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Die Risiko-Begrenzer

Jahrelange Regulierungserfahrung in einem „geschlossenen Markt” schärft den Blick für die Schwere eines Schadens: Klaus Haßler (l.) und Jürgen Schellmann, Vorstandsmitglieder der Medien-Versicherung Karlsruhe.

Für Unternehmer in der grafischen Industrie besteht die Möglichkeit, ihre komplexen Betriebsrisiken mit speziellen Medienversicherungen abzusichern. Das schließt Versicherungslücken und spart meist auch noch Geld.

Der Sammelbehälter zur Entsorgung farbverschmierter Reinigungstücher, aufgestellt in unmittelbarer Nähe des Ladegeräts für den Elektro-Gabelstapler: Oft sind es die unscheinbaren Dinge, die in einer Druckerei zur (Feuer-)Katastrophe führen können. Doch nicht immer muss gleich der ganze Betrieb in Flammen stehen, um für den Unternehmer eine existenzgefährdende Situation heraufzubeschwören. Da reicht schon der aus Versehen ins Druckwerk gefallene Schrau­benschlüssel, der für einen kapitalen Zylinderschaden sorgt. Auch hier droht nicht nur eine längere Betriebsunterbrechung, sondern der massive Verlust von Kunden.

Zur Absicherung unternehmerischer Risiken stehen in Deutschland zahlreiche Industrieversicherer parat. Doch spezialisiert auf die Belange der Druckindustrie haben sich nur wenige. Deutscher Drucker stellt drei wichtige Player vor, die teilweise sogar modular aufgebaute Komplettangebote für Mediendienstleister geschnürt haben. Im Gespräch mit diesen Versicherern wird schnell klar: Nicht allein klassische Punkte wie Prämienstabilität oder die Qualität der Schadensregulierung sind für Versicherte kriegsentscheidend; auch Serviceleistungen wie die Ermittlung des richtigen Maßes an Sicherheit und vor allem die Unterstützung beim Risikomanagement gewinnen an Bedeutung.“

Medien-Versicherung. Der wohl traditionsreichste Direktversicherer der Branche ist die Medien-Versicherung a.G. in Karlsruhe. 1899 vom Deutschen Buchdruckerverein in Leipzig als Buchgewerbe-Feuerversicherung gegründet, hat das Unternehmen seinen Sitz seit 1948 in Süddeutschland. Der unabhängige Direktversicherer (keine Kapitalgeber!) betreut mit seinen Mitarbeitern Privat- und Industriekunden bundesweit, wobei der gewerbliche Kundenkreis ausschließlich aus dem Medienbereich und dabei zu größten Teilen aus dem Umfeld der Druckindustrie stammt. Neben Papierfabriken, Vorstufenunternehmen, Druckereien und Weiterverarbeitern sind auch Verlage, Buchhandlungen, Recyclingbetriebe und private Radio- und TV-Stationen in Karlsruhe versichert. Entweder direkt – oder auch indirekt, denn rund die Hälfte des Geschäfts der Medien-Versicherung ist Maklergeschäft.

Limitiert hat sich der mittelständische Versicherer lediglich in der Größe der zu betreuenden Kunden, da „wir keine Versicherungen von 30, 40 Millionen Euro an einem Objekt mehr zulassen”, so Klaus Haßler, Vorstandsvorsitzender der Medien-Versicherung. Bei derart großen Projekten sucht man sich Partner beziehungsweise geht in Beteiligungen mit anderen Versicherern.

Kernelemente. Feuerversicherung, Be­triebsunterbrechungsversicherung für Feuer und Betriebshaftpflicht (beziehungsweise auch Produkthaftpflicht für zum Beispiel Pharma-Drucker): Dies sind die Kernelemente für einen ausgewogenen Versicherungsschutz für Medienunternehmen. „Hinzu kommen sollte dringend noch eine technische Versicherung, sei es Elektronik oder Maschinenbruch”, so Haßler. „Denn aufgrund der geringen Eigenkapitaldecke in der Branche ist ja fast die gesamte Technik finanziert. Wenn dann ungeschützt ein großer Schaden passiert, steht ein Unternehmer ganz schnell vor einem finanziellen Trümmerhaufen!”

Der Trend im Markt gehe aber über diese reine Kerndeckung hinaus, hin zur Mehrgefahrendeckung. Dies bringe mehr Versicherungsschutz für den Kunden, außerdem seien die Beiträge im Moment günstig. Andere Bausteine wie etwa Einbruch-/Diebstahl-, Leitungswasserversicherung oder Elementar­schadendeckung können also modular hinzugefügt werden, je nach individuellem Bedarf.

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