EU-Projekt soll Druckereien ihr Energiesparpotenzial aufzeigen


Michiel Steerneman, Energy Experts International B.V., trägt die Ergebnisse des Benchmark-Tests vor.

Mitbeteiligte Organisationen, Verbände und Institute sind zum Beispiel der Dachverband der europäischen Druck- und Medienverbände Intergraf sowie die entsprechenden nationalen Verbände; Industrie- und Handelskammern; das European Graphic Media Industry Network EGIN; Regierungsstellen, Universitäten und Bildungseinrichtungen.

Am Benchmark-Test beteiligt hatten sich pro Land etwa 20 grafische Betriebe, sodass eine Gesamtzahl von rund 100 Unternehmen resultierte. Als weitere Zielvorgaben waren im Hinblick auf konkrete Energieeinsparmaßnahmen formuliert worden,

  • die direkten jährlichen Emissionen zu ermitteln und Kosten zu senken sowie
  • den CO2-Ausstoß im Zuge des Projektes in allen 100 beteiligten Unternehmen zusammen um jährlich rund 2 500 t zu senken, den Energieverbrauch um 35 000 GJ (Giga Joule)/Jahr zu reduzieren und gemeinsam noch gut 500 000 Euro/Jahr an Energiekosten einzusparen.

Diese Zahlenvorgaben galt es zumindest einzuhalten. Durch Auswertung der Fragebögen und mit Hilfe gezielter Beratung schafften es die rund 100 Unternehmen im Laufe des Projektes, mit Best-Practice-Maßnahmen ihr eigenes Energieeinsparpotenzial zu erkennen und die zuvor genannten Zahlenwerte bis zu 100 Prozent zu übertreffen (siehe Diagramm).

Auswertung. Nur etwa 20 Prozent der grafischen Unternehmen in Deutschland nehmen irgendeine Form von Beratung oder Unterstützung bei Energiefragen in Anspruch, wie sich bei der Auswertung der Fragebögen für den Benchmark-Test bei den 20 deutschen Unternehmen herausstellte. Also ist genau hier der Ansatz zur Lösung zu finden. Es fehlt an relevanten Informationen wie zum Beispiel eine Liste möglicher Maßnahmen, die zu allen Bereichen im Produktionsprozess sowie in den vor- und nachgelagerten Prozessschritten, wie Verwaltung, Druckvorstufe und Druckweiterverarbeitung, optimale Verfahrensweisen aufzeigt.

Doch ist es damit nicht getan. Den meisten Unternehmen ist gar nicht bewusst, an welchen Stellen es angebracht sein könnte, verbessernde Maßnahmen durchzuführen. Hier soll das Benchmark-Tool E-BAG (The Energy Benchmark Analyzer Graphic Media), in dem Druckverfahren, Betriebsgröße und viele weitere Parameter berücksichtigt werden und somit eine zuverlässige Einschätzung des eigenen Energiebedarfs im Verhältnis zu vergleichbaren Unternehmen zulässt, Abhilfe schaffen. Somit werden vor allem die oft versteckten „Energiefresser“ aufgedeckt und können bei der Effizienzsteigerung nun auch berücksichtigt werden. Weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen hatte ausreichende Informationen im Hinblick auf Energieeinsparmöglichkeiten. Weitaus problematischer erscheint aber, dass bei rund 80 Prozent der Unternehmen keinerlei Energierichtlinien an die Mitarbeiter weitergegeben werden. Hieraus kann geschlossen werden, dass das Bewusstsein für Energieaspekte zunächst auf Managementebene eingeführt werden muss, um im Anschluss daran im gesamten Unternehmen etabliert zu werden.

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