Betrieblichen Umweltschutz gezielt steuern und verbessern


Erster Schritt (und von zentraler Bedeutung) ist die so genannte Umweltprüfung. Dabei werden alle Bereiche des Unternehmens nach ökologischen Gesichtspunkten gescannt und auf mögliche Schwachstellen untersucht. Auf den Ergebnissen dieser „Ist-Zustands-Analyse“ aufbauend entsteht ein Umweltprogramm, in dem betriebliche Ziele und Maßnahmen festgelegt werden, mit denen die Schwachstellen behoben und Einsparungen erzielt werden sollen. Auf diese Art und Weise legt die Unternehmensführung quasi die umweltbezogenen Handlungsgrundsätze ihres Unternehmens fest.

Um diese „Umweltpolitik“ zum Leben zu erwecken, wird in der Folge das eigentliche Umweltmanagementsystem eingerichtet. Dahinter verbirgt sich eine umweltspezifische Organisationsstruktur mit Festlegungen zu Verantwortlichkeiten, Abläufen und Verhaltensweisen sowie deren Kontrolle.

Wie wirksam das UMS ist, wird dann im Rahmen einer internen Umweltbetriebsprüfung (umgangssprachlich auch als Öko-Audit bekannt) analysiert und beurteilt. In diesem Zusammenhang wird auch die Umweltleistung des Unternehmens bewertet. Die Umweltbetriebsprüfung ist das zentrale Element der EMAS-Verordnung. Sie wird regelmäßig durchgeführt und läuft meist in drei Phasen ab. In der Vorbereitungsphase werden der Audit-Plan, die Fragebogen und Checklisten erstellt; in der Durchführungsphase wird das Umweltmanagement nach den Richtlinien der EMAS-Verordnung erfasst, Audit-Beweise gesammelt et cetera. Anhand der Schlussfolgerungen daraus können Problemfelder aufgedeckt und Korrekturmaßnahmen erarbeitet werden. Diese werden in der Nachbearbeitungsphase umgesetzt und die Umweltziele anschließend aktualisiert, um die Leistung des Umweltschutzes kontinuierlich zu verbessern.

Zur Information der Öffentlichkeit ist eine Umwelterklärung zu verfassen, deren Richtigkeit von einem staatlich zugelassenen, unabhängigen Umweltgutachter bei der Validierung kontrolliert und im positiven Fall für gültig erklärt wird. Es folgt der Eintrag ins EMAS-Register. Spätestens nach drei Jahren muss eine Revalidierung erfolgen, bei größeren Betrieben ist eine jährliche Aktualisierung der Umwelterklärung erforderlich.

Bei den so genannten KMUs (Klein- und mittelständische Unternehmen) kann unter Umständen auf die Validierung der jährlichen Aktualisierung der Umwelterklärung sowie auf Teile der Dokumentation verzichtet werden.

DIN EN ISO 14001. Die ISO-Norm enthält im Gegensatz zur EMAS-Verordnung keine spezifischen Kriterien für den Aufbau eines UMS, es werden lediglich strukturelle und organisatorische Vorgaben gemacht. Das Unternehmen soll in einer „Spirale der kontinuierlichen Verbesserung“ sukzessive auf ein höheres Umweltschutzniveau gebracht werden – durch ständige Wiederholung des Umweltmanagementprozesses. Fünf Bausteine sind dazu notwendig: Zunächst werden in der zielgerichteten Umweltpolitik als übergeordneter Unternehmensstrategie die relevanten Leitlinien beschrieben und angemessene Umweltziele festgelegt.

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