Was bringt das Qualitätssiegel Digitaldruck?


 

Links: Wolfgang Huber, Geschäftsführer der Color Gruppe, München. Rechts: Gerd Pagel, Geschäftsführer Druckpunkt Digital Offset GmbH, Hamburg.

Wie viele Druckdienstleister haben sich seit dem Herbst in Deutschland für das QSD zertifizieren lassen?
Dr. Deimel: Wir stehen mit diesem neuen Produkt ganz am Anfang. Obwohl das QSD gerade erst im Markt bekannt wird, haben wir bereits zahlreiche Anfragen. Innerhalb der ersten vier Monate seit Markteinführung haben wir neun renommierte Digitaldruckunternehmen zertifiziert.

Herr Huber und Herr Pagel, Sie haben das QSD bereits in Ihren Unternehmen eingeführt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Wolfgang Huber, Geschäftsführer Color Gruppe, München: Wir bieten unsere Kunden schon seit 1995 Digitaldrucklösungen an – verbunden mit einem hohen Qualitätsanspruch. Besonders bei hybriden Produktionen, Offset- und Digitaldruck kombiniert, kommt es auf eine perfekte Farbwiedergabe an. Diesen Anspruch können wir mit dem QSD nun dokumentieren.

Gerd Pagel, Geschäftsführer Druckpunkt Digital Offset GmbH, Hamburg: Die Frage der Kunden nach einer Zertifizierung im Digitaldruck nahm im vergangenen Jahr deutlich zu. Wir garantieren mit dem Siegel dem Kunden eine verlässliche Wiederholbarkeit bereits produzierter Aufträge.

Das neue Zertifikat soll ja auch Eindruck bei Printbuyern machen. Wie reagieren die Kunden der Druckdienstleister auf das QSD-Siegel?
Dr. Deimel: Das QSD wurde insbesondere auch anhand von Kundenanforderungen einiger Referenzbetriebe erarbeitet. Daher wird es von den Kunden besonders geschätzt, die ihre Ansprüche in der Zertifizierung wiederfinden.

Wolfgang Huber: Wir versprechen uns vom Qualitätssiegel Digitaldruck große Vorteile in der Kommunikation mit unseren Kunden. Letztlich sehen wir das QSD als Wettbewerbsvorteil.

Gerd Pagel: Ein Qualitätssiegel ist ganz oft ein ausschlaggebendes Argument bei einem neuen Kunden. Wir sehen bei neuen Werbekampagnen einen Mehrwert mit dem Siegel, weil wir darauf noch einmal speziell hinweisen können.

Es ist bereits mehrfach die „Beratungskompetenz“ als Bestandteil der Zertifizierung erwähnt worden. Was bedeutet das? Welche Kriterien müssen hier erfüllt werden?
Dr. Deimel: Das Thema Beratungskompetenz ist uns besonders wichtig. Der Digitaldruck unterscheidet sich von den klassischen Druckverfahren, und teilweise ist auf Seiten der Kunden das Know-how für den Digitaldruck nicht sehr ausgeprägt. An dieser Stelle ist es wichtig, dass die Druckunternehmen ihre Kunden fachlich und kompetent beraten können.

Lassen Sie uns noch zu einer ganz simplen, aber wichtigen Frage kommen: Ist das QSD-Siegel nur für Mitglieder der Verbände oder branchenübergreifend erhältlich?
Dr. Deimel: Das QSD steht jedem Unternehmen offen, das Digitaldruck betreibt und seine Qualität nachweisen will – vom komplexen Mediendienstleister bis hin zum Copy-Shop um die Ecke.

Mit welchen Kosten muss ein Unternehmen für die Zertifizierung rechnen?
Dr. Deimel: Die Kosten betragen 1.300 Euro für Mitglieder und 2.300 Euro für Nicht-Mitglieder.

Und wie sieht es mit der Nachzertifizierung aus. Welche Frequenzen sind hier vorgesehen? Welche Folgekosten entstehen dadurch?
Dr. Deimel: Das Qualitätssiegel Digitaldruck wird für 24 Monate ausgestellt und verlangt ein halbjährliches Audit, das anhand eingesendeter Exemplare erfolgt. Nach zwei Jahren ist eine erneute Zertifizierung mit denselben Kosten nötig. Das heißt unter dem Strich, dass das QSD etwa 54 Euro pro Monat bzw. weniger als 100 Euro pro Monat bei Nicht-Mitgliedern kostet.

Ist an eine Internationalisierung des QSD etwa durch lizensierte ausländische Verbände gedacht?
Dr. Deimel: Grundsätzlich stehen wir dem offen gegenüber. So wird das QSD heute bereits auch Unternehmen in Österreich angeboten.

Interview: Bernhard Niemela

Der Beitrag ist erschienen in DD3/2015

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