Betrieblichen Umweltschutz gezielt steuern und verbessern


In der Planungsphase entstehen Verfahren zur Ermittlung umweltrelevanter Aspekte und gesetzlicher Forderungen (z.B. rechtliche/behördliche Auflagen). Die umweltrelevanten Aspekte einer Firma sollten eigentlich anhand ihrer Tätigkeit, Produkte und Services gefunden, identifiziert und erfasst werden, in der Regel werden aber die hauptsächlichen Emissionen (Luft, Wasser, Abfall) und Material-, Energie- und Wasserverbrauch erfasst. Umweltpolitik-konforme Ziele werden durch die Unternehmensleitung bestimmt, festgelegt und dokumentiert, ein Umweltmanagementprogramm zur Verwirklichung der Ziele nach Prioritäten angefertigt.

In der Phase der betrieblichen Umsetzung werden Strukturen, Abläufe, Verfahren und Verantwortlichkeiten/Kommunikationswege festgelegt, eingeführt und dokumentiert, bei der Überprüfung müssen Kontroll- und Korrekturmechanismen eingeführt werden, die die Arbeit hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen kontrollieren und die Erfüllung der Vorschriften und die Funktionsfähigkeit des UMS überwachen (internes Audit). Bewertet und gegebenenfalls geändert werden muss die Funktionsfähigkeit des UMS anhand der Ergebnisse des Audits im Rahmen der Managementbewertung.

Die regelmäßig stattfindenden Audits entsprechen der Umweltbetriebsprüfung bei EMAS. Mit dem durch das Audit erhaltenen Zertifikat (gültig: drei Jahre, dann Rezertifizierung nötig) wird durch eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft bescheinigt, dass ein den Anforderungen von ISO 14001 entsprechendes UMS aufgebaut/implementiert wurde, was jedoch nichts über die absolute Umweltleistung des Betriebs aussagt.

Unterschiede. Der grundlegendste Unterschied zwischen den beiden Systemen ist wohl, dass EMAS Betriebe zu einer freiwilligen kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistung über gesetzliche Anforderungen hinaus verpflichten will (ergebnisorientiert), während der Fokus bei ISO 14001 auf der Optimierung des Managementsystems selbst liegt (verfahrensorientiert).

Aus unternehmensstrategischer Sicht ist zudem wichtig: EMAS gilt nur europaweit (organisations- und standortbezogen), während die ISO international (organisationsbezogen) anwendbar ist; deshalb, und auch aufgrund der gleichwertigen Außenwirkung, sehen sich viele Betriebe dazu veranlasst, das weniger anspruchsvoll gestaltete Umweltmanagement der ISO 14001 zu verwenden. Denn eine Validierung nach EMAS ist, wie zuvor beschrieben, wesentlich aufwändiger durchzuführen als eine Zertifizierung nach ISO 14001. Andererseits ist sie aber auch qualitativ höher einzustufen und unterliegt einer schärferen Dokumentationspflicht gegenüber der Öffentlichkeit. 

Zusatzinformationen 

Weiterführende Informationen zu UMS liefert die Informationsplattform »Betrieblicher Umweltschutz« des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg (http://umweltschutz-bw.de) sowie die aktuelle Studienarbeit »Vergleich zwischen Öko-Audit und ISO 14001« von Frank Ferger (Fachhochschule für Ökonomie & Management, Essen), aus denen auch dieser Beitrag entstand.

Erschienen in DD 7/2009

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