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Personalentwicklung, aber wie?

Marc Schnizer, Geschäftsführer Cartondruck (Obersulm).

Mitarbeiter sind das Kapital eines Unternehmens. Sie zu fordern und zu fördern gehört zu den Königsdisziplinen für Geschäftsführer. Wie Personalentwicklung richtig angegangen werden kann, erörterten neun Branchenexperten in der Gesprächsrunde "Perspektive Print".

Mit dem spannenden Thema „Personalentwicklung“ ging die Expertenrunde der Fachmagazine Deutscher Drucker und Publishing Praxis und der Unternehmensberatung GC Graphic Consult in ihre 9. Runde. Die Diskussion ausgewiesener Branchenkenner zu verschiedensten Themenkomplexen stößt auf wachsendes Interesse in der Branche und findet somit hohe Anerkennung. Entsprechend hochkarätig besetzt war deshalb auch diese Ausgabe der Perspektive Print. Die Teilnehmer an der Diskussionsrunde im einzelnen:

  • Stefan Aumüller, Geschäftsführer Aumüller Druck (Regensburg)
  • Helge Beisner, Geschäftsführer Beisner Druck (Buchholz)
  • Oliver Curdt, Geschäftsführer Landesverband Druck & Medien NRW
  • Thorsten Drews, Geschäftsführer Werner Achilles (Celle)
  • Dr. Hans-Peter Hohr, Leiter Personalentwicklung Heidelberger Druckmaschinen AG
  • Marc Ortmann, Geschäftsführer Ortmann Team (Ainring, München)
  • Marc Schnizer, Geschäftsführer Cartondruck (Obersulm)
  • Dr. Uwe Schürmann, Geschäftsführer Gundlach Verpackung (Bielefeld)
  • Frank Schulze, Prokurist Meyle+Müller (Pforzheim)
  • Moderation: Bernhard Niemela, DD-Chefredakteur, und Dr. Wolfgang Jeschke, Geschäftsführer GC Graphic Consult
  • Expertin: Mareike Lehmann (GC Graphic Consult)

Perspektive Print: Unsere Gesellschaft altert, mit der Folge, dass immer weniger junge Leute aus den Schulen kommen. Deshalb wird es mittelfristig vielleicht auch schwierig, entsprechende Führungskräfte zu finden. Wie nehmen Sie das wahr? Ist das eine Entwicklung, die Sie in Ihrem Unternehmen bereits registrieren?

Marc Ortmann: Diese Entwicklung registrieren wir nicht. Grundsätzlich kommt bei uns fast der gesamte Nachwuchs aus der Ausbildung. Das heißt, der Bereich Ausbildung ist bei uns der entscheidende Punkt. Fast alle Mitarbeiter haben auch bei uns gelernt.

Perspektive Print: Und wenn Sie Auszubildende suchen? Stellen Sie da eine Veränderung in der Qualität fest?

Marc Ortmann: Über mehrere Jahre hinweg ja. Also jetzt nicht irgendwie aktuell in den letzten ein, zwei Jahren. Was man feststellen kann, ist die Tatsache, dass Auszubildende starten und sich dann gern wieder umorientieren.

Perspektive Print: Wie sehen die neuen Bachelorstudiengänge aus? Der Praxisbezug ist dort längst nicht mehr so ausgeprägt wie früher bei den Diplomstudiengängen.

Oliver Curdt: Hier gibt es in der Tat Handlungsbedarf. Deshalb haben wir nach Gesprächen mit den Unternehmern in Nordrhein-Westfalen zusammen mit der Universität Wuppertal ein duales Studium quasi letztes Jahr aus der Taufe gehoben. Dort wird ein ausgiebiger praktischer Teil, also eine Ausbildung zum Drucker oder zum Mediengestalter, kombiniert mit einem achtsemestrigen Studium zum Bachelor. Sodass dieser praktische Teil sehr viel stärker ausgeprägt ist. Und wir nehmen dort sozusagen die Funktion der Berufsschule wahr. Weil wir nämlich auch festgestellt haben, dass in den Berufsschulen oftmals Dinge vermittelt werden, die eigentlich in der Praxis gar nicht so relevant sind. Was zum Teil an der Ausstattung, aber auch an der Qualifizierung des Personals liegt. Diese Lücke wollen wir schließen, stellen aber fest, dass die praktische Umsetzung ganz schön schwierig ist. Zwar haben wir viele Bewerber auf diese Plätze, aber viel zu wenige Unternehmer und Unternehmen, die bereit wären, eine solche kombinierte Ausbildung mit Studium dann auch anzubieten. Also da müssen wir bei unserer eigenen Unternehmerklientel erst noch stärker dafür werben und die dafür aufschließen, dass das vielleicht eine sinnvolle Sache für sie ist.

Marc Schnizer:  Wir haben schon seit zehn, 15 Jahren Berufsakademie-Studenten bei uns im Unternehmen. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Mittlerweile gibt es ja auch den Studiengang International Business, wo die Studierenden auch für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen. Diese Studenten gehen dann in unsere Werke entweder nach Polen oder nach USA oder in unser Vertriebsbüro nach Frankreich. Dies ist für die Studenten ein sehr großer Ansporn. Wir bekommen da auch gute junge Leute. Und man muss sagen, die sind dann wirklich topausgebildet. Wir können die also nachher direkt in den Beruf übernehmen.

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