Der „richtige” Steuerberater: Das sollte er Ihnen bieten


Checkliste. Für ein erstes Kontaktgespräch mit einem Steuerberater, dessen Praxis in der Nähe liegen sollte, so dass dieser bei Bedarf rasch zur Stelle sein kann, gilt:

  • Wirkt der Steuerberater für das Anbahnungsgespräch vorbereitet?
  • Klären Sie vorweg, welche Spezialbereiche er abdeckt, und ob diese auch für Ihren Bedarf von Bedeutung sind.
  • Sind Sie der Überzeugung, mit Ihrem künftigen Berater auch menschlich zurecht zu kommen? Spricht er für einen Laien auch verständlich? Beantwortet er Ihre Fragen geduldig und hinreichend?
  • Beschreiben Sie exakt den Aufgabenbereich des Beraters.
  • Soweit er Ihr Unternehmen zu betreuen hat, wird ein verantwortungsbewusster Steuerberater ein Firmenporträt erbitten, das insbesondere die beiden letzten Jahresabschlüsse einschließt.
    Wie geht er an das Zahlenmaterial heran? Spricht er dabei auch unangenehme Erkenntnisse an oder übt er sich in Schönrederei, nur um bei Ihnen zu „punkten”? Stellen Sie in diesem Zusammenhang eine (Fang-)Frage nach dem üblichen Zeitpunkt der Bilanzfertigstellung – eine frühe Bilanzablieferung geht positiv in das Bankenrating nach „Basel II” ein, eine späte hingegen negativ. Klopft er auch den Privatbereich seines künftigen Mandanten ab?
  • Wie viele Mandanten betreut er bereits aus Ihrer Branche? Welche?
  • Soweit Sie ihm ein Mandat für Ihren persönlichen Bereich (Einkommensteuer) erteilen wollen, wird Ihnen ein kompetenter Berater zum Teil recht indiskrete Fragen stellen (zum Beispiel über Familie und deren Zusammenhalt), aber auch über alle Einkommensquellen (auch aus Immobilien- wie aus Wertpapierbesitz).
  • Fragt er nach Ihren künftigen geschäftlichen Vorhaben?
  • Spricht er das Thema Unternehmernachfolge gezielt an?
  • Hat er bei Fragen sofort eine Ideallösung zur Hand? Das ist angesichts des komplizierten Steuerrechts kaum denkbar.
  • Wie erfolgt die Mandantenbetreuung? Individuell (eher unrealistisch) oder durch Mandantenbriefe (mit nur allgemeinen Steuerinformationen oder auf das Unternehmen zugeschnittene Informationen)? Wie oft im Jahr sind Betreuungsgespräche mit dem Mandanten vorgesehen? Zumindest einmal anlässlich der Bilanzbesprechung sollte das der Fall sein.
  • Zeigen Sie sich Ihrerseits offen, und sprechen Sie Ihre Probleme ehrlich an, denn Vertrauen darf keine Einbahnstraße bedeuten.
  • Präsentiert Ihnen der Steuerberater bereits für das Anbahnungsgespräch eine saftige Rechnung, müssen Sie sich auf selbstbewusste Honorarforderungen in der Zukunft einstellen, bietet die Steuerberatergebühren-Verordnung doch Raum für bescheidene wie für hohe Honorare. Andererseits sollten Sie bedenken, dass ein wirklich guter Steuerberater sein Honorar auch wert ist, ein schlechter hingegen nicht einmal ein Minimalhonorar. Könnte Ihnen doch Nachlässigkeit oder Falschberatung Ihres Steuerberaters einen Schaden bescheren, der ein Vielfaches der Honorarforderung ausmacht. Zumal sich etwaige, nach drei Jahren aber verjährte Regressansprüche meist nur schwer belegen lassen. Denn wer dokumentiert schon ein Beratungsgespräch und lässt sich anschließend das Protokoll vom Steuerberater unterschreiben?

Das Honorar. Die Höhe des Steuerberaterhonorars bemisst sich nach der Steuerberatergebührenordnung mit drei verschiedene Gebührenarten: Wertgebühr, Zeitgebühr (19 bis 46 Euro je angefangene halbe Stunde, sofern nicht ein höherer Satz vereinbart wurde) und Betrags(rahmen)gebühr.
Steht ein „Gesamtwerk” im Vordergrund des Mandantenauftrags, kann ein pauschaliertes Festhonorar vereinbart werden. Dessen Vorteil ist die Kalkulierbarkeit durch den Mandanten. Der Nachteil: Wegen der nie vorhersehbaren Schwierigkeit des Auftrags wird es der Steuerberater meist „großzügig” bemessen. Der Steuerberatervertrag sollte aus Beweisgründen schriftlich geschlossen werden. Dabei sind die vom Steuerberater zu erbringenden Leistungen festzulegen und zu klären, ob das Honorar die Umsatzsteuer bereits einschließt oder nicht. Reise-, Fahrt- und Übernachtungskosten darf der Steuerberater gesondert berechnen.
In der Regel ist eine so genannte Mittelgebühr als angemessen anzusehen – ungeordnete und unvollständige Unterlagen aber führen in jedem Fall zu höherem Honorar. Eine Überschreitung dieses Gebührenrahmens setzt das vorherige schriftliche Einverständnis des Auftraggebers voraus.

Qualifizierte Beratung. Vorstehende Ausführungen gelten sinngemäß sowohl anlässlich beabsichtigter Mandatserteilung und bei der Überprüfung einer bereits bestehenden Verbindung. Bedenken Sie übrigens, dass die hier vorgetragenen Kriterien zur (Über-)Prüfung einer Steuerberaterverbindung angesichts ihrer zwangsläufigen Verallgemeinerung nicht schematisch anzuwenden sind.
Im Übrigen vermitteln Steuerberaterkammern in Streitfällen zwischen Mandanten und Steuerberater und bemühen sich um außergerichtliche Vergleiche, um den Beteiligten teure Prozesskosten zu ersparen.
Eine falsche Beratung durch den Arzt kann eine Verschärfung bereits bestehender gesundheitlicher Probleme des Patienten, schlimmstenfalls dessen Tod bedeuten. Analoges gilt für ein Unternehmen, das unqualifiziert beraten wird.

Michael Bandering

Erschienen in: DD 14/2009

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