Höhere Produktionssicherheit durch qualifizierte Mitarbeiter


Bianca Leinweber ist bei der FSD für die Aus- und Weiterbildung verantwortlich.

Von IHK zertifiziert. Die von den zuständigen FSD-Abteilungsleitern aufgezeigten Defizite "hat Provadis in ein didaktisches Konzept gebracht", erläutert Leinweber den Ablauf, "mit dem Ziel, künftig ohne Reibungsverluste zu arbeiten."
Geschult werden die Mitarbeiter in Theorie und Praxis zunächst in fünf Wochenblöcken von 20 Unterrichtstagen bei Provadis, dann werden die Teilnehmer bei der FSD drei Tage lang an den Weiterverarbeitungsmaschinen im Druckzentrum unterrichtet. Zu den Inhalten des Lehrgangs gehören Grundlagen der Mechanik, Elektro-, Antriebs- und Steuerungstechnik.
Die IHK Frankfurt zertifiziert gemäß Kooperationsvertrag mit Provadis die geleisteten Unterrichtsstunden bei einer Anwesenheit der Teilnehmer von mindestens 80 Prozent. Zudem müssen fünf Klausuren zu den Themen Mechanik, Grundlagen der Elektrotechnik, Grundlagen der Steuerungstechnik (Pneumatik), Mechatronische (MT) Systeme und Betriebstechnik geschrieben werden. Sie finden jeweils am Ende einer Unterrichtswoche statt und gelten als bestanden, wenn mindestens 50 Prozent der geforderten Inhalte beantwortet wurden. Benotet werden die Klausuren von den Provadis-Mitarbeitern, die sich nach dem Notenschlüssel der IHK richten: "Die IHK legt hier die Maßstäbe an", betont Leinweber. Sorgen machen müssen sich die FSD-Mitarbeiter dabei nicht: in den ersten Klausuren haben sie die Mindestpunktzahl bei weitem überschritten und rangieren im oberen Notenbereich. Ein schönes Ergebnis auch für die Ausbildungsverantwortlichen der Druckerei – denn neben viel Zeit wurde auch ein sechsstelliger Eurobetrag in das Projekt investiert.

Erfolgreicher Abschluss. Die erste Gruppe hat den Zertifikatslehrgang "Industriefachwerker Druckweiter- und Papierverarbeitung" im Januar 2009 bereits erfolgreich abgeschlossen: "Die Urkunden wurden im Rahmen einer Feierstunde vergeben, bei der auch der IHK-Verantwortliche anwesend war", berichtet Leinweber. Der feierliche Rahmen wurde ganz bewusst gewählt, um den Mitarbeitern auch Anerkennung dafür auszusprechen, dass sie sich im Alter von 35 bis 55 Jahren, nochmals in eine reine Lernsituation begeben haben – eine Umstellung, die nach vielen Jahren im Berufsalltag durchaus schwer fällt. Das motiviert auch die zweite Gruppe von Kollegen, die seit Februar 2009 am Lehrgang  teilnehmen. Die letzte Gruppe soll dann 2011 ihren Abschluss machen.

Qualifizierte Mitarbeiter. Das Projekt "Fachwerker" ist bei der FSD bisher die größte Weiterbildungsmaßnahme dieser Art, stellt jedoch keine Ausnahme dar. Aus einer 80 Seiten starken Broschüre können sich die Mitarbeiter des Unternehmens jedes Jahr unterschiedlichste Weiterbildungskurse aussuchen. Die Themenbereiche sind dabei breit gefächert: neben Schulungen wie "Effizientes Planen und Arbeiten" oder "Zeit- und Selbstmanagement" werden auch technische Kurse wie der Gabelstapler-Führerschein oder Brandschutz-Übungen angeboten. Für das körperliche Wohlbefinden kann "Wirbelsäulengymnastik mit Pilates und Yoga" oder "Progressive Muskelentspannung" besucht werden. Die Kurse werden teilweise im Haus durchgeführt, außerdem arbeitet die FSD hier mit externen Schulungspartnern zusammen.
Und  auch in Sachen Ausbildung ist das Unternehmen aktiv. So sind rund 30 der 700 Mitarbeiter Auszubildende: Zwölf werden zu Medienkaufleuten ausgebildet, sechs zu Offsetdruckern, ein Auszubildender erlernt den Beruf des Buchbinders, außerdem beschäftigt die FSD drei Fachinformatiker-Azubis und einem Auszubildenden zum Maschinen- und Anlagenführer. Im Verbund mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und zwei Tochterunternehmen bildet die Frankfurter Druckerei zudem insgesamt sechs Mediengestalter aus. Beim Schulungspartner Provadis ermöglicht das Unternehmen seinem Druckernachwuchs zusätzlich zum Berufsschul- und betrieblichen Unterricht auch eine 13-wöchige Weiterqualifizierung. "Oftmals haben sie noch zu wenig Hintergrundwissen an der Maschine", erklärt Leinweber, "und so bekommen die Auszubildenden von der Pike auf auch das nötige technische Know-how vermittelt."

Die Initiative in Kürze 

Gemeinsam mit der Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH hat die Frankfurter Societäts-Druckerei (FSD) den Weiterbildungslehrgang "Industriefachwerker Druck- und Papierweiterverarbeitung" entwickelt – die Maßnahme ist von der IHK zertifiziert. Zwischen Ende 2008 und 2011 werden insgesamt 68 Mitarbeiter der Zeitungs-Weiterverarbeitung und -Logistik weitergebildet – aufgeteilt in Gruppen von sieben bis zehn Personen. Die Schulungen finden an 20 Tagen bei Provadis und an drei Tagen bei der FSD im Druckzentrum Mörfelden-Walldorf statt. Zu den Inhalten gehören Grundlagen der Mechanik, Elektro-, Antriebs- und Steuerungstechnik. Die Kenntnisse werden durch fünf schriftliche Klausuren überprüft und nach IHK-Notenschlüssel bewertet. Durch die Fortbildung sollen Produktionssicherheit und -qualität in der Zeitungsproduktion verbessert werden.

Autorin: Julia Schmidt
Erschienen in DD 15/2009

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