Der CO2-Fußabdruck


Druckdienstleister, die sich eine umweltfreundliche Druckproduktion auf ihre Fahnen geschrieben haben, gleichen nicht nur ihren CO2-Ausstoß durch den Kauf von Emissionsminderungszertifikaten aus, sondern arbeiten zunehmend mit Klimaschutzberatungspartnern wie ClimatePartner zusammen, die sich darauf spezialisiert haben, zur Ermittlung der notwendigen Menge an zu kaufenden Zertifikaten eine Bestandsaufnahme an Emissionsfaktoren im jeweiligen Druckbetrieb individuell durchzuführen. So resultiert zum Beispiel der Bilderdruck auf Papier von 1000 Flyern DIN A4 90g in einer CO2-Entstehung von ca. 121kg. Nicht nur die Herstellung des Papiers sondern auch logistische Aspekte wie die Fahrten vor Ort sowie der Druckvorgang selber werden dabei mit in die Berechnung aufgenommen. Alle individuellen Maßnahmen und Gegebenheiten in einem Betrieb bilden in Bezug auf Energie, Prozesse oder auch Emissionen zusammengenommen die Parameter für die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks – ein individuelles CO2-Emissionsprofil eines Unternehmens, dessen Bilanz durch Ankauf von Zertifikaten emissionsrechnerisch ausgeglichen werden kann.

Vom Druckdienstleister zur Umweltdruckerei

Die Gesamtheit an Kohlenstoffdioxid-Emissionen errechnet sich aus den Einzelemissionen der verschiedenen Druckbereiche wie Produktion, Logistik, Personal, Lagerhaltung, Rechenzentrum, Bürogebäude, Firmenwagen etc. Immer mehr Druckbetriebe kennen ihren individuellen ökologischen Fußabdruck und investieren in entsprechende Projekte, die laut Kyoto-Protokoll einer Qualitätsprüfung durch den Clean Development-Mechanismus (CDM) unterliegen. Mit einer Ermittlung der CO2-Bilanz und entsprechender Zertifizierung erhält der Betrieb das Recht, seine Produkte mit einem „klimaneutral-gedruckt“-Siegel und einer individuellen, transparenzgarantierenden Nummern-Kennzeichnung zu versehen – ein Marketingpotential, das im Druckgewerbe zu Gunsten eines kalkulierten Imagegewinns immer seltener ungenutzt brachliegt.

Energieeffizienz und Einsatz regenerativer Energien

Umweltbewusste Druckereibetriebe scheuen Investitionen in modernste Produktions-, Mess- und Regeltechnik immer weniger, um einen hohen Grad an ökologischer Effizienz zu erzielen und setzen dabei schwerpunktmäßig auf Mitarbeiter, die aus der Region kommen. Dies reduziert den CO2-Ausstoß durch Vermeidung langer Pendler-Anfahrten. Abfallprodukte wie verbrauchte Aluminium-Druckplatten können zum größten Teil recycelt und dem Wertstoffkreislauf erneut zugeführt werden. Druckmaschinen modernen Typs kommen mit vergleichsweise weniger Alkohol als Betriebsmittel aus, spezielle Bio-Waschmitteltücher können zu einer Waschmitteleinsparung beitragen. Außerdem führt eine regelmäßige Wartung der Druckmaschinen durch speziell geschultes Service-Personal dazu, dass unnötige energieverbrauchende Makulaturen - der Ausschuss bei Testausdrucken - auf ein Minimum reduziert werden.

Comupter-to-Plate (CtP)

Auch hat sich im Hinblick auf umweltschonende, energieeinsparende Drucktechniken die modernere direkte Belichtung der Druckplatten vielfach durchgesetzt, die im Gegensatz zur konventionellen Druckvorstufe auf eine Filmbelichtung und -montage zu Gunsten einer direkten, digital gesteuerten Belichtung (Computer to Film, CTF) verzichtet und sich in einer Minimierung der Arbeitsprozesse hin zum fertigen Druckprodukt niederschlägt. So ganz nebenbei werden dabei Chemikalien wie Filmspülwasser eingespart, die für die Filmentwicklung notwendig gewesen wären.

Ein funktionierender Energiekreislauf

Konsequente Auswertungen von Wärmebildern entsprechender Spezialkameras lassen Lecks verpuffender Energie in Druckereigebäuden visuell anschaulich aufzeigen. Auch kann die freiwerdende Energie im Hinblick auf die Entscheidung gemessen werden, ob sich eine Abwärme-Nutzung wirtschaftlich rentieren würde. Wärmetauscher können die Abwärme von Maschinen, Kompressoren und Warmwasserleitungen rückgewinnen und in den Energiekreislauf erneut einspeisen. So mancher Druckbetrieb geht heute bereits dazu über, nicht nur die Abwärme sondern auch seine Abwässer durch Filteranlagen technisch aufzubereiten und freigewordene Ressourcen entweder in Betriebserweiterungen zusätzlich einzusetzen oder bei Überschuss extern weiterzuverkaufen.

Energieeffizienz in Druckereien

In Druckereien betragen die Kosten für Elektrizität bis zu einem Prozent des Gesamtumsatzes, den Löwenanteil an Stromverbrauch bilden die Offsetdruckmaschinen sowie der Standby von Anlagen und Geräten. Eine Reihe von Energiesparmaßnahmen wie die Installation eines Hauptschalters für den Druckraum ist ideal, um das Gesamtsystem nach Arbeitsende abschalten zu können. Die Anschaffung drehzahlvariabler Kompressoren hilft laut energieeffizienz-im-betrieb.net dabei, die Druckluft gegebenen Anforderungen anzupassen und nur so hoch einzustellen wie nötig. Regelmäßige Leck-Überprüfungen und Reinigung der Ansaugfilter helfen Kosten einzusparen und der Umwelt Gutes zu tun. Gleiches gilt auch für Vakuumgebläse.

Sparmaßnahmen zahlen sich aus

Keine offenen Türen und Fenster in Räumen mit Klimageräten tragen zu einer positiven Energiebilanz gleichsam bei, ihr sparsamer Einsatz lohnt sich. Gerade in nicht ständig genutzten Räumlichkeiten wie Lagerhallen, Toiletten, Abstellräumen etc. kann mit Bewegungsmeldern der Stromverbrauch für die Beleuchtung reduziert werden. Dort wo ständig gearbeitet wird, sorgen in unmittelbarer Nähe der Arbeitsbereiche installierte Lichtquellen für eine effizientere Ausnutzung der Ressourcen. Lüftungsanlagen ab 4 kW Ventilator-Leistung und Laufzeiten von mehr als 1000 Stunden pro Jahr kommen bereits als Kandidaten für den Einsatz eines Wärmetauschers in Frage.

Höhere Temperaturen sind für Serverräume grundsätzlich unproblematisch, solange etwa 26 bis 27 Grad nicht überschritten werden. Alle nicht benötigten Geräte sollten automatisch abgeschaltet werden, um die Grenze nicht zu überschreiten.

Alles in rechtem Licht

Computergestützt dimmbare Lampen können auf zehn Prozent ihrer Licht­stärke heruntergefahren werden, wenn sich keine Personen in der Tiefgarage auf­hal­ten oder Fahrzeuge bewegen. Nicht nur erhöht diese Maßnahmen die Lebensdauer der Lampen um das Dreifache, auch kann so der Stromverbrauch um bis zu 75 Prozent herabgesenkt werden. Herkömmliche Neon-Röhren sind die heimlichen Energiefresser in Industrie und Handwerk. Konventionelle Vorschalt­ge­räte können gegen elektronische Vor­schalt­ge­räte ausgetauscht werden, Tageslichtsensoren steuern die Funktion der vorhandenen Lampen je nach Tageslichteinfall in Druckhallen und Büroräumen. Allein der komplette Glühlampentausch gegen LED-Leuchtmittel kann eine Ersparnis von bis zu 60 bis 80 Prozent einbringen, der Einsatz von Zeitschaltuhren je nach Raumnutzung zwischen 20 und 80 Prozent.

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