Mittelstand mit überraschender Strategievielfalt gegen die Krise


Dieter Hinze, Geschäftsführer der CRT Medienproduktion GmbH (Neuss).

Vom Kunden zum Chef. Dieter Hintze ist seit vier Jahren Geschäftsführer der CRT Medienproduktion GmbH. Das Unternehmen muss wohl bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen haben, denn zuvor war er noch Kunde des in Neuss ansässigen Vorstufendienstleisters gewesen. Die Standbeine der 1963 gegründeten, überregional tätigen CRT sind zum einen zu 50% die klassische Lithografie rund um Satz, Reinzeichnung, Bildbearbeitung, Gestaltung und Proof, zum anderen bewegt man sich seit 1999 mit dem Online-Anzeigen- und Printproduktionssystem Adkit im Web-to-Print-Markt für Werbeunterlagen – im Kreislauf zwischen Kunde/Dachorganisation, Mediaagentur und Handelspartner. In jüngster Vergangenheit forciert die Firma zusätzlich ihr Engagement in der Verpackungsdruckvorstufe.

„Aktuell schrumpft der Markt – mit der gleichen Kundenzahl wird weniger Umsatz generiert“, berichtet Dieter Hintze. Auch ist die Mitarbeiterzahl in Neuss in den vergangenen Jahren von 40 auf 28 Leute zurückgegangen. Ein sinkender Qualitätsanspruch der Kunden bei den Produktionsdaten sei zu beobachten („Good-enough-Mentalität“), was dazu führe, dass meist nur noch die „Problemjobs“ an die Litho gehen – und man trotzdem immer wieder in Rechtfertigungspflicht aufgrund angeblich zu hoher Kosten gerate. Doch der höhere Aufwand für optimale Daten habe nun mal seinen Preis. Die Datenaufbereitung bei Standardjobs würde deshalb vermehrt vom Kunden selbst erledigt, was aber eben in Sachen Standardkonformität und Farbkonvergenz der PDFs nicht immer zu 100% ausreiche.

Deshalb geht CRT inzwischen verstärkt direkt auf die Industriekunden, sprich die Endkunden zu, und baut in einem eigenen Profitcenter selbst Agentur-Know-how auf. Zudem spielt CRT eine aktuelle Entwicklung in die Karten: Der Gesellschafter des Unternehmens hat jüngst seine Anteile an einen Wettbewerber (LSD, Düsseldorf) verkauft, der sich äußerst erfolgreich und wachsend in der Verpackungsvorstufe bewegt. Durch diese Fusion und die weitere Eigenständigkeit der drei Partner (LSD hatte zuvor bereits die „cool“-Werbeagentur übernommen) könne man künftig zahlreiche Synergieeffekte nutzen und am Markt ausspielen.

Für seinen Bereich setzt der Drucktechniker Dieter Hintze in die Wirtschaftskrise, die sich aus seiner Sicht immer mehr zu einer Liquiditätskrise entwickelt, sogar gewisse Hoffnungen. Denn er sieht nun die Chance gekommen, dass aufgrund der widrigen Einflüsse endlich Bewegung in den Dialog und die technischen Abläufe zwischen Werbeagentur, Kunde und Mediendienstleister komme. Es bestünde Hoffnung, dass jetzt „zeitfressende Prozesse innerhalb von Agenturen oder Marketingabteilungen abgeschnitten und durch effektivere Prozesse beim Mediendienstleister ersetzt werden“, so Hintze. Auf diese Art und Weise werde endlich ein strukturiertes Arbeiten entlang der ganzen Prozesskette und somit letztlich ein prozessorientiertes Marketing, zum Beispiel durch Bilddatenbanken und auch mit den „bisher oft verteufelten Online-Freigabetools“, möglich.

Erschienen in DD20/2009

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