Ein finanzierbarer Öko-Einstieg, den Druckereien kennen sollten


Modular. Projektträger von Ökoprofit ist in der Regel eine Kommune oder ein Zusammenschluss von Kommunen. Initiiert, koordiniert und finanziert wird das Programm häufig durch ein Umweltamt und die Wirtschaftsförderung. Es besteht in der Regel aus drei Modulen:

  • dem eigentlichen Ökoprofit-Programm (inkl. eines Moduls für kleinere Betriebe),
  • dem „Klub“, in dem Ökoprofit-„Absolventen“ ihr Engagement im betrieblichen Umweltschutz weiterführen und vom Erfahrungsaustausch untereinander profitieren können,
  • und dem Modul „Vom Ökoprofit zum Öko-Audit“, wo Unternehmen darauf vorbereitet werden, ein UMS nach EMAS oder der ISO-Norm 14001 einzuführen.

Ablauf. Während des Ökoprofit-Projekts bearbeiten kleine Unternehmensgruppen im Laufe eines Jahres in bis zu zehn Workshops und fünf Beratungsterminen vor Ort gemeinsam mit von der Kommune berufenen Umweltberatern und externen Referenten alle für sie umweltrelevanten Themenbereiche. Basis hierfür bilden aktuelle, praxisorientierte Arbeitsmaterialien (inkl. Checklisten und Arbeitsblätter). Nach Abschluss der Workshopreihe werden die Betriebe nach einem bestimmten Raster von einer kommunalen Kommission sowie einem Prüfer, der nicht zugleich der Berater des Unternehmens sein darf, geprüft. Erfolgreiche Teilnehmer werden im Anschluss öffentlich von der Kommune als Ökoprofit-Betrieb eines Jahrgangs ausgezeichnet.

Bei den Workshops werden einerseits inhaltliche Fragestellungen wie zum Beispiel Abfalltrennung und -minderung, Energieeinsparung, Emissionsminderung, Umgang mit Gefahrstoffen oder Einhaltung umweltrechtlicher Vorschriften bearbeitet. Zum anderen spielen aber auch organisatorische Themen eine Rolle, wie etwa die Festlegung einer Umweltpolitik, die Bildung von Umweltteams, umweltfreundlicher Einkauf, Umweltkosten/-controlling sowie Mitarbeitermotivation. Es werden nicht nur theoretische Grundlagen vermittelt, sondern auch praxisnahe Verhaltensweisen eingeübt.

Bei der individuellen Vor-Ort-Beratung versuchen die Betriebe das in den Workshops vermittelte Wissen konkret in die Praxis umzusetzen. Als Basis dient hier eine systematische und umfassende Bestandsaufnahme, aus der heraus Betrieb und Berater gemeinsam individuelle Maßnahmenprogramme für die betriebsspezifische Umsetzung der Umweltpolitik entwickeln. Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten können Ökoprofit mit reduziertem Aufwand (fünf Workshops, drei Beratungstermine) betreiben.

Und nach der Auszeichnung ... bieten viele Ökoprofit-Kommunen den Beitritt zu einem Klub mit weiteren Workshops und Beratungen und einer erneuten Überprüfung der Betriebe an. Hier informiert man sich über aktuelle und weiterführende Themen, realisiert weitere Maßnahmen aus dem Umweltprogramm und entwickelt zugleich wieder neue Maßnahmen.

Ferner wird meist ein Modul angeboten, in dem sich die Betriebe – aufbauend auf den bei Ökoprofit erbrachten Leistungen – ein Umweltmanagementsystem erarbeiten, das je nach Zielsetzung nach der EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS) validiert beziehungsweise nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert wird. Die Dokumentation aller umweltrelevanten Prozesse im Betrieb gewinnt hier neben der erneut durch Externe durchgeführten Beratung weiter an Bedeutung. Alle relevanten Abläufe werden nun in Form von Verfahrensanweisungen geregelt.

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