Prozesse verschlanken


Eine erfolgreiche Partnerschaft (v. l. n. r.): Bernd Jungclaus, RVE Printmedienlogistik, Andreas Müller, Weirich Medien, Volker Kumpf, 2P, Tanguy Westerlund und Wim Noens, beide Emsys.

Starke Partnerschaft. Ein wichtiges Detail bei der Zusammenarbeit sei Transparenz, das bestätigen die Geschäftsführer der drei Unternehmen. Nur dadurch könne man die optimale Koordination der Prozesse gewährleisten. „Wir brauchen alle Daten bis zu den Produktionsplanungen, um die logistischen und speditionsspezifischen Vorkehrungen komplett vorbereiten und treffen zu können", betont Bernd Jungclaus, Geschäftsführer der RVE.

Die gemeinsame Arbeit sei von großem Vertrauen geprägt. Nur durch die genaue Zusammenstellung und Analyse der Excel-Tabellen des Ein- und Ausgangs und der Produktionspläne sowie einer Bestandsaufnahme kam man zu einer geeigneten Lösung für die Logistik der Druckerei. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Unternehmen sei ohnehin in diesem Fall nicht im klassischen Sinn zu sehen. Die Unternehmen ergänzen sich nach eigenen Angaben auf einer partnerschaftlichen Ebene genau in Bereichen in denen sie ihre Stärken haben und stimmen diese aufeinander ab. Das Ziel, dass man sich für die Zukunft gesetzt habe sei, dass Weirich Medien sich voll und ganz um den Druck kümmern kann, RVE die logistischen Arbeiten, wie Beschaffungs- und Distributionslogistik durchführt und Emsys die dazu benötigte Software bereitstellt.

PSS Software. Die Software Paper Scanning System wurde entwickelt, um Druckereien und Verpackungsindustrie eine Hilfe zu geben, die Inventur vorzunehmen und die eingehenden Waren zu verwalten. „PSS bietet eine 100-prozentige Archivierung, Verfolgung, Transparenz und Erkennung der Rollen oder Paletten bis zum Fertigprodukt und zur Auslieferung", erklärt Tanguy Westerlund; „Transparenz ist das Schlagwort, der gesamte Verlauf der Ware wird sichtbar und dadurch besser zu steuern", fügt er hinzu. Die Software arbeitet mit mehreren technischen Spezifikationen und kann je nach Wunsch der Kunden auch mit unterschiedlichen Optionen ausgestattet werden. Sie funktioniert über das Abscannen von Strichcodes und den Abgleich der Informationen aus Aufträgen und Lieferungen. Das Besondere ist, dass die unterschiedlichen Barcodes nicht durch spezielle Etiketten ersetzt werden müssen, sondern dass alle Arten von Barcodes von den PSS-Scannern gelesen werden können. 

Nach dem Eingangsscan wird die Papierrolle an ihren Platz im Lager transportiert.

Im ersten Schritt wird die Ware beim Eingang gescannt, auf dem Bildschirm wird dabei ein Überblick aller geplanter Lieferungen gezeigt. Die durch Scan erhaltenen Informationen über die Paletten/Rollen werden über Funk an ein Hauptsystem weitergeleitet und dort zur weiteren Verwendung gespeichert. PSS gibt nun jeder Rolle seinen Platz im Lager, was laut Westerlund ein einfaches Wiederfinden erlaubt. Im nächsten Schritt wird die Ware für die Produktion bei der Ausgabe gescannt, somit werde sichergestellt, dass das richtige Papier für den richtigen Auftrag verwendet werde. „Durch die schrittweise Verfolgung der Ware verschwinden Restrollen nicht einfach im Lager, sondern können aufgebraucht werden", stellt Wim Noens, Senior Consultant von Emsys, fest. Dadurch verringere sich die Anzahl der teilweise verbrauchten Rollen und reduziere wiederum das gebundene Kapital im Lager. Bei Beschädigungen kann erfasst werden, wann und an welchem Ort der Schaden entstanden ist. Ob eine Rolle beispielsweise beschädigt angeliefert oder erst in der Druckerei beschädigt wurde, ist so nachzuvollziehen. Anhand der detaillierten Informationen, die das System bereitstellt, können Berichte über alle Stationen der Ware abgefasst und somit eine Optimierung des Bestands und der Wege vorgenommen werden. Die Schulung am System wird von Emsys über das Internet an nur einem Tag mit einem Mitarbeiter zum so genannten Superuser vorgenommen. Dieser Superuser soll dann wiederum weitere Mit­-arbeiter des Unternehmens schulen.

RVE und Emsys planen unterdessen, auch über die Grenzen dieses Projektes mit Weirich Medien hinaus eine weitere Zusammenarbeit. Gemeinsam arbeiten die beiden Unternehmen momentan an einem Projekt mit einer österreichischen Druckerei.

Erschienen in DD 29/09

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