Umweltmanagement.

Hierfür gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre Normen beziehungsweise Verordnungen, nach denen man sein Medienunternehmen zertifizieren/validieren kann. Doch treffen diese Umweltmanagementsysteme (UMS) überraschenderweise im gegenläufigen Trend auf immer weniger Akzeptanz. Waren noch vor wenigen Jahren rund 160 grafische Betriebe nach der EMAS-Verordnung („EG-Öko-Audit“) validiert oder nach der ISO-Norm 14001 zertifiziert, sind es nach Aussagen des BVDM heute gerade noch 40 bis 50. Der Dokumentationsaufwand und für Mittelständler zu hohe Kosten sorgen wohl für geringe Rezertifizierungsraten.

Die nachfolgenden Seiten sollen aufzeigen, warum sich dieser Trend wieder umkehren könnte und wie sich EMAS und ISO 14001 voneinander unterscheiden. Des Weiteren stellt Deutscher Drucker ein überregionales, aber kommunal projektiertes Umweltmanagement-Einsteigerprogramm vor und lässt den UMS-erfahrenen Umweltbeauftragten einer Druckerei zu Wort kommen.

Grün, aber wirtschaftlich. Umweltmanagement lässt sich als eine langfristig geplante, ökologisch ausgerichtete Art der Unternehmensführung bezeichnen, die bei der Planung, Durchsetzung und Kontrolle der Unternehmensaktivitäten die Verhinderung und Vermeidung von Umweltbelastungen sowie die langfristige Sicherung der Unternehmensziele berücksichtigt. Ein UMS stellt hierfür die aufbau- und ablauforganisatorischen Maßnahmen zur Umsetzung bereit. Die UMS-Zertifizierung dokumentiert nicht nur das „grüne“ Engagement eines Unternehmens, sondern wird mittelfristig Kosten und Risiken minimieren (etwa durch geringere Entsorgungskosten oder  niedrigere Versicherungsprämien), die Organisation verbessern (transparentere Strukturen, motiviertere Mitarbeiter) und somit wettbewerbsfähiger machen. Branchenübergreifend im Blickfeld stehen hier die Öko-Audit-Verordnung EMAS (»Eco-Management and Auditing Scheme«) sowie die Norm DIN EN ISO 14001.

EMAS. Um eine Bescheinigung nach EMAS zu erlangen, muss ein Unternehmen ein Umweltmanagement einrichten, die wesentlichen Umweltauswirkungen ermitteln und eine Umwelterklärung abgeben.

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