Betrieblicher Umweltschutz: Beratung und Investitionen sind förderfähig


Energieeffizienzberater Jürgen Bühler (im Bild links) während der Initialberatung bei der Offizin Scheufele Druck & Medien (Degerloch).

Die sowieso geplante Investition wird somit zur wichtigen EEB-Maßnahme, die im Abschlussbericht der Detailberatung eine zentrale Rolle spielt. Und die ersten Zahlen aus diesem Bericht, die der DD-Redaktion bereits vorliegen, machen klar, warum die Energieeffizienzberatung die Chance auf Gewährung von zinsgünstigen Förderkrediten erhöht: Demnach könnte Scheufele durch konsequente Nutzung der Abwärmeenergie der Druckmaschinen die Heizung zu großen Teilen ersetzen. Von den bisher rund 16.000 Euro Gaskosten im Jahr blieben nur noch 2800 Euro übrig (82,5% Ersparnis), die Kosten für den Stromverbrauch der Druckmaschinen ließe sich von 55.000 Euro auf knapp 48000 Euro senken (Ersparnis: etwa 13%). Insgesamt könnte man die jährlichen Gesamtstromkosten von 102.000 Euro um 15.000 Euro (14,7%) nach unten drücken (allein bei der Beleuchtung liegt das Einsparpotenzial bei Scheufele bei 5.300 Euro im Jahr).
Freilich fallen hierzu zunächst Maßnahmenkosten in Haustechnik an, beispielsweise in modernere Heizkesseltechnik plus neue Zirkulationspumpen u.a.m. Deutscher Drucker wird das Beratungs-/Investitionsprojekt weiter verfolgen, um nach erfolgter Einbringung der neuen Druckmaschine Näheres zu den angestrebten Amortisationszeiten und der erhofften Fördermittelgewährung zu berichten.

Fördervoraussetzungen. Konkret erhofft sich die Firma Scheufele Finanzierungsförderung im Rahmen des „Sonderfonds Energieeffizienz in KMU“, der ein Teil des oben genannten ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramms ist. Eine EEB wird hier vorausgesetzt. Sie soll zeigen, ob bei Ersatzinvestitionen die Forderung nach einer Endenergieeinsparung von mindestens 20% gemessen am Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre realisierbar ist. Bei Neuinvestitionen muss diese Einsparung mindestens 15% gegenüber dem Branchendurchschnitt betragen.
Die Bestätigung zum Kreditantrag kann auch durch den Berater bei der Hausbank (die stellvertretend für die KfW handelt) abgegeben werden (vor Beginn der Maßnahme!). Gefördert durch einen zinsgünstigen Kredit werden bis zu 100% der förderfähigen Investitionskosten (bis zu 100 Mio. Euro pro Vorhaben). Die Kreditlaufzeit beträgt bis zu fünf Jahren bei höchstens einem tilgungsfreien Anlaufjahr oder bis zu zehn Jahren bei höchstens zwei tilgungsfreien Anlaufjahren. Der Programmzinssatz orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarkts (derzeit ab 1,41% effektiv, abhängig von Preisklasse, Investitionsort, Förderschwerpunkt und Laufzeit des Kredites; vgl. hierzu Artikel auf der nachfolgenden Seite). Bei Krediten mit bis zu zehn Jahren Laufzeit ist der Zinssatz für die gesamte Kreditlaufzeit festgeschrieben. Es sind bankübliche Sicherheiten zu stellen. Nach Durchführung der Maßnahmen ist der programmgemäße Einsatz der Mittel gegenüber der Hausbank nachzuweisen.

Bis zu 20% Einsparpotenzial 

Energieeffizienz in der Produktion wird mehr und mehr zu einem strategisch wichtigen Thema im verarbeitenden Gewerbe – nicht zuletzt aufgrund langfristig steigender Energiekosten und knapper werdender Ressourcen. Die Erhebung „Modernisierung der Produktion 2009“ des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zeigt branchenübergreifend die Energieeinspar­potenziale in der Industrie auf und verschafft einen Überblick über den aktuellen Verbreitungsgrad energieeffizienter Techniken. Die zwölfseitige Mitteilung Nr. 51 des Fraunhofer ISI (November 2009) fasst die Ergebnisse der Erhebung übersichtlich zusammen. Sie kann über den Projektleiter Spomenka Maloca angefordert werden (spomenka.maloca@isi.fraunhofer.de).

Autor: Jürgen Bühler, JB-Energieeffizienzberatung
Erschienen in DD7/2010

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