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Höhere Produktionssicherheit durch qualifizierte Mitarbeiter

Fachwerker Norbert Taglipietra an der Weiterverarbeitungsmaschine. Die Ausbildung soll vor allem das technische Verständnis fördern, um kleinere Störungen beheben zu können.

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzt die Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH (FSD) auf die stetige Qualifikation ihrer Mitarbeiter – und stellt zu diesem Zweck sogar einen eigenen Zertifikatslehrgang auf die Beine.

Für 68 Mitarbeiter der Zeitungsdruckerei der Frankfurter Societät heißt es derzeit noch einmal die Schulbank drücken. Sie haben die Möglichkeit am IHK-Zertifikatslehrgang "Industriefachwerker Druckweiter- und Papierverarbeitung" teilzunehmen und den Abschluss als Fachwerker zu erwerben – und das als erste deutschlandweit. Denn der Lehrgang ist durch die Initiative der FSD und in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH erst ins Leben gerufen worden.

Fachliche Weiterentwicklung. "Die Weiterqualifizierung richtet sich an angelernte Mitarbeiter der Weiterverarbeitung und Logistik, die keinen Abschluss, einen berufsfremden oder einen Abschluss im Ausland besitzen", erläutert Bianca Leinweber, Leiterin der Aus- und Weiterbildung bei der FSD. "Ziel war es dabei, die Mitarbeiter auf das gleiche Level der beruflichen Qualifikation zu bringen und so die Beschäftigungsfähigkeit sicherzustellen." Die Mitarbeiter hätten aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung bereits ein großes praktisches Wissen, welches durch theoretisches Hintergrundwissen angereichert werden soll, damit technische Zusammenhänge noch schneller erfasst werden. Im Vordergrund stand außerdem, ein Verständnis für den Sinn und die pünktliche Erledigung der vorgeschriebenen Wartung zu schaffen. Vor allem in der zeitkritischen Tageszeitungsproduktion hilft eine schnelle Diagnose bei Störungen längere Standzeiten zu verhindern. "Die Produktionssicherheit und die Produktqualität sollten so verbessert werden", beschreibt Leinweber den Ansatz. Und nicht zuletzt werde mit dem Fachwerkerlehrgang auch eine Perspektive für die fachliche Weiterentwicklung geschaffen.

Eigeninitiative. Für alle ersten Maschinenbediener ist die Weiterbildung verpflichtend, die anderen Mitarbeiter – darunter die zweiten Maschinenbediener, VDW-Fahrer und Logistiker der Zeitungsweiterverarbeitung – können freiwillig daran teilnehmen. Bis Juni 2008 konnten sich interessierte Mitarbeiter bewerben und wurden zu einem ersten Test eingeladen. "Der Test diente nicht zum Filtern der Bewerber, sondern dazu, das Niveau der einzelnen Teilnehmer festzustellen, damit die Provadis-Referenten sich darauf einstellen können", betont Bianca Leinweber. Entsprechend erfolgte dann die Einteilung der Mitarbeiter in Gruppen von sieben bis zehn Teilnehmern. Dabei wurde besonders auf »eine gesunde Mischung der Gruppen geachtet", so Leinweber. Gute und etwas schwächere Kandidaten wurden bewusst gemischt, damit die Mitarbeiter auch voneinander profitieren können.
Da die Klausuren schriftlich abgelegt werden müssen, engagierte die FSD eine Deutschlehrerin, die sich im Druckzentrum in Mörfelden-Walldorf um die etwas schwächeren Kandidaten kümmert. Diese können so einmal pro Woche für eineinhalb Stunden den kostenlosen Deutschunterricht in Anspruch nehmen. In enger Absprache mit der Pädagogin erfolgt dann die Zulassung zum Kurs.

Motivation steigt. Dabei waren die Mitarbeiter anfangs durchaus auch skeptisch: "Doch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat hat ihnen mehr Sicherheit gegeben", erzählt Leinweber. "Es war gut, dass wir da gemeinsam an einem Strang gezogen haben." Der erfolgreiche Abschluss der ersten Weiterbildungs-Gruppe wirke sich ebenfalls positiv auf die Eigenmotivation der anderen aus. Das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Mitarbeiter wider: Während rund ein Drittel der 68 Teilnehmer an der Maßnahme teilnehmen müssen, bilden sich zwei Drittel freiwillig weiter und opfern dafür einen Teil ihrer Freizeit. Sie können kostenlos am Weiterbildungslehrgang teilnehmen, müssen dafür jedoch 15 Tage in Form von Freischichten, Urlaub oder Gutstunden investieren.

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