„Grün" ist die Hoffnung


Technik. Neue Maschinen und Materialien, sei es nun in der Vorstufe, im Druck oder in der Weiterverarbeitung sind an sich schon ein Schritt in die richtige Richtung. Durch verschiedene technische Neuerungen wird Material eingespart und weniger Energie verbraucht.

Wichtig ist, das Einsparungspotenzial im gesamten Betrieb zu nutzen. So können beispielsweise neue Heizungspumpen oder elektronische Vorschaltgeräte ebenso Strom sparen, wie neue Druckmaschinen oder Luftbefeuchtungssysteme. Verschiedene Verbrauchsmaterialien und Verschleißteile werden bei neueren Maschinen oftmals eingespart. Aber auch am Gebäude kann beispielsweise durch Wärmedämmung, Klimatisierung oder der Verwendung von Solarzellen wertvolle Energie gespart werden. Einige, vorherrschende Trends in der Technik sind hier dargestellt:

  • Bei der Wärmerückgewinnung kann auf unterschiedliche Weise die in der Produktion erzeugte oder zum Trocknen verwendete Wärme erneut genutzt werden. Um die Maschinenabwärme im Winter zur Beheizung der Produktionsgebäude zu nutzen, ist eine Niedertemperaturheizung mit großflächiger Wärmeabgabe geeignet. Im Sommer sollten die Maschinen über die Außenluft gekühlt werden. Die Nutzung von Erdwärme und bestimmter Speichertanks kann ebenfalls hilfreich sein.
  • Bei chemiearmen Fotopolymer- und Thermo-Druckplatten entfällt der chemische Belichtungsprozess. Prozessfreie Thermo-Druckplatten gelangen vom CtP-System ohne Umwege in die Druckmaschine und werden dort beim Maschinenanlauf durch die Farbe entschichtet.
  • Bei der Anlaufmakulatur können je nach Druckmaschine und Auftrag mehrere 100 t Papier im Jahr eingespart werden. Dies spiegelt sich natürlich auch bei den Produktionskosten wider. Die Makulatur kann außerdem unabhängig von der Druckmaschine durch prozessorientierte Maßnahmen verringert werden. Konstante Produktions- und Lagerbedingungen sind hierbei sehr hilfreich. Aber auch die Farbwerkstemperierung und die Qualität des Feuchtmittels können Einfluss auf die Makulatur haben.
  • Bei der Reinigung von Druckplatten, Zylindern und Gummitüchern werden oftmals leicht flüchtige Lösemittel benutzt. Die Brancheninitiative zur Vermeidung von Lösemittelemissionen im Offsetdruck versucht die VOC-Emissionen (VOC = flüchtige organische Verbindungen) zu senken, indem Wasch- und Reinigungsmittel mit einem Flammpunkt kleiner 55° C durch Mittel mit einem Flammpunkt über 55° C ersetzt werden. Der Marktanteil leichtflüchtiger Lösemittel in Deutschland wurde seit 1995 um mehr als zwei Drittel reduziert.
  • Biodruckfarben sind Druckfarben, in denen anstatt des sonst üblichen Bindemittels Mineralöl, pflanzliche Öle aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps verwendet werden. Außerdem gibt es lösungsmittelfreie oder migrationsfreie Druckfarben, die besonders gut für Lebensmittelverpackungen geeignet sind. Neue Dosierungssysteme verringern die Menge der benötigten Farbe.
  • Eine gute Feuchtwassertechnik ist entscheidend für den alkoholarmen/alkoholfreien Druck. Temperierung, Filter, Mess- und Dosiertechnik für IPA, Dosierung der Zu_satzstoffe, Frischwasseraufbereitung und Feuchtwalzentechnik müssen genau abgestimmt werden.
  • Der reduzierte Energieverbrauch eines UV-Systems stellt gleichzeitig eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes dar. Seit 2008 zertifiziert die Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachausschusses Druck und Papierverarbeitung der BG ETEM UV-Trocknermodule mit dem Zertifikat „Energieminimierter UV-Druck". Dafür muss eine Senkung des Energieverbrauchs des Trockners um mindestens 30 % nachgewiesen werden.
  • Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg empfiehlt beim Beschneiden von Papier und Karton eine optimale Formatausnutzung, um unnötige Abfallreste zu vermeiden. Neben den lösemittelfreien Leimen Dispersionsleime (Kaltleime) auf Wasserbasis, Heißschmelzklebstoffe und Reaktionsschmelzklebstoffe (PUR-Kleber) gibt es Kaltleimverfahren („Twinflex"), die besonders umweltschonend sind, da nur geringe Mengen benötigt werden und ein minimaler Energieauftrag im Gegensatz zu den Heißschmelzklebstoffen notwendig ist. Dabei wird ein Dispersionsklebstoff mit einem polymeren Isocyanat vernetzt. Bei Drahtbindungen sollten der Draht nicht mit Kunststoff beschichtet und kein Cadmium enthalten sein. Beim Lackieren sollten Drucköle oder wasserbasierte Lacke verwendet werden.

Energieförderung und Beratung. Insbesondere um für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) einen Anreiz zu schaffen, sich stärker mit dem betrieblichen Umweltschutz auseinanderzusetzen, stellt die Bundesregierung im Rahmen so genannter Impulsprogramme branchenunabhängig „grüne" Fördermittel bereit. Im Rahmen des Sonderfonds Energieeffizienz in KMU, einer gemeinsamen Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und der KfW, werden zum Beispiel Zuschüsse für qualifizierte und unabhängige Energieeffizienzberatungen in Unternehmen gewährt. Notwendige Investitionen in energiesparende Maßnahmen, die aus diesen Beratungen resultieren, können dann häufig auch noch über das ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm unterstützt werden.

Für mittelständische Druckdienstleister gibt es weitere Möglichkeiten, unter be_stimmten Umständen an Fördermittel beziehungsweise zinsgünstige Kredite für ihre Investitionsprojekte zu kommen. Zwei Förderprogramme, die in der Praxis vor allem bei etwas größeren Mittelständlern der Branche mit eigener Entwicklungsabteilung zum Tragen kommen dürften, sind das ERP-Innovationsprogramm sowie ZIM, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand.

Erschienen in DD 16/2010

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