Personalentwicklung, aber wie?


Stefan Aumüller, Geschäftsführer Aumüller Druck (Regensburg).

Perspektive Print: Herr Aumüller, wir haben jetzt gehört, dass es doch eigentlich schon in den Schulen anfängt, dass man für das Image des eigenen Unternehmens, für den Beruf und für die Branche werben muss. Sie sind hier ja ebenfalls aktiv.

Stefan Aumüller: In unserer Region gibt es einige attraktive Arbeitgeber wie etwa BMW. Verglichen damit spielen wir als Druckerei eher in der Zweiten Liga, was die Attraktivität an Ausbildungsplätzen betrifft. Wir haben uns deshalb schon vor längerer Zeit überlegt, was wir machen können. Da gehört natürlich dazu, dass man bei diesen ganzen Berufsschulmessen oder IHK-Messen präsent ist. Dass man eben auch als 100-Mann-Betrieb dort mit einem Stand vertreten ist. Und dann stehen wir da eben neben BMW und zehn anderen renommierten Betrieben. Ich finde, es ist sehr wichtig, dass man sich diese Zeit nimmt.
Als weitere Maßnahme haben wir vor acht Jahren einen Aumüller-Schulpreis ins Leben gerufen sowie einen Aumüller-Berufsschulpreis. Der Schulpreis prämiert Lehrer, die besondere Projekte machen. Also egal, ob das jetzt eine Hauptschule, Realschule oder ein Gymnasium ist. An den Schulen hängen unsere Preise inzwischen an den Wänden. Und durch den Berufsschulpreis kennt uns jeder, der auf die Berufsschule in Regensburg geht.

Helge Beisner: Das ganze Thema Außenwirkung, der gesamte Ruf der Firma, wird zunehmend wichtiger. Ein konkretes Beispiel: Vor kurzem hatte ich einen Kennlern-Termin mit einem hoffentlich zukünftigen Vertriebsmitarbeiter. Und da merkt man ganz genau, wie sehr sich Interessenten informieren. Und zwar nicht nur über die Homepage et cetera. Die rufen zum Beispiel Papierlieferanten an. Wie geht man mit denen um? Sind das – ich sag jetzt mal ganz platt – stille Lieferanten oder sind das Partner auf Augenhöhe? Die informieren sich bei Kollegen, die informieren sich bei Mitarbeitern, die vielleicht jemanden kennen über irgendwelche Industriemeister, Verbände, Vereine et cetera. Und nur über diese Schiene findet man gute Mitarbeiter im Bereich Führungskräfte, Kundenbetreuer, Vertrieb ... die findet man nicht über Zeitungsanzeigen. Auch wenn es jetzt schade klingt, aber die findet man auch nicht dadurch, dass man auf seiner Homepage eine Stelle ausschreibt. Sondern das geht über Mundpropaganda. Es sind ja gerade im Hamburger Raum unheimlich viele Druckereien in Insolvenz gegangen. Die guten Mitarbeiter spüren das vorher. Die suchen sich dann auch frühzeitig etwas Neues. Das geht alles über Mund-zu-Mund-Propaganda, über die Außenwirkung, ja den Ruf des Unternehmens.

Perspektive Print: Die Aufgabenstellungen der Branchenunternehmen verändern sich, neue Leistungsgebiete werden entwickelt, neue Märkte werden erschlossen und neue Berufsbilder ins Unternehmen integriert. Wie gehen Sie damit um, wenn Sie mit neuen Berufsbildern konfrontiert sind, mit denen Sie selbst am Anfang vielleicht nicht vertraut sind? Nehmen wir zum Beispiel den IT-Bereich.

Frank Schulze: Als Medien-Dienstleister gelten wir auf den ersten Blick nicht als IT-Unternehmen. Und noch vor zehn Jahren lag dort auch nicht unser Schwerpunkt. Wir haben jedoch sehr früh festgestellt, dass das, was unsere Kunden wirklich brauchen, nicht mehr nur die klassische Repro ist, sondern vor allem die Systeme dahinter. Der Kunde von heute benötigt die selbe Reprodienstleistung wie damals, allerdings in Echtzeit. Deshalb haben wir uns hier nach und nach ein Know-how aufgebaut, um unseren Kunden Lösungen anzubieten, die Medienproduktion in Echtzeit erst möglich machen. Zum Teil haben wir hier eigene Leute intern weiterentwickelt. Aber natürlich haben wir auch Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how „eingekauft“. Die Qualifizierung erreichen wir beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Berufsakademien in Baden-Württemberg – heute „Duale Hochschulen“ genannt. Pro Jahr haben wir dort zwei bis drei junge Kolleginnen oder Kollegen, die ein BA-Studium durchlaufen, um danach verantwortungsvolle Positionen in unserem Hause zu über­nehmen.

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