„Ihre Hausaufgaben müssen die Unternehmer selbst erledigen“


Dilger: Wenn ein Banker erklärt, was man als Unternehmer besser machen muss, dann sollte man ihn hinauskomplimentieren.

Späth: Das ist korrekt. Die Kommunikation zwischen Bank und Unternehmern muss stimmen. Die Banken können nur Hilfestellungen geben. Die Hausaufgaben müssen aber Sie, die Unternehmer, selbst erledigen. Andernfalls werden wir nervös.

Schreiner: Banken müssen endlich auch einmal den Mut haben, den Unternehmen kein Geld zu leihen, die es langfristig nicht wert sind. Es muss früher Schicht im Schacht sein.

Ort: Genau das muss das Motto unserer Zeit sein. Banken müssen vor allem Unternehmen mit einem klaren Konzept und einer soliden Führung begleiten und unterstützen, auch wenn es einmal eine Abweichung oder einen Einbruch gibt. Diese Erwartungshaltung habe ich auch von den Banken, und das ist ihre Aufgabe. Es geht auch nicht darum, wahllos hier und da „den Stecker zu ziehen“.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Branche! Druckunternehmen können sich nicht durch neue Technik aus der Krise freikaufen. Die Drucker müssen zügig – auch unternehmensübergreifend – handeln und gemeinsam Wege finden, Kapazitäten zu konzentrieren und den Kunden mit seinen Wünschen „neu entdecken“.

Fritz: Welche Unterstützung holen Sie sich von Beratern ein?

Selbherr: Unsere erste Anlaufstelle ist der Druckverband. Wenn das Beziehungsgefüge zwischen Banken und Kreditnehmer schwieriger wird, macht die Einbeziehung externer  Berater Sinn. Wir erwarten eine eindeutige Botschaft, wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist, die Krise zu überleben.

Bernhard Maatz: Herzlichen Dank für die offene und engagierte Diskussion. Als Fazit ist festzuhalten:

  • Die Kommunikation zwischen Firmenkunden und Banken ist nach allgemeiner Auffassung die wesentliche Herausforderung in der Krise. Die Informationspolitik sollte pro-aktiv sein.
  • Banken sollten sich darauf einstellen, Unternehmen auch dann zu unterstützen, wenn diese sich verkleinern. 
  • Der Weg aus der Krise führt nicht über mehr neue Technik, sondern über eine konsequente Überprüfung aller Prozesse im Hinblick auf konkreten Kundennutzen.
  • Unternehmen sollten sich in Zukunft weder als Industrie- noch als Handwerks­betrieb verstehen. Die Zukunft gehört Hybrid-Unternehmen, die bei Kunden als Dienstleister agieren und die eigenen mit den Leistungen der Kunden verknüpfen, bei der Erzeugung ihrer Produkte aber industriell agieren.
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