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Nur wer die Mitarbeiter ins Boot nimmt, kommt wirklich voran

Alle Prozesse sind genau definiert.

Ablaufoptimierung. Jeder Druckdienstleister ist bestrebt effektiver und schlanker zu produzieren, um dem allgegenwärtigen Preisdruck widerstehen zu können. Doch weitaus weniger Unternehmer haben verstanden, dass es mit der Investition in neue Maschinen und Software noch längst nicht getan ist.

Der Druck- und Mediendienstleister Walter Medien in Brackenheim-Hausen feiert dieses Jahr sein 60-jähriges Jubiläum. Ein beachtliches Alter. Der Unternehmensphilosophie jedoch sind keine Alterserscheinungen anzumerken, ganz im Gegenteil. Der Betrieb hat sich gerade in den letzten Jahren regelrecht neu erfunden und ist beständig dabei, Abläufe und Prozesse zu optimieren. Spezialisiert hat sich Walter Medien vor allem auf die Business-to-Business-Kalenderproduktion, bei der allein etwa 12 000 Aufträge im Jahr den Betrieb durchlaufen, und auf Akzidenzen, die sich aus der grauen Masse herausheben. Insgesamt etwa 150 Mitarbeiter sorgen im Drei-Schicht-Betrieb für eine Produktion rund um die Uhr.

Stetige Verbesserung. Der Drucksaal wurde komplett umgekrempelt. Wo vormals vier Druckmaschinen mit unterschiedlichen Plattengrößen im Einsatz waren, stehen heute nur noch zwei Maschinen. Die Business-Simulationssoftware von Heidelberg hatte die Auftragsstruktur analysiert und errechnet, dass zwei moderne Druckmaschinen im 3B-Format 30 Prozent mehr Kapazität schaffen würden, als mit der zuvor doppelten Maschinenzahl. Mehr Durchsatz wird unter anderem durch den effektiveren Maschinentyp gewährleistet, aber auch dadurch, dass man Aufträge flexibel einteilen kann, weil dasselbe Plattenformat verwendet wird.

Faktor Mensch. Veränderungen im Betriebsablauf können nur dann wirklich Erfolg haben, wenn sie von den Mitarbeitern getragen und gelebt werden. Darauf wurde bei der Einführung des neuen Management-Informations-Systems (MIS) im Jahre 2006 besonders geachtet. „Das Projektteam wurde mit „Power-Usern“ aus den jeweiligen Abteilungen verstärkt, die als Multiplikatoren ihre Erfahrungen in den Betrieb zurückgaben“, so Manfred Trumpf, Leiter IT und Organisation bei Walter Medien. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass die Produktion effektiver und schlanker werden muss. Zuvor, so Manfred Trumpf, herrschte im Unternehmen eine regelrechte Aufgeregtheit. Abstimmungsbedarf, fehlende Infos und Rückfragen führten zu hohem Kommunikationsbedarf. Das hat sich nach der Umstrukturierung und der Einführung des MIS gründlich geändert. Die Prozesse sind definiert, es gibt wenig oder gar keine Rückfragen.

Über 15 Jahre setzte man bei Walter Medien  auf die Unix-basierte Kalkulationssoftware Syogra UX. Für die reine Vor- und Nachkalkulation hatte das System seine Vorzüge, die Abbildung von Prozessen oder Abläufen wurde aber in keiner Weise unterstützt.

Zwei moderne Druckmaschinen von Heidelberg schaffen heute mehr Durchsatz, als vormals vier Maschinen mit unterschiedlichem Bogenformat.

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