Nur wer die Mitarbeiter ins Boot nimmt, kommt wirklich voran


Walter-Medien-Marketingleiter Volker Hug, Printplus-Berater Max Spies und Manfred Trumpf, Leiter IT und Organisation bei Walter Medien, berichten über ihre Erfahrungen.

Nach Definition von Leistungskatalog und Anforderungsprofil kamen wenige Produkte in die engere Auswahl, die das Projektteam dann vor Ort genauer in Augenschein nahm. Recht schnell fiel die Wahl auf Printplus, der Schweizer MIS-Anbieter präsentierte für praktisch alle Anforderungen eine Lösung. Und dabei sind die Ansprüche gerade im Bereich Kalenderverlag hoch, da die mehr vetriebsorientierten Vorgänge mit Standard-Druckereipaketen gar nicht abgebildet werden.

Printplus dagegen machte mit dem Handelsmodul einen guten Eindruck. Der Webshop www.kalender.walter.de für die Kalenderbestellung ist jedoch eine Eigenentwicklung von Walter Medien, da die bisherige Ausprägung des Webshops von Printplus optisch zu unflexibel und zu technisch daher kommt. Das soll sich mit dem neuen Web-to-Print-Modul von Printplus ändern, das gerade veröffentlicht wird. Für den nötigen Datenfluss vom selbst entwickelten Webshop in das Printplus-MIS sorgt der XML- und JDF-basierte Printtalk-Standard. JDF spielte im Anforderungskatalog natürlich eine Rolle, der Einsatz in der Praxis ist aber erst für 2009 anvisiert, wenn auf den XMF-Vorstufenworkflow von Fujifilm gewechselt wird. Bisher wird Celebrant von Fujifilm verwendet. In dem modernen XMF-System ist die Adobe PDF Print Engine enthalten, und auch die Übernahme der Ausschießinformationen (Stripping Parameter) in die integrierte Bogenmontagesoftware ist damit vorgesehen. Der technische Aspekt ist vielleicht weniger anspruchsvoll, als die Anforderung, dass aus dem MIS die korrekten Ausschießparameter übergeben werden müssen, wenn man die Vorteile des standardisierten Montierens nutzen will. Hier kann der Druckdienstleister aus Brackenheim aber den Vorteil ausspielen, dass Vorstufen- und Verkaufsprofis stets in räumlicher Nähe zueinander arbeiten. Zurzeit wird bei Walter Medien noch Preps von Kodak für die Bogenmontage eingesetzt. Diese weit verbreitete Lösung hat durch den Template-basierten Ansatz den Nachteil, dass man schnell mit Unmengen von Vorlagen hantiert.

Die elektronische Plantafel wurde Anfang 2008 in Betrieb genommen, nachdem Printplus noch einige für Walter Medien wichtige Erweiterungen vorgenommen hat. Dank dieses Moduls konnte die tägliche Produktionsplanungssitzung aller Abteilungsleiter eingespart werden, für die täglich eine St

Das Informations-Cockpit erlaubt schnellen Blick auf die wichtigsten Kennzahlen.

unde Arbeitszeit aufgewendet wurde. Heute sind offene Fragen mit einem 15-Minuten-Meeting zweier Mitarbeiter erledigt. Die bisherigen Veränderungen haben sich für Walter Medien sehr positiv ausgewirkt, die Optimierungsprozesse gehen aber kontinuierlich weiter. Auch kleinste  Details können sich auswirken. In Projektteams tauschen sich die Mitarbeiter aus.  Dieser Zeiteinsatz lohnt sich schnell, dennoch gibt es nicht allzu viele Druckereien, die ihren Mitarbeitern die nötigen Freiräume dafür schaffen.

Printplus-Historie 

Hintergrund. Die Printplus AG aus dem schweizerischen Diepoldsau kann mit seinen Printplus-Kalkulations- und Management-Informations-Systemen (MIS) auf eine 25-jährige Geschichte zurückblicken. Entstanden ist die heutige Firma nach einem Management-Buy-out im Jahre 1992. Angefangen hat es 1984 als Bolliger AG, gegründet von Ernst Bolliger; erstes Produkt war eine Kalkulationssoftware für MS-DOS, die im ersten Jahr bei zehn Kunden installiert wurde. Heute beschäftigt Printplus etwa 30 Mitarbeiter und betreut nach eigenen Angaben 400 Kunden mit mehr als 5 000 Anwendern in der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Deutschland. Zu den Hauptprodukten gehören die Branchensoftwarelösungen Printplus Druck (empfohlen ab 30 Mitarbeitern), Druck X für Kleinbetriebe mit überschaubarem Budget und weniger als 30 Mitarbeitern sowie Printplus Verlag für Tageszeitungen, Zeitschriften, Buch- oder Kartenverlage.

Erschienen in DD 13/2009

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