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Was bringt das Qualitätssiegel Digitaldruck?

Zertifizierung der Verbände Druck und Medien
 

Seit September 2014 gibt es das Qualitätssiegel Digitaldruck.

Während der Offsetdruck seit geraumer Zeit über Standards verfügt, nach denen gedruckt werden kann, gibt es im vergleichsweise jungen Digitaldruck in Sachen Normierung und Zertifizierung noch Nachholbedarf. Da passt es, dass die Verbände Druck und Medien im vergangenen September ein Qualitätssiegel Digitaldruck auf den Markt brachten. Deutscher Drucker hat den Hauptgeschäftsführer des BVDM, Dr. Paul Deimel, sowie drei Druckereigeschäftsführer, in deren Unternehmen der Qualitätssiegel bereits eingeführt wurde, zu Kosten und Nutzen der Zertifizierung befragt.

Das Qualitätssiegel Digitaldruck (QSD) ist eine neue Zertifizierung für Digitaldruckanwender. Geht es nach dem BVDM, so soll das QSD in den Betrieben für eine verlässlichere und reproduzierbare Qualität sorgen. Außerdem soll den Kunden gegenüber die Kompetenz des Druckdienstleisters besser kommuniziert werden.

DD: Herr Deimel, warum braucht die Branche, warum brauchen Digitaldrucker das Qualitätssiegel Digitaldruck (QSD)?

 
 

Dr. Paul Deimel, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Druck und Medien, Berlin.

Dr. Paul Deimel, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Druck und Medien, Berlin: Die Qualitätsanforderungen an Druckprodukte sind hoch – und das gilt in zunehmendem Maße auch für den Digitaldruck. Mit dem Qualitätssiegel der Verbände Druck und Medien können Druckunternehmen gegenüber ihren Kunden die Einhaltung hoher Qualitätsanforderungen nachweisen. Außerdem werden im Lauf des Zertifizierungsprozesses die internen Prozesse optimiert und damit Kosten gespart.

Mit jeder Zertifizierung kommt neues Know-how in ein Unternehmen. Welche positiven Aspekte lassen sich hier im Zusammenhang mit dem Qualitätssiegel Digitaldruck nennen?
Dr. Deimel: Die Entwicklung des QSD erfolgte in Zusammenarbeit mit den Print-X-Media-Gesellschaften der Landesverbände und beruht auf einer großen Anzahl von Praxistests. Die ermittelten Referenzwerte der einzelnen Digitaldrucksysteme erlauben es uns, mit dem QSD die beste machbare Qualität einzufordern. Optimale Ergebnisse verlangen von den Unternehmen selbstverständlich Kenntnisse im Colormanagement und einen einwandfrei funktionierenden Workflow. Darüber hinaus legen wir besonderen Wert auf die vorhandene Beratungskompetenz im Unternehmen. Die Berater der Print-X-Media-Gesellschaften als Experten ihres Fachs unterstützen das Unternehmen dabei, die Vorgaben des QSD zu erreichen.

 
 

Henning Rose, Geschäftsführer Wegner GmbH, Stuhr.

Henning Rose, Geschäftsführer Wegner GmbH, Stuhr: Der QSD hat bei uns die Workflowprozesse weiter optimiert und auch das Bewusstsein der Mitarbeiter für Qualität und eine stabile Produktion verstärkt sensibilisiert. Durch den QSD sehen wir uns in der Lage, unsere Produkte mit einer gewohnt hohen Qualität zu liefern. Auch hilft der QSD uns, Probleme in der Produktion frühzeitig zu erkennen und zu beheben, und zwar bevor es zur Reklamation kommt!

Können Sie bitte erklären, was das QSD genau prüft?
Dr. Deimel: Digitaldruckprodukte haben zwei Haupteinsatzgebiete in Deutschland: die Hybrid-Produktion oder die Ergänzung zum Offsetdruck sowie die zielgruppengesteuerte und individualisierte Produktion. Das Siegel berücksichtigt dabei beide Anwendungsbereiche und umfasst Colormanagement, Datenprüfung, Auflagenkonstanz, Wiederholbarkeit sowie Beratungs- und Medienkompetenz als verpflichtende Themen. Optional kommen der variable Datendruck sowie der für viele Unternehmen wichtige Nachweis der Drucksimulation hinzu.

Nun gibt es ja aber schon den Prozessstandard Digitaldruck. Inwiefern grenzt sich das QSD vom PSD ab? Ist der PSD etwa Bestandteil einer QSD-Prüfung?
Dr. Deimel: Der PSD unterscheidet sich vom Qualitätssiegel in einigen wesentlichen Punkten. Der PSD ist kein Bestandteil des QSD. Wir haben das QSD zusammen mit Druckern und Kunden von den Marktanforderungen her erarbeitet. Im Ergebnis zeichnet sich der QSD durch seine hohe Praxisnähe aus. Dabei spielen der Nachweis einer hohen Beratungs- und Medienkompetenz sowie der Umgang mit variablen Daten eine wichtige Rolle. Hervorzuheben ist sicher die Beurteilung des Gesamtprozesses, die auf eine Klassifizierung des Druckergebnisses verzichtet. Weitere wichtige Kriterien sind der maßvolle Aufwand für das Unternehmen und ein vorteilhaftes Preismodell.

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