„Grün" ist die Hoffnung


Der so genannte „grüne" Fußabdruck wird für Unternehmen der Druckindustrie immer bedeutender. Kunden fordern eine umweltschonendere Produktion, doch auch finanziell kann es sich für die Betriebe lohnen, Emissionen und Materialverbrauch zu reduzieren.

Zertifikate und Initiativen. Für umweltschonende Produkte und Anstrengungen gibt es von verschiedenen Initiativen Zertifikate, die auch für die Druckindustrie relevant sind. 

  • EMAS: Um eine Bescheinigung nach dem Eco Management and Audit Scheme (EMAS) zu erlangen, muss ein Unternehmen ein Umweltmanagement einrichten, die wesentlichen Umweltauswirkungen ermitteln und eine Umwelterklärung abgeben. Die Wirksamkeit des UMS wird im Rahmen einer internen Umweltbetriebsprüfung (auch als Öko-Audit bekannt) analysiert und beurteilt.
  • ISO 14001: Bei der Norm sollen Unternehmen in einer „Spirale der kontinuierlichen Verbesserung" sukzessive auf ein höheres Umweltschutzniveau gebracht werden. Die regelmäßigen Audits entsprechen der Umweltbetriebsprüfung bei EMAS.
  • FSC und PEFC: Zur Verarbeitung von FSC-Holz hat der Forest Stewardship Council FSC Regeln verfasst, mit denen sichergestellt wird, dass FSC-Holz immer korrekt durch den Verarbeitungsprozess geschleust und nicht unzulässig mit strittigen Quellen (illegalem Einschlag) vermischt wird. Im Rahmen der Zertifizierung werden die Warenein- und -ausgänge sowie die Produktionsabläufe einmal jährlich von unabhängigen Dritten überprüft. Betriebe, die nach PEFC zertifiziert sind, sollen Engagement für die Umwelt und ihre Verantwortung im Umgang mit dem Rohstoff Holz zeigen.
  • Ecolabel: Das europäische Ecolabel wurde 1992 eingeführt. Es wird für unterschiedliche Produkte, zum Beispiel auch für Papier vom EU Ecolabelling Board, vergeben. Das Label der so genannten Euro-Blume (EU-Umweltzeichen) wird in ganz Europa anerkannt. Bewertet wird der Einfluss den ein Produkt von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung auf die Umwelt hat.
  • Der Blaue Engel: Seit 1978 ist der Blaue Engel ein  Instrument der Umweltpolitik, mit dem die umweltschonenden Eigenschaften von Angeboten gekennzeichnet werden können. Für die Richtlinien zur Vergabe ist das Umweltbundesamt zuständig. Je nach Produkt gibt es verschiedene Bedingungen. So wird etwa die Verwendung bestimmter Chemikalien untersagt oder die Einhaltung festgelegter Emissionsgrenzen überprüft.
  • Ökoprofit: Das Ökologische Projekt für integrierte Umwelttechnik wurde 1991 vom Umweltamt Graz (Österreich) und der TU Graz entwickelt. Projektträger von Ökoprofit ist meist eine Kommune. Es besteht aus drei Modulen: Dem Ökoprofit-Programm; dem „Klub", in dem Ökoprofit-„Absolventen" ihr Engagement im betrieblichen Umweltschutz weiterführen und sich austauschen sowie dem Modul „Vom Ökoprofit zum Öko-Audit".
  • Emissionsausgleich: Der Ausgleich von Emissionen erfreut sich immer größerer Beliebtheit in der Industrie. So vergeben Beratungsunternehmen wie Nature Office und Climate Partner unter anderem Zertifikate mit dem Namen „klimaneutral drucken". Der Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM) erteilt mit seiner Klimainitiative das Zertifikat „Print CO2 geprüft". Durch den Kauf der Zertifikate können Emissionen weltweit ausgeglichen werden. Ein Zertifikat entspricht dabei einer Tonne CO2. Mit dem finanziellen Ausgleich werden Projekte etwa für erneuerbare Energien realisiert. Sinn macht eine solche Zertifizierung aber vor allem, wenn die Betriebe ohnehin Anstrengungen im Umweltschutz unternehmen und nur nicht zu vermeidende Emissionen ausgleichen.
  •  Initiative Pro Recyclingpapier (IPR): Ziel IPR ist es, die Akzeptanz von Recyclingpapier weiter zu erhöhen. Die IPR wurde im Jahr 2000 gegründet und zählt inzwischen 23 Mitgliedsunternehmen - darunter Epson und Steinbeis Papier Glückstadt.
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