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REACH: Was Druckereien darüber wissen sollten

REACH wird schrittweise eingeführt. Die eigentliche Registrierung erfolgt in Stufen.

Nach langer Vorbereitungszeit ist das neue europäische Chemikalienrecht REACH vor zwei Jahren in Kraft getreten. Zu dessen Umsetzung wurde eigens eine Behörde gegründet – die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki. Welche Auswirkungen haben die Bestimmungen für Druckereien und was sollten diese davon wissen?

Die Bezeichnung REACH beschreibt als Abkürzung die wesentlichen Schritte dieser Verordnung: Registrierung (Anmeldung), Evaluierung (Bewertung) und Autorisierung (Zulassung) von Chemikalien. Jeder Stoff, wie die Chemikalien im Gesetzestext genannt werden, der in Mengen über einer Tonne pro Jahr in der EU verkauft wird – unabhängig, ob hier produziert oder importiert –, muss registriert werden.
Zur Bewertung oder Evaluierung der Stoffe muss eine Fülle an toxikologischen Daten, die nach genau festgelegtem Schema zu ermitteln sind, vorgelegt werden. Die Daten und die sich daraus ergebenden Risiken werden dann in einem Stoffsicherheitsbericht zusammengefasst. Dies gilt auch für Chemikalien, die schon seit vielen Jahren verwendet werden. Bei Stoffen, die gefährliche Eigenschaften für Mensch oder Umwelt haben, muss die Behörde die Verwendungen genehmigen. Im Rahmen dieses Autorisierungs-Prozesses können einzelne Verwendungen verboten oder nur unter besonderen Auflagen gestattet werden.

Zeithorizont. Da zur Erstellung aller Daten für den Registrierungsprozess einige Zeit erforderlich ist, wird das neue Chemikalienrecht schrittweise eingeführt. Zuerst – bis zum 1. Dezember 2008 – mussten alle in der EU eingesetzten Stoffe bei der ECHA vorregistriert werden: Hierbei ergab sich die Zahl von 145.000 Stoffen.
Die eigentliche Registrierung erfolgt in Stufen: Gefährliche oder in Mengen von über 1.000 Tonnen pro Jahr verwendete Stoffe müssen bis zum 1. Dezember 2010, alle anderen dann schrittweise bis zum 1. Juni 2018 registriert werden.

REACH und die Druckfarben. Mischungen oder Zubereitungen aus verschiedenen Stoffen werden nicht registriert; es gilt, dass jeder einzelne Inhaltsstoff getrennt registriert werden muss. Das bedeutet, dass Druckfarben, Lacke, Klebstoffe und andere Materialien nur noch aus Stoffen hergestellt werden dürfen, die bereits vorregistriert sind, in der vorgesehenen Zeitspanne registriert und für den vorgesehenen Einsatzzweck zugelassen sind. Entsprechende Bestätigungen der Rohstofflieferanten hierzu müssen vorliegen.

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