Die Risiko-Begrenzer


Alleinstellung. Worin unterscheiden sich die Karlsruher nun aber von anderen, teilweise wesentlich größeren Direktversicherern? Klaus Haßler: „›Bedingungen und Beiträge‹ kann heute jeder Versicherer. Wenn Du hier eine sinnvolle Neuerung einführst, wird von den anderen relativ schnell nachgezogen. Nein – unser großer Vorteil ist, dass wir uns nur auf diese eine Branche fokussieren. Besonders im Schadensfall zeigt sich dann, dass wir schneller, gezielter und genauer agieren können. Unsere Sachverständigen und Sanierungspartner sind seit Jahren ausschließlich mit solchen Fällen vertraut und ein eingespieltes Team. Das Schaden-Know-how ist entsprechend hoch.”

So können dann schon mal durch schnelle Beurteilung eines Schadens vor Ort und gezielte technische Unterstützung durch die Sachverständigen massive Folgeschäden vermieden werden, mit denen andere vielleicht gar nicht gerechnet hätten. Im Interesse der Versichertengemeinschaft können aber auch nicht ersatzpflichtige Schäden besser und schneller erkannt werden.

Es gab auch schon Fälle, wo der Maschinenhersteller aufgrund eines noch nicht ausgereiften Produktdesigns mitverantwortlich für einen Schaden war. In solchen Fällen geben die Sachverständigen der Medien-Versicherung frühzeitig hilfreiche Informationen an den Hersteller weiter, damit etwaige spätere Serienprobleme bei der Maschine verhindert werden können. „So etwas hilft dann der ganzen Branche”, weiß Klaus Haßler.

Der Faktor Service. Für den Vorstandsvorsitzenden sind die Bereiche Schadenskompetenz & Service in ihrer Bedeutung für das Unternehmen gleich hoch einzuschätzen. Zum Service zählen neben der Kundenberatung auch alle Maßnahmen zum Risikomanagement. Entscheidend und ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Medien-Versicherung sei hier der ständige direkte Dialog mit den Kunden. Eine Kommunikation auf Augenhöhe und in beide Richtungen eben – und, wichtig, immer mit demselben Ansprechpartner für den Kunden.

Bei Erst- und Folgeberatungen werden die Betriebe vor Ort besucht und aufgrund der Schadenserfahrung mit Tipps zur Präven­tion versorgt. Dies stärkt das gegenseitige Vertrauen und der Versicherer kann sich im Falle eines Erstkontakts ein Bild von den Betriebsabläufen und einem sinnvollen, indi-viduellen Versicherungspaket für die Druckerei machen. Bereits bestehende Verträge einer Druckerei können in der Betreuung unter Anpassung über die eigene Makler-Tochterfirma übernommen werden. „Die Medien-Versicherung agiert zurückhaltend und versichert nicht jeden”, betont Klaus Haßler. Die Betriebe müssen für ordentlich erachtet werden und gewisse Parameter, auch im Miteinander, müssen stimmen. Schließlich sei man der Versichertengemeinschaft schuldig, keine Kunden dauerhaft aufzunehmen, die ihre Maschinen beispielsweise ständig bewusst am Limit fahren, ohne „zeitraubende” Wartungszyklen zu berücksichtigen. Hier entstehen dann gerne Schäden in Serie, nicht Unfälle.

Die Auswirkung eines Schadens auf den Versicherungsbeitrag sind abhängig von vertraglichen Vereinbarungen und der Marktlage. Bei gutem Schadenverlauf gewährt die Medien-Versicherung grundsätzlich Schadenfreiheitsrabatte und die Beiträge werden günstiger. Bei erhöhter Schadenfrequenz (über dem Branchendurchschnitt) können wiederum Nachzahlungen nötig werden; man bietet dem Partner in solchen Fällen aber an, den Betrieb durch die Sachverständigen auf das erhöhte Risiko hin checken zu lassen. Aber auch das Einsetzen eines höheren Selbstbehalts (zum Beispiel bei Frequenzschäden im Maschinenblock) wäre hier ein gangbarer Weg. Schließlich will man seine Kunden in einem überschaubaren, geschlossenen Markt ja auch im Schadensfall gerne halten.

Neue Produkte. „In Zukunft werden wir gefordert sein, neue Produkte zu entwickeln – für neue Arten von Risiken in einer derart dynamischen Branche. Aber auch für bestehende Risiken gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. So haben wir beispielsweise in Kooperation mit Produktgebern klassische Bearbeitungsschäden mit in den Haftpflichtbereich aufgenommen und im Kfz-Bereich haben wir ein spezielles Rahmenprogramm für die Branche mit günstigen Stückpreisen, ohne Kilometerbegrenzung und ohne Einschränkung auf den Fahrerkreis, aufgestellt”, so Klaus Haßler.

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