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Nachhaltigkeit als Pflicht

Probleme, Verantwortung und Lösungswege für den nachhaltigen Druck

Das Thema Nachhaltigkeit beherrscht inzwischen nahezu alle Wirtschafts- und Industriezweige und auch die Druckbranche kann sich dem gesellschaftlichen Wertewandel nicht verschließen. Die Grundlagen für eine ökologischere Produktion liegen dabei nicht allein in der Eigenverantwortung der Unternehmen oder dem Druck veränderter Konsumentenansprüche. In vielerlei Hinsicht ist der Weg zur nachhaltigen Druckindustrie auch von rechtlichen Vorgaben vorgezeichnet – die gleichermaßen Verpflichtung wie auch Zukunftschance sind.

Problemstellung: Die Folgen der Produktion

Wie alle verarbeitenden Branchen hinterlässt selbstverständlich auch die Druckindustrie ihre Spuren in der Umwelt. Diese entstehen hauptsächlich und naturgemäß durch den Verbrauch an forstwirtschaftlichen und chemischen Produkten und die mit dem Druckprozess einhergehenden Emissionen verschiedendster Art.

Dazu gehören nicht allein die flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs), die Farb- und Pudernebel, der Papierstaub und das Ozon. Dazu kommen auch akustische und thermische Emissionen in Form von Motoren, Getrieben, Druckluft und Falzapparaten – nicht zu vergessen die bei der Produktion entstehende Abwärme. Da laut Marketingstratege Andrew Davis die Digitalisierung eher eine Zukunftschance denn das Todesurteil für die Druckindustrie darstellt, wächst die Verantwortung für die Branche hinsichtlich einer nachhaltigeren Arbeitsweise umso mehr.

Dies gilt vor allem deshalb, als Auswirkungen auf die Umwelt durch verarbeitende Unternehmen niemals wirklich ganz verhindert werden können. Sie können aber zumindest auf ein überschaubares Niveau gesenkt werden, wobei ein stärkeres Engagement bezüglich des Umweltschutzes und Maßnahmen für Klimaneutralität im Druck inzwischen unabdingbar sind. Umweltthemen wie die CO2-Reduzierung, die Verminderung des Energieverbrauchs, der Druck ohne Alkohol (und nach Möglichkeit ohne Feuchtwasser), der Einsatz von Farben ohne Lösemittelrückstände gewinnen dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung: Politik, Gesetzgebung, Stakeholder und die großen Printbuyer wie Markenartikelhersteller, Banken, Versicherungen und öffentliche Einrichtungen fordern zunehmend mehr unternehmerisches Umweltbewusstsein, die Betriebe wiederum tragen diese Forderung an ihre Lieferanten weiter.

Zwischen Eigenverantwortung und gesetzlicher Verpflichtung

Um die Zukunftsperspektiven eines Druckunternehmens zu wahren, gehört es also unter anderem dazu, die eigene Verantwortung hinsichtlich des Umweltschutzes wahrzunehmen. Nachhaltige und umweltverträgliche Produkte und Produktionsabläufe sind nicht allein ein Image-, sondern gleichermaßen ein Wettbewerbsfaktor – und ein besonders kritischer noch dazu, denn die Verbraucher unterscheiden immer häufiger zwischen echtem Engagement und dem sogenannten Greenwashing. Nachhaltigkeit bedeutet in dieser Hinsicht neben dem verantwortlichen Umgang mit Ressourcen etc. eben genauso eine langfristige, ganzheitliche und vor allem glaubhafte Umstrukturierung.

Die rechtliche Perspektive

Die EU-Umweltpolitik gibt unter anderem die Richtlinien für die nationalen Luftschutzgesetze vor.

Die Rechtslage trägt darüber hinaus ihren Teil zu diesem Umstrukturierungsprozess bei, indem sie verbindliche und immer strengere Richtlinien vorgibt. In deren Entwicklung sind verschiedene Institutionen involviert, angefangen mit dem Environment Directorate  der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  (OECD) und den verantwortlichen Akteuren der EU, die die Umweltrichtlinien auf europäischer Ebene vorgeben. Die Zielsetzung der EU-Umweltpolitik  steht dabei unter dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und umfasst daher die Bereiche:

  • Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Verbesserung ihrer Qualität;
  • Schutz der menschlichen Gesundheit;
  • umsichtige und rationelle Verwendung der natürlichen Ressourcen;
  • Förderung von Maßnahmen auf internationaler Ebene zur Bewältigung regionaler oder globaler Umweltprobleme, insbesondere zur Bekämpfung des Klimawandels.

Die Richtlinien dienen einerseits dazu, die Gesetzgebung und Verordnungen der Mitgliedstaaten in gewisser Weise zu vereinheitlichen. Das bedeutet, dass sie in den Gesetzen der jeweiligen Länder berücksichtigt werden müssen – das gilt beispielsweise für die Gefährdungs- und Umwelthaftung, unter die wiederum Luft-, Wasser- und Bodenschutzgesetze, die Immissionsgrenzwerte (für Verunreinigungen, Lärm und Erschütterungen) sowie der Umgang mit Chemikalien und Gefahrgütern fallen.

Abgesehen davon können grafische Betriebe im Zusammenhang mit Umweltschutzpflichten sowohl nach Zivilrecht als auch nach Strafrecht haftbar gemacht werden – für Unternehmen ist daher eine Haftungsversicherung gegen Umwelt- und umweltbedingte Personenschäden vorgeschrieben. Das Haftungsrisiko kann zusätzlich durch ein funktionierendes Umweltmanagement reduziert werden.

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