Ein finanzierbarer Öko-Einstieg, den Druckereien kennen sollten


Fotini Drechsler

Aufwand. Der Kostenanteil, den das am Ökoprofit-Einsteiger-Programm teilnehmen­de Unternehmen zu tragen hat, ist kommunal unterschiedlich und abhängig von der Betriebsgröße. In München zahlen nicht geförderte Betriebe zum Beispiel 2 100 Euro (bis 50 Mitarbeiter), 2 600 Euro (bis 250 Mitarbeiter) und 3 100 Euro (bis 500 Mitarbeiter), jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Im Internet dokumentiert eine nach Branchen geordnete Datenbank der Gesellschaft für Arbeitssicherheit, Qualitäts- und Umweltmanagement mbH (www.arqum.de/datenbank) die Maßnahmen der deutschen Ökoprofit-Betriebe – eine gute Möglichkeit zum Abgleich mit den eigenen Daten und zugleich sinnvolle Anregung für weitereeigene Maßnahmen.

Weiterführende Informationen zur Einführung von Ökoprofit, zum deutschen Ökoprofit-Netzwerk sowie Kontaktvermittlung an Ministerien und Behörden mit Ökoprofit-Förderprogrammen bietet das Referat für Arbeit und Wirtschaft (München) sowie das Referat für Gesundheit und Umwelt (München).

„Stets in ökologischen Strukturen denken und handeln“ 

Kurzinterview. Vor wenigen Wochen startete die Druckstudio GmbH in das Ökoprofit-Programm. Im Moment befindet sich der Düsseldorfer Mediendienstleister noch in der Phase der Bestandsaufnahme und erarbeitet ganz aktuell in acht verschiedenen Workshops alle für das Unternehmen umweltrelevanten Themenkomplexe. Zu den Beweggründen des Ökoprofit-Engagements befragte Deutscher Drucker die Marketingleiterin Fotini Drechsler.

DD: Welche mittelfristigen Ziele strebt Druckstudio mit der Ökoprofit-Teilnahme an?

Fotini Drechsler: Da wir bereits FSC- und für den klimaneutralen Druck zertifiziert sind und unseren Betrieb seit Langem durch viele Einzelmaßnahmen umweltfreundlicher gestalten, stellt das Ökoprofit-Projekt speziell für uns keine Einstiegsmaßnahme zum betrieblichen Umweltschutz dar. Ökoprofit ist für uns vielmehr ein weiterer Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir beteiligen uns an diesem Programm, weil wir zusätzliche Ansätze finden wollen, den Energie-, Wasser- und Betriebsmittelverbrauch weiter zu senken, die Abfallmengen zu reduzieren und unsere Mitarbeiter noch stärker für das Thema betrieblicher Umweltschutz zu sensibilisieren. Außerdem erhoffen wir uns Synergiepotenziale durch den regelmäßigen kommunikativen Austausch zwischen den Ökoprofit-Betrieben und eine Verbesserung unserer Rechtssicherheit, indem umweltrechtliche Anforderungen an unser Unternehmen ermittelt und geklärt werden. Druckstudio bietet damit nicht nur umweltfreundliche Produkte an, sondern denkt und handelt auch als Industriebetrieb in seiner Gesamtheit stets in ökologischen Strukturen.

DD: Wie sind Sie auf Ökoprofit gestoßen und mit welchen Kosten rechnen Sie? 

Drechsler: Durch das Wirtschaftsförderungsamt der Stadt Düsseldorf, wo wir uns erkundigt haben, welche staatlichen Förderungen es für Betriebe gibt, die sich in Sachen Umwelt stärker engagieren wollen. Die Kosten für die Teilnahme an Ökoprofit variieren mit der Mitarbeiterzahl des jeweiligen Betriebs. Für Druckstudio entstehen durch die Teilnahme Kosten in Höhe von 3000 Euro.

DD: Inwieweit eignet sich die Umweltinitiative Ihrer Meinung nach als »Sprungbrett« für die nachgelagerte Einführung eines Umweltmanagementsystems nach der EMAS-Verordnung oder nach DIN EN ISO 14001?
Drechsler: Ökoprofit kann durchaus als kostengünstige Einstiegsmaßnahme gesehen und genutzt werden. Alle Maßnahmen, die während des Ökoprofit-Projekts vorgenommen werden, sind hilfreiche Schritte auf dem Weg zu einem umfassenden Umweltprogramm, mit dem später EMAS oder die ISO-Norm 14001 leichter und wohl auch schneller umgesetzt werden können.

Erschienen in DD 7/2009

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