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Gebäudeplanung per 3-D-Laserscan: Wenn die Firma zur Punktwolke wird

Vermessungstechnik für Druckereien
 

Aus Einzelscans zusammengesetzter Gesamt-3-D-Laserscan der Montagehalle der Firma Techno-Grafica in Kämpfelbach, in den man sich (auch unter Änderung der Perspektive) bis ins Detail hineinzoomen kann.

Nicht aktuelle, analoge Grundrissdaten machen die Planung kurzfristiger Maschinenein­bringungsprojekte und die langfristige Gebäudeplanung zu einer teuren, zeitaufwendigen Mammutaufgabe. Die digitale Vermessung von Druckereien per 3-D-Laserscan, angeboten von der Techno-Grafica GmbH, verspricht hier Besserung.

Hand aufs Herz: Liegen Ihnen aktuelle Grundriss- oder Fassadenpläne Ihrer Druckerei vor, in digitaler oder wenigstens analoger Form? Wirklich? Und was ist mit der vor zwei Jahren nachträglich eingezogenen Trennmauer oder dem Abluft-Rohrsystem für die neue UV-Sechsfarben an der Hallendecke? Wurden die Pläne von Ihrem Architekten oder dem zuständigen Planungsbüro aktu­alisiert? Wohl eher nicht...
Fast jeder Druckdienstleister, der schon einmal anbauen, umbauen oder auch „nur“ eine neue Maschine in beengte Räumlichkeiten einbringen wollte, kennt das Problem: Aktuelle Bestandsdaten des Gebäudes und der Hallenbelegung – Fehlanzeige. Selbst im großen Stil expandierende Druckereien würden liebend gerne schon vor der Grundsteinlegung für ein neues Gebäude auf di­gitale, exakt vermaßte 3-D-Daten zurückgreifen. Denn dann könnte man schnell jene Maschinenanordnung herausfinden, die optimale Materialfluss- und Logistikwege ermöglicht. Und auch Sicherheitsaspekte wie Flucht- oder Feuerwehrzugangswege könnten auf diese Weise bestmöglich eingeplant werden. Da aber meist nur architektonische Zeichnungen aus der Anfangszeit des Unternehmens vorliegen, muss vieles händisch neu vermessen und verplant werden. Ein aufwendiger, zeitintensiver und vor allem teurer Weg.

 
 

Zu scannendes Objekt. Zunächst sind die Referenzpunkte für die Messungen am Gebäude anzubringen. Sie ermöglichen später das „Merging“ der einzelnen Scans.

Gebäude-Digitalisierung

Eine innovative Lösung für das Problem kommt jetzt aus einer Richtung, aus der man sie im ersten Moment eher nicht erwartet hätte: von Techno-Grafica, in seiner Kernkompetenz eigentlich Hersteller von Plattenentwicklungs- und -einbrennstraßen für den großformatigen Offset. Doch der gedankliche Sprung von der Plattenentwicklung zur Ge­bäudeplanung ist viel kürzer als man denkt. Denn schon seit Jahren stößt das Team um Techno-Grafica-Geschäftsführer Peter Hanosek in Druckereien immer wieder bei Einbringungsprojekten für seine platzintensiven Plattenstraßen auf besagte „Planlosigkeit“. Also begann man vor etwa vier Jahren damit, sich intensiver mit dem virulenten Thema zu beschäftigen. Unter Federführung von Junior-Chef Christian Hanosek stieß Techno-Grafica schließlich auf die Technologie 3-D-Laserscanning. Nach einer intensiven Phase des Know-how-Aufbaus (Technik, Spezialsoftware zur Konvertierung, Datenhandling/Datenhaltung) bietet das Unternehmen die digitale Vermessung nun seit etwa einem halben Jahr als Dienstleistung an.

Schnelle und günstige Erfassung der Bestandsdaten in mehreren Etappen: Die Abtastgenauigkeit der digitalen 3-D-Lasermessung ist bedarfsgerecht einstellbar.

Mit einem 3-D-Laserscanner lässt sich der aktuelle „As-built“-Zustand eines mehrstöckigen Ge­bäudes oder eines ganzen Areals komplett digital erfassen. Technisch findet hier – ähnlich den Geräten aus der Landvermessungstechnik – eine punktweise Entfernungsmessung per Laser über die Laufzeit des Lichts statt. Beim 3-D-Laserscanner allerdings nicht nur eine, sondern eine Million Messungen pro Sekunde über ein rotierendes Spiegelsystem, das eine Punktmessung 360º um das Gerät herum erlaubt. Auf diese Weise entsteht eine dreidimensionale „Messpunktwolke“ (kein fotografisches Bild!), die die Reflexionen im Abstand von bis zu 120 Metern um das Gerät herum abbilden kann. Alle Entfernungen innerhalb dieser Punktwolke sind also vermaßt und dokumentiert. Je höher die eingestellte Messpunktdichte, desto detaillierter das Abbildungsergebnis, was den Scanprozess aber verlangsamt. Zehn Meter vom Messgerät entfernt ist ein Punktabstand von 7 mm die übliche Einstellung. Die Abtastgenauigkeit kann aber auf bis zu 1,5 mm Messpunktabstand erhöht werden. Dann dauert der Scan jedoch nicht mehr zehn Minuten, sondern zwei Stunden.

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