REACH: Was Druckereien darüber wissen sollten


Umformulierungen werden wohl für die in großen Mengen hergestellten Standard-Druckfarben nicht zu erwarten sein.

Druckfarbenpreise steigen? Da die Ermittlung der toxikologischen Daten zu Kosten von 300.000 Euro und mehr pro Substanz (Stoff) führen kann, befürchten die Druckfarbenhersteller verschiedene Auswirkungen: Einerseits ist durch die Umlage der Registrierkosten auf die Verkaufspreise der Rohstoffe mit einem Kostenanstieg zu rechnen, der sich besonders bei Spezialrohstoffen, die in geringen Mengen hergestellt werden, bemerkbar machen wird.
Andererseits wird damit gerechnet, dass Hersteller von Spezialchemikalien diese kurz vor Ende des Registrier-Zeitraumes aus Kostengründen vom Markt nehmen werden. Dies wird insbesondere bei Druckfarben für sehr spezielle Anwendungen dazu führen, dass Umformulierungen erforderlich werden. Für die in großen Mengen hergestellten Standard-Druckfarben ist dies nicht zu erwarten. Da gemäß der Eupia-Ausschlussliste bereits seit langem auf den Einsatz gefährlicher Rohstoffe in Druckfarben verzichtet wird, ist nicht zu befürchten, dass die unter REACH zu erwartenden Verwendungsbeschränkungen große Auswirkungen auf die Zusammensetzung von Standard-Druck­farben haben werden.
Die Registrier-Pflicht hat auch folgende Auswirkung: Importiert eine Druckerei Druckfarben aus dem außereuropäischen Ausland auf eigene Faust, so hat sie die Pflicht, die Registrierung jedes Inhaltstoffes der Druckfarbe – soweit der Jahresverbrauch über einer Tonne liegt – bei der Europäischen Chemikalienagentur zu betreiben.

Informationsaustausch. Ein weiteres Grundprinzip von REACH ist es, die Kommunikation von allen Beteiligten in der Lieferkette zu fördern, zum Beispiel zwischen Stoffherstellern, Importeuren und nachgeschalteten Anwendern. Beispiele für nachgeschaltete Anwender sind der so genannte Formulierer (der Druckfarbenhersteller) und der Endanwender (die Druckerei).
Wichtig ist, dass die Druckereien – oder stellvertretend ihre Verbände – Aussagen zu den Gefährdungspotenzialen beim Arbeiten mit Druckfarben machen. Auf dieser Basis erstellen die Farbhersteller Expositionsszenarien zur Bewertung eventueller Risiken.
Diese Angaben über Risiken des Stoffes, Maßnahmen zum Umgang und die vorgesehenen Verwendungszwecke erhalten die nachgeschalteten Anwender dann im Sicherheitsdatenblatt. Die Sicherheitsdatenblätter werden deshalb in den nächsten Jahren deutlich an Umfang zunehmen. Endgültig wird dieser Prozess erst mit dem Ablauf der Registrierphase abgeschlossen sein.

Sicherheitsdatenblatt. Künftig dürfen in Druckfarben nur solche Stoffe als Rohstoffe verwendet werden, die dafür vorgesehen sind. Die Druckereien haben als nachgeschaltete Anwender die Pflicht, die Druckfarben nur für den vorgesehenen Einsatzzweck zu verwenden und die Maßnahmen zum sicheren Umgang so umzusetzen, wie es in den Sicherheitsdatenblättern beschrieben ist. Zur Erarbeitung von praxisgerechten Vorgaben für den sicheren Umgang mit Druckfarben in den Druckereien ist der europäische Verband der Druckfarbenhersteller, Eupia, in Kontakt zu den Verbänden der Druckindustrie getreten. Sollte eine Druckerei die im Sicherheitsdatenblatt genannten Sicherheitsmaßnahmen nicht umsetzen können oder die Druckfarben anders als vorhergesehen verwenden, so ist der Lieferant zu informieren. Die von den Farblieferanten zur Verfügung gestellten Sicherheitsdatenblätter stellen somit eine wichtige Informationsquelle dar.

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