Mittelstand mit überraschender Strategievielfalt gegen die Krise


Bogenoffset-Printproduktion bei Roco-Druck: „Standardisierte Hightech-Schnellkopierer“.

Kreatives aus der „Mach-Bar“. Auf reichlich Neukunden hofft auch die Buchbinderei Henrich in Feldkirchen bei München, denn hier wird zukünftig ebenfalls verstärkt auf Werbemaßnahmen gesetzt. Das von Raymund Henrich vor 25 Jahren als Handbuchbinderei gegründete Unternehmen wurde zwischenzeitlich auf industrielle Produktion mit Schwerpunkt Wire-O-/Drahtkammbindung, Kalenderarbeiten sowie als Alleinstellungsmerkmal das Bohren bis 30 mm Durchmesser umgestellt. Mit seinen zehn Mitarbeitern besetzt Henrich somit eine Nische im Großraum München, da es in diesem Fertigungsbereich deutlich weniger Mitbewerber gibt als etwa beim Sammelheften/Klebebinden/Lohnfalzen. Zudem positioniert man sich gerne als „Problemlöser“ für Sonderanwendungen mit speziellen Techniken/Materialien, zum Beispiel für Geschäftsberichte mit Holz- oder Metalldeckeln.

Entwickelt werden neue, kreative Finishingideen bestenfalls gemeinsam mit dem Kunden an der hauseigenen „Mach-Bar“, denn „es gibt praktisch kein Produkt, das ich dem Kunden nicht anbieten könnte, unter anderem auch realisiert mit Partnern“, wie Raymund Henrich betont. Leider beobachtet der Handbuchbindemeister aber oft, dass es ausgerechnet am wichtigen Dialog zwischen den Kreativen, sprich den Werbeagenturen, und der Weiterverarbeitung als dem „entscheidenden abschließenden Schritt in der Printproduktherstellung“ mangelt.

Raymund Henrich

Die neueste Erfindung aus dem Hause Henrich, ein kompaktes Bindeelement aus Aluminium oder Edelstahl, das es ermöglichen soll, beispielsweise gravierte Metalldeckel einzuhängen und um 360 Grad zu drehen/blättern, befindet sich aktuell in der Patentprüfung. Raymund Henrich hofft mit dem Produkt schon bald ein außerordentliches Geschäftsfeld aufstoßen zu können.

Ansonsten setzt die Buchbinderei, Innovationspreisgewinner 2008, immer auf modernste Technik (eine antizyklische Investition ist gerade in der Planung) und die kontinuierliche Weiterbildung seines Fachpersonals. Die im Moment zu beobachtenden Investitionsstaus rühren aus Henrichs Sicht nicht nur von der Wirtschaftskrise her, sondern weil die Banken Vorfinanzierungen und Kreditvergaben inzwischen von zu erstellenden Zwei-Jahres-Plänen (die unter anderem die monatliche Umsatzentwicklung und die der Zahlungseingänge beinhalten müssen) abhängig machen. Hauptproblem derzeit sei aber die mangelhafte Zahlungsfähigkeit der Kunden; selbst größere Klienten seien derzeit leider vor Liquiditätsengpässen nicht gefeit ...

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