Mittelstand mit überraschender Strategievielfalt gegen die Krise


Alois Palmer, Geschäftsführer der ICS GmbH (Bergisch Gladbach).

Investment und Werbung. Alois Palmer, gelernter Schriftsetzer, Drucktechnik-Ingenieur und Geschäftsführer der ICS GmbH (Bergisch Gladbach), setzt auf antizyklische Investitionen, um in „zwei Jahren, nach Erholung der Märkte, mit vollem Potenzial agieren zu können“. Sein vollstufiges Unternehmen mit 42 Mitarbeitern war vor zehn Jahren aus dem Offset kommend massiv in den Digitaldruck eingestiegen, betreibt heute beide Druckverfahren parallel und verfügt im Digitaldruck über farbige und monochrome Bogen- und Rollensysteme. Seit Herbst 2008 hat Palmer rund 1,8 Mio. Euro investiert – in eine HP Indigo 7000 (hochgerüstet auf sieben Farben) und den neuen HP Indigo UV-Coater, um künftig erfolgreich den Markt für veredelte Digitaldrucke zu besetzen. Eine Sechsfarben-Offsetmaschine im Halbformat soll demnächst folgen und in der Weiterverarbeitung setzt man bei ICS neuerdings auf eine Horizon-Rückstichheftanlage und bald auch auf eine neue Schneidemaschine. Bedient werden die drei Geschäftsfelder/Kundenkreise Akzidenzdruck, Verlage (Lose-Blatt-Werke) und Versicherungen.

Angesprochen auf die Finanz-/Bankenkrise gibt sich Alois Palmer selbstbewusst: „So ein Paket ist auch in Krisenzeiten finanzierbar, wenn die Rahmenbedingungen in der Firma stimmen.“ ICS habe hierfür seine Hausaufgaben gemacht, auch wenn dies mitunter bittere Einschnitte nötig machte. So wurde letztes Jahr die Schließung des Vorstufenbereichs Satz/Programmierung beschlossen. Daran seien keinesfalls die Mitarbeiter schuld, betont Palmer, sondern die Marktbedingungen erforderten letztlich diese Reaktion. Heute beschäftige ICS zwar 20 % weniger Personal wie im Vorjahreszeitraum, sei dafür aber weiterhin gesund aufgestellt.

Zwei weitere Punkte scheinen den Erfolg des Unternehmens auszumachen: Einerseits punktet auch ICS als innovativer Ideenentwickler und Fullservice-Dienstleister für Spezialprodukte wie etwa vollkonfektionierte, mehrfach individualisierte Kundenmappen (Palmer: „Solche schwierigen „Fummel-Jobs“ sind bei uns an der Tagesordnung; dies hinzubekommen macht oft den Unterschied aus und bindet Kunden“). Zum anderen betreibt der Unternehmer seit Jahren engagiert Eigenwerbung für ICS – in Fachzeitschriften, durch Mailingaktionen auf Basis hoch qualifizierter Adressdatenbestände oder auch im Sportsponsoring. Maßnahmen, die laut Palmer von Kollegenbetrieben völlig unterschätzt würden und über die Jahre hinweg reichlich Kunden gebracht hätten.

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