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Die Bilanz: Chance für neue Strategien

Jahresabschluss. Dieser zweiteilige Beitrag zeigt, was Druckereien aus ihrer Bilanz lernen können – und wie sich diese Erkenntnisse als Anregung für neue Konzepte nutzen lassen.

Beim Stichwort Bilanz stöhnen die meisten Drucker. Sie denken sofort an den Zeitaufwand für Inventur und Bewertung, der anderweitig nutzbringender eingesetzt werden könnte. Viele schieben daher diese „Sträflingsarbeiten“ vor sich her, mahnt selbst der Steuerberater nicht zur Eile. Schließlich lassen sich durch eine späte Abgabe von Bilanz und Steuererklärung Steuernachzahlungen weitgehend zinsfrei auf später verlegen.

Wenn aber das Geschäftsergebnis unter dem des Vorjahres liegt? Dann hat man länger auf Steuerrückzahlungen zu warten und auf einen Steuerbescheid, der reduzierte Steuer-vorauszahlungen gestattet. Erst ein fertiger Jahresabschluss verweist auf Stärken wie Schwächen des Betriebes, die es zu fördern oder zu bekämpfen gilt. Daher bewertet eine kreditgebende Bank eine späte Bilanz-Vorlage nach Basel II als Qualitätsmangel des kaufmännischen Managements ihres Kunden – mit entsprechend nachteiligen Folgen für die Gestaltung der Kreditkonditionen. Erweist sich doch ein Jahresabschluss als Fundgrube für Anregungen aller Art, die es frühzeitig zu nutzen gilt.

Verlust von Großkunden. Beispielhaft werden in diesem Beitrag die drei letzten Jahresabschlüsse einer alteingesessenen Druckerei in einer norddeutschen Kleinstadt analysiert (siehe Tabelle Seite 10): Anfang 2006 konnte ein namhaftes Unternehmen als Kunde gewonnen werden, mit dem ein Jahresumsatz von rund 300000 Euro erwirtschaftet wurde. Ein Jahr später konfrontierte der Kunde die Druckerei jedoch mit Forderungen nach hohen Preiszugeständnissen, die diese Geschäftsverbindung zu einem Verlustträger gemacht hätten. Da der Drucker das Ansinnen des Unternehmens ablehnte, wanderte es zur Konkurrenz ab. Zwei weitere Großkunden, die zusammen rund 300000 Euro zum Umsatz des Betriebes beigesteuert hatten, forderten nahezu zeitgleich ebenfalls überhöhte Zugeständnisse: insgesamt also ein Umsatzminus von knapp 600000 Euro durch den Verlust von drei Großkunden in 2007. In der Folge trennte sich der Druckereiinhaber darum von einem Mitarbeiter. Da intensive Bemühungen, neue Kunden zu akquirieren scheiterten, musste er 2008 einen weiteren Mitarbeiter entlassen.

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