Betrieblicher Umweltschutz: Beratung und Investitionen sind förderfähig


Derzeit wird die überschüssige Abwärme der drei Druckmaschinen bei der Offizin Scheufele Druck und Medien GmbH & Co. KG in Degerloch noch in der Tiefgarage über Wärmetauscher an die Außenluft abgegeben. Zukünftig soll diese Energie nicht mehr verpuffen, sondern zur Beheizung genutzt werden.

Standardisierter Ablauf. Der Ablauf einer solchen EEB ist durch die KfW standardisiert und läuft in der Regel folgendermaßen ab: Der Berater besucht das Unternehmen und dokumentiert den gesamten Energieverbrauch. Strom-/Gas-/Öl- und Wasserrechnungen werden erfasst, die Energieaufnahme und jährliche Gesamtlaufzeit der Maschinen recherchiert. Zudem wird die Heiztechnik, Warmwasserbereitung, Beleuchtungstechnik sowie Steuer- und Regelungstechnik hinterfragt (immer auch vor dem Hintergrund der „energetischen Möglichkeiten der Gebäudehülle“). In Bereichen, in denen nicht gemessen werden kann, werden die Hauptverbraucher nach Erfahrungswerten geschätzt.
Auf diese Weise entsteht eine schon recht genaue Ist-Verbrauchsanalyse, die mit der Beschreibung der energetischen Mängel unterfüttert wird. Daraus ergeben sich wiederum Maßnahmenempfehlungen, deren Umsetzung zur Ausrechnung des konkreten zukünftigen Einsparpotenzials herangezogen wird. Letztlich kommen dann Zahlen in tabellarischer Form auf den Tisch, die die meisten Unternehmer derart transparent noch nie gesehen haben. Kein Wunder also, dass die Überraschung über das energetische Einsparpotenzial meist groß ist.
In einer nachfolgenden EEB-Detailberatung können die Berechnungen dann noch in Absprache mit spezialisierten Technikern konkretisiert, weitere Energiefresser lokalisiert und Unterstützung für den Unternehmer bei der Beantragung von Fördermitteln für die Maßnahmenumsetzung gegeben werden. Laut Jürgen Bühler können Druckereien vor allem durch das Nutzen der Ab­wärme von Druckmaschinen und Kompressoren Heizenergie einsparen. Zum anderen sei auch die notwendige Kältetechnik durch regenerative Nutzung vorhandener Energie (zum Beispiel per Wärmepumpen- oder Absorbertechnologie) optimierbar. Und: Die Verbrauchskosten bei der Beleuchtung könnten fast immer durch effizientere Systeme zu 50% gesenkt werden.

Mit neuer Technik sparen. So auch bei der Offizin Scheufele, einem modernen, PSO-zertifizierten Kommunikationsdienstleister mit vollstufiger Bogenoffsetdruckerei, dessen Wurzeln im Großraum Stuttgart bis ins Gründungsjahr 1808 zurückreichen. Schon frühzeitig hatte sich Scheufele-Geschäftsführer Jürgen Keidel mit Prozessoptimierung beschäftigt und so vor über zehn Jahren ein Qualitätsmanagementsystem (nach DIN EN ISO 9001) in seinem Unternehmen eingeführt. Kurz darauf machte man sich auch verstärkt für den betrieblichen Umweltschutz stark: Die Druckerei absolvierte, in Vorbereitung auf die Umweltmanagementsystem-Einführung nach ISO 14001, die Anfang 2009 erfolgte, das Ecofit-Förderprogramm des Umweltministeriums Baden-Württemberg (vergleichbar mit dem Umweltprogramm Ökoprofit, siehe DD Nr. 7/2009, S. 26).
Die Basis für die aktuell laufende Energieeffizienzberatung (die Detailberatung steht wenige Tage vor ihrem Abschluss) konnte also kaum besser sein, war man doch durch das UMS in Sachen Energieeffizienz bereits vorsensibilisiert. Aber das rund 50 Mitarbeiter starke Scheufele-Team wollte einen Schritt weiter gehen und auch die letzten Energiepotenziale aufdecken. Zudem dient die EEB bei Scheufele einem weiteren Zweck. Jürgen Keidel: „Wir planen im Augenblick die Investition in eine neue Fünffarben im Format 70/100, die in absehbarer Zeit kommen soll. Hierbei ist uns aufgrund unserer nachhaltigen Umweltpolitik einerseits die Umweltbilanz der ›Neuen‹ besonders wichtig, andererseits erhoffen wir uns für die Investition natürlich auch Fördermittel aus dem ERP-Umwelt- und Effizienzprogramm. Denn wir wollen mit dem moderneren, wassergekühlten Produktionsmittel zwei alte Druckmaschinen ersetzen und uns durch konsequente Nutzung der Maschinenabwärme zugleich auf ein höheres energetisches Niveau begeben.“

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