Factoring kann sinnvoll sein – aber nicht für jeden Betrieb


Finanzpolster schaffen: Factoring kann helfen, die Liquiditätsreserven zu schonen.

Positive Reaktionen. Dabei geht es nicht darum, die Partnerschaft mit der Hausbank zu entwerten oder gar aufzukündigen. Hämmerling hat eine ausgesprochen positive Reaktion ihrer Bank erlebt, als sie sich vor fünf Jahren einen Factoringpartner gesucht hat. „Die Bank würdigt, dass wir uns seitdem wesentlich besser auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren können“. So können auch die Bankberater besser schlafen, da sie durch die zusätzliche Geldquelle der Druckerei nicht mit Zahlungsschwierigkeiten rechnen müssen. Goeke rät ohnehin dazu, Liquidität als Reserve des Unternehmens zu begreifen und Factoring als Mittel zu nutzen, diese so weit wie möglich zu erhalten: „Firmen sollten ihre Kreditlinien möglichst nicht ausreizen, denn dann bestehen keine Reserven mehr“. Gerade in Krisenzeiten oder wenn es um Innovationen geht, können die Rücklagen dabei helfen, gestärkt in den Konkurrenzkampf zu gehen.

Der richtige Factor. Wie bei allen Geldangelegenheiten kommt es auch beim Factoring auf den richtigen Partner an. Grundsätzlich gilt: Der jeweilige Dienstleister sollte Mitglied in einem der beiden deutschen Factoring-Verbände sein – dem Deutschen Factoring-Verband e.V. oder dem BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand e.V. Die Mitgliedschaft gewährleistet, dass man an kein unseriöses Unternehmen gerät. Beide Verbände bedienen verschiedene Factoringmärkte, der BFM versteht sich explizit als Ansprechpartner für kleinere Unternehmen.

Wer auf der Suche nach einem Factor ist, sollte überdies darauf achten, dass der Partner in spe über ein ausgewogenes Kunden- und Debitorenverhältnis verfügt. Die breite Positionierung eines Factors spiegelt die Situation der meisten Kunden wider. Goeke hält darüber hinaus Branchenkenntnisse für unabdingbar: „Kennt sich der Factor nicht in der Branche aus, könnte er das Risiko falsch einschätzen und gegebenenfalls zu hohe Prämien verlangen“. Hämmerling hat vor fünf Jahren daher zunächst genau recherchiert und ist darüber zu seinem Partner gekommen. „Geld ist eine heikle Angelegenheit. Sie können Ihren Kunden keinen unseriösen Partner vorsetzen. Unser Partner genießt einen guten Ruf und behandelt das Rechnungswesen sehr sensibel“.

Kriterien bei der Wahl sind beispielsweise, ob das Factoring-Unternehmen das Mahnwesen vorsichtig betreibt und nicht schon nach zwei Tagen Zahlungsverzug mit Hausbesuchen droht. Eine weitere wichtige Frage, die es zu stellen gilt, ist: „Wie lange halten die Kundenbindungen“? Denn an der Dauer zeigt sich, ob der Dienstleister mit dem Forderungsmanagement sorgfältig umgeht und niemanden vergrätzt. Hämmerlings Kunden beispielsweise reagieren positiv auf das neue Forderungsmanagement. „Ich wundere mich daher, dass sich viele Kollegen noch immer davor scheuen, selbst einen Factor zu beauftragen“. Wer allerdings mit sehr geringen Margen operiert, hat vom Factoring oft wenig. Die Gebühren fressen dann leicht den Gewinn auf.

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