Mittelstand mit überraschender Strategievielfalt gegen die Krise


Der Geschäftsführer der Druckerei Schneider, Wolfgang Denzler, in seinem Element: Sein Unternehmen ist spezialisiert auf veredelte Druckprodukte. Das Spektrum reicht dabei von Heißfolienund Blindprägungen über den Kaltfolientransferdruck bis hin zum Prägefoliendruck mit Relief.

Fehlende „Empathie“. Die Druckerei Schneider in Fürth will sich durch Spezialisierung auf veredelte, heißfoliengeprägte Druckprodukte mit entsprechend intensivem Beratungsbedarf gezielt von reinen Internetdruckereien abheben. Denn auch die 17 Mitarbeiter starke Firma aus Mittelfranken spürt den wachsenden Preisdruck im klassischen Akzidenzbereich 50/70, der bislang die einschichtige Produktion dominierte. Kleinoffsetaufträge wiederum haben sich bei Schneider wie vielerorts in den Digitaldruck verlagert, weil dort wirtschaftlicher, in Kleinstauflage und personalisiert produziert wird. Hier ist in naher Zukunft die Investition in eine Webshop-Applikation mit einfachem Backoffice geplant – mittelfristig gar mit eigenen Ambitionen im Bereich Web-to-Print.

Doch wie erwähnt erkennt Geschäftsführer Wolfgang Denzler vor allem im Bereich Veredelung noch gewisse Marktchancen, weshalb der Betriebswirt seit geraumer Zeit verstärkt auf Werbeagenturen zugeht, wo solche Produkte kreativ entstehen. Mehrfach hat die Druckerei erfolgreich Open Houses veranstaltet, wo den Kreativen bei laufender Prägeproduktion die vielfältigen Möglichkeiten der Druckveredelung aufgezeigt wurden. „Bei den Agenturen besteht in vielen Bereichen der Veredelung oft noch Aufklärungsbedarf in Sachen Datenmanagement, Prägewerkzeuge und Wirtschaftlichkeit/Kosten“, weiß Wolfgang Denzler.

Aktuellste Entwicklung bei Schneider: Neben der engen Zusammenarbeit mit dem Hersteller Leonard Kurz Prägefolientechnik steht die Druckerei kurz vor dem Abschluss einer offiziellen Kooperation mit einer Druckerei im Formatbereich 70/100. Ziel ist die Nutzung von Synergien im gesamten Bereich der Druckveredelung über beide Formatklassen hinweg, speziell jedoch im Kaltfolientransferdruck.

Im Allgemeinen beobachtet Denzler deutliche Überkapazitäten in einem schrumpfenden Auftragsmarkt. Neuinvestitionen im Bereich der Produktionsmittel seien dann meist nochmals 30 % leistungsfähiger, was das Problem weiter verschärfe. Dass aber von mancher Druckerei sogar Verkaufspreise gemacht würden, die gerade einmal die Leasingrate der Maschine reinholen, sei absolut nicht nachvollziehbar.

Sich immer wieder mit dem Thema „Alleinstellungsmerkmale finden“ zu beschäftigen, gehört heute wohl für die meisten Drucker zum Alltagsgeschäft; doch Wolfgang Denzler geht da gedanklich einen Schritt weiter: Man müsse sich auch Marktkenntnisse und Insiderwissen über die Branchen der Endkunden erarbeiten, um dem Kunden möglichst frühzeitig ganzheitliche Lösungen für aufkommende Problemstellungen anbieten zu können – und nicht nur bedrucktes Papier. Oft fehle es Druckern an der Empathie für entstehende Printproduktionen. „Hilfreich beim Erkennen der Nöte nach bestimmten Lösungen in den jeweiligen Branchen ist der ständige Dialog mit Printbuyern“, so Denzler.

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