Weiterempfehlen Drucken

„Ihre Hausaufgaben müssen die Unternehmer selbst erledigen“

„Banken müssen endlich auch einmal den Mut haben, den Unternehmen kein Geld zu leihen, die es langfristig nicht wert sind.“ Wolfgang Schreiner, Jungfer Druckerei GmbH

Unternehmensfinanzierung. Banken empfehlen den Einsatz externer Experten oft erst dann, wenn der Firmenkunde in die Schieflage abgerutscht ist. Über die Rolle der Kunden, der Kreditgeber und der „Übersetzer“ diskutierten Experten und Unternehmer vor kurzem auf Einladung des Beratungsunternehmens REM Plus in Stuttgart.

Im Jahr 2007 berichtete die „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“ über die Möglichkeit, Erfolgsprobleme frühzeitig gemeinsam zu bekämpfen. Dabei stellte sich heraus, dass Banken erst spät initiativ werden, weil der Status als autonomer und eigenverantwortlicher Kunde so lange nicht infrage gestellt wird, wie die Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden. Umso gravierender erlebt ein Kreditnehmer den Wechsel in der Liquiditätskrise. Eben noch Kunde – jetzt Schuldner ohne Handlungsfreiheit.

Weiterhin sinnvoll? Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung lässt die Frage aufkommen, ob dieses Zuwarten weiterhin Sinn macht. Die Klärung dieser Frage stand im Mittelpunkt der Expertendiskussion. 

In der aktuell schwachen Konjunkturlage kommen als Krisengründe auch die nicht ausgelasteten Kapazitäten und der hohe Verschuldungsgrad mit einem belastenden Kapitaldienst hinzu. Da die Prozesse und der Bedarf so eng aufeinander abgestimmt sind, beeinflusst die Krisenlage eines Kunden den Druckereibetrieb unmittelbar.

Für die folgende Diskussion ist die Fragestellung relevant, ob und wie Banken und Firmenkunden – möglicherweise unter Einbeziehung externer Experten – einer Liquiditätskrise vorbeugen können.

Sabrina Fritz: Meine erste Frage geht an die Banken. Was brauchen Sie an Informationen von Ihren Kunden in der Druckbranche? Was wollen und müssen Sie von Ihren Firmenkunden wissen? Und ab wann müssen Sie dies wissen?

Bernhard Späth: So viel ist klar! In der Krise bestehen größte Informationsnotwendigkeiten. Das Ausmaß und die Länge der Krise hat niemand erwarten oder vorhersehen können. Bis im Tunnel wieder ein Licht zu sehen ist, wird noch einige Zeit vergehen. Daher müssen die Firmenkunden selbst pro-aktiv handeln, auf die Banken zugehen, um sie als strategischen Geschäftspartner zu gewinnen. Sie können das Spektrum an Informationsquellen der Banken nutzen. Die Bilanzdaten des vergangenen Jahres sind für den Kommunikationsaustausch durchaus eine Basis. Aber viel wichtiger sind die Fragen: Wie geht es heute? Und wie geht es voraussichtlich morgen weiter?

Was Banken verunsichert, ist die Haltung von Unternehmern: Es wird schon gut gehen. Vielmehr geht es darum, der Bank als Partnerin das Gefühl zu geben, der Firmenkunde ist vorbereitet. Gerade in der Druckindustrie sind große Investitionsvolumina vergeben. Da ist eine integrative Planung mit einem klaren Ausweis der Liquiditätsentwicklung entscheidend.

Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 »
Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Management

Download: Must-Have-Versicherungen für Druckereien

Mit diesen zehn Policen sichern Sie den Fortbestand Ihres Medienunternehmens

Einhundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – niemand weiß das besser als ein Unternehmer! Völlig egal, ob es nun um den dauerhaften Erhalt von Geschäftsbeziehungen, die Verlässlichkeit von Partnern oder den Fortbestand und Erhalt von Produktionsmitteln und -gebäuden geht – ein Restrisiko bleibt immer. Doch gegen viele Risiken kann man sich heutzutage versichern, gegen einige andere wiederum ist der Abschluss einer Police praktisch zwingend erforderlich, da der Unternehmer und sein Betrieb ohne Absicherung sonst in ihrer Existenz gefährdet sind.

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Deutliche Passerprobleme und Streifenbildungen bei den Druckmustern von Landa.

Landa: viel Show um Nichts?

Wie bereits 2012 glänzt Landa Digital Printing auch auf der Drupa 2016 mit einer fulminanten Show. Die Ankündigungen, dass die Nanografie qualitativ neue Maßstäbe setzen würde, hält aber keiner ernsthaften Betrachtung Stand. An keinem der von uns besuchten Drupa-Stände haben wir schwächere Druckmuster gesehen als bei Landa.
mehr

Zukunft des Digitalen ist Print

17 neue Internetseiten gehen in jeder Sekunde online und auf jeder von Ihnen werden riesige Mengen Content veröffentlicht. Ohne Zweifel: das World Wide Web und die Entwicklung der mobilen Devices haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und die klassischen Medien in Bedrängnis gebracht. Und trotzdem liegt die Zukunft des Digitalen im gedruckten Produkt, ist sich Andrew Davis sicher.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die zehn schönsten Malbücher für Erwachsene

Malbücher für Erwachsene erobern derzeit weltweit die Bestseller-Listen. Spätestens nach dem Erfolg des Malbuchs "Mein verzauberter Garten"der Schottin Johanna Basford war der Trend bei Erwachsenen angekommen, die auf der Suche nach Entspannung nach dem Buntstift greifen. In unserem Ranking haben wir die zehn für uns schönsten Malbücher zusammengestellt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Veranstaltet Ihr Unternehmen eine Mitarbeiter-Weihnachtsfeier?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...