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„Cash“ ist in schwierigen Zeiten König

Eine verbesserte Liquiditätssicherheit wirkt sich auch beim Basel-II-Rating für die Kreditvergabe positiv aus.

In Zeiten schwieriger Markt- und Finanzierungsverhältnisse rückt die Liquidität wieder stärker in den Fokus des Managements. Liquiditäts-Fitnessprogramme sind dabei das Gebot der Stunde.

Dabei geht es primär um die Ausschöpfung von Liquiditätsreserven aus dem laufenden Geschäft. Diese liegen einerseits in der Freisetzung von im Umlaufvermögen gebundenem Kapital („working capital“) als auch in der Optimierung des Einkaufs.

Konsequentes Mahnwesen. Gerade mittelständische Unternehmen tun sich schwer, das „working capital“ zu reduzieren. Die Reserven liegen hier in einer Beschleunigung der Durchlaufzeit der Aufträge um die Kapitalumschlagshäufigkeit zu steigern und den Geldrückfluss zu verkürzen. Dazu gehört ein durchgehender und reibungsloser Workflow, eine hohe Produktivität und eine leistungsfähige Auftragssteuerung.  Die Fakturierung, letztes Glied in der Wertschöpfungskette, ist dabei häufig eine Schwachstelle. Aufträge, die zum Beispiel am Monatsanfang ausgeliefert wurden, werden in vielen Fällen in der Praxis erst an einem bestimmten Stichtag gegen Ende des Monats („wir müssen noch Umsatz machen“) fakturiert. Berücksichtigt man, dass Kunden meist erst vier bis sechs Wochen nach Rechnungseingang bezahlen, so bedeutet dies, dass der Liquiditätszufluss erst nach zwei Monaten einsetzt. Jedes Unternehmen kann sich selbst ausrechnen, wie viel Zinsverlust (und damit Liquidität) dies bedeutet, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass zur Bedienung der Lieferantenverbindlichkeiten eventuell teure Kontokorrentkredite in Anspruch genommen werden müssen. Zu einem Liquiditätsfitnessprogramm gehört also eine zeitnahe Abrechnung/Fakturierung (in den meisten grafischen Unternehmen in der Verantwortung der Kundenbetreuer) und ein konsequentes Mahnwesen zur Verkürzung der Debitorenlaufzeit.

Factoring. Eine immer häufigere Form der Verbesserung der Liquidität ist in diesem Zusammenhang das Outsourcing der Forderungen gegen eine Gebühr an eine Factoringgesellschaft, die dann auf eigenes Risiko die Forderungen verwaltet. Neben der damit verbundenen Liquiditätssicherheit gibt es mit dem Factoring noch weitere Liquiditätsvorteile wie beispielsweise die schnellere Bezahlung von Lieferantenverbindlichkeiten unter Ausnutzung von Skonto und Rabatten. Darüber hinaus verbessert sich die Bilanz und damit auch das Rating, was sich wiederum positiv auf Kredite und deren Konditionen auswirkt. Es ist jedoch von der jeweils individuellen Situation und den Kunden abhängig, wieweit Factoring für ein Unternehmen von Vorteil ist.

Lieferanten als Partner. Zur Reduzierung des „working capitals“ spielt ein professionelles Materialmanagement eine wesentliche Rolle. Defizite liegen hier in der Praxis weniger in der Bestandsführung als vielmehr in einer professionellen und partnerschaftlichen Pflege von Lieferantenbeziehungen. Erfolgreiche Unternehmen behandeln Lieferanten ebenso wie Kunden. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich erfahrungsgemäß bessere Konditionen d.h. auch längere Zahlungsziele aushandeln als wenn die Lieferantenbeziehung ausschließlich auf das Erzielen günstiger Preise ausgerichtet ist.
Professioneller Einkauf bedeutet auch eine Aufwertung der Einkaufsfunktion im Unternehmen. Häufig laufen die Prozesse noch in „eingefahrenen Geleisen“ ab, sind dezentral auf mehrere Stellen im Unternehmen verteilt (z.B. Sublieferanten im Verkaufsinnendienst, Rohstoffe bei technischen/oder kaufmännischen Leitung). Eine kritische Durchleuchtung und gegebenenfalls eine Zentralisation des Beschaffungswesens kann häufig zu einer veränderten Lieferantenstruktur und damit auch zu anderen, liquiditätsfördernden Konditionen führen.

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