Wirtschaftlichkeit ökologischer Betriebsführung wird verkannt


Rotationswärmetauscher mit einem von ca. 600 Sensoren (im Einsatz bei Kolbe). Um ein komfortables Raumklima in den einzelnen Produktions- und Sozialbereichen zu erhalten, wird im Winter die Wärme aus der warmen Abluft rechnergesteuert auf die kalte Zuluft übertragen, im Sommer anders herum. Der Wirkungsgrad liegt bei bis zu 85%.

Wir hatten diesen Qualitäts- und Umweltgedanken doch schon fest bei uns implementiert, hatten Verfahrensprozesse infrage gestellt, verändert und dadurch auch verkürzt und vereinfacht – eine komplette Reorganisation aller Abfall- und Energieströme sowie sonstiger umweltrelevanter betrieblicher Handlungsweisen nach Zielvorgabe (inklusive dem Arbeitsschutz). Und dieses System „leben“ wir bis heute konsequent in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess – ohne uns von externen Beratern/Auditoren in der Unternehmensentwicklung in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen und eben auch ohne Zertifikate, die vom Kunden übrigens auch so gut wie nie nachgefragt werden. Das Geld stecken wir lieber in weitere Optimierungsaufgaben, zum Beispiel ein Lastmanagementsystem, um Stromverbrauchsspitzen abzufangen.

DD: Damit sind Sie in bester Gesellschaft, denn die Rezertifizierungsquote ist seit Jahren im freien Fall. Viele Betriebe steigen auch komplett aus und verfolgen das Umweltmanagement gar nicht mehr weiter ...

Frerich: Aus meiner Sicht ein riesiger Fehler! Denn wenn man ein UMS schon mal richtig umgesetzt hat und wirklich ernsthaft und vor allem konsequent für sich nutzt, bringt dies einfach zu viele Vorteile. Die Mitarbeiter identifizieren sich noch stärker mit dem Unternehmen, weil man bewusst etwas für den Umweltschutz tut und zugleich ständig das Arbeitsklima optimiert. Gefahrstoffe werden von uns bewertet, reduziert oder bestenfalls gleich substituiert. Beispiel: Statt zwanzig Tonnen flüchtiger Lösemittel verbrauchen wir heute nur noch fünf Tonnen. Das ist nur ein Beispiel unter vielen – und jedes für sich schlägt sich meist auch betriebswirtschaftlich positiv nieder. Doch in vielen Bereichen, insbesondere wenn es um die Öko-Optimierung maschinentechnischer Verfahrensprozesse geht, muss man eben zunächst auch Geld in die Hand nehmen. Und davor schrecken wohl viele zurück.

Hierzu vielleicht ein weiteres Kolbe-Beispiel, das auch die Zusammenführung von Umwelt und Qualität verdeutlicht: Im Siebdruck hatten wir seinerzeit eine Maschine mit großem Heißlufttrockner betrieben, der das Lösemittel durch große Hitze möglichst schnell aus der hoch auftragenden Farbe herausbekommen sollte. Dabei entstand mehrfach das Problem, dass noch Restlösemittel durch die oberste gehärtete Schicht durchdiffundiert ist und es beim Stapeln zu Verklebungen mit den nachfolgenden Bogen kam. Also haben wir den gesamten Prozess unter Umwelt- und Qualitätsaspekten unter die Lupe genommen und festgestellt, dass eigentlich gar nicht so viel Temperatur notwendig ist. Selbstklebeetiketten zum Beispiel danken dir die Hitze von 140 Grad sowieso nicht.

Langer Rede – kurzer Sinn: Ein englischer Maschinenbauer hat uns ein Sonderaggregat hergestellt, das die Bogen durch Luftreibungswärme bei 40 Grad auf dem Transportband trocknet und auf einem weiteren Band wieder runterkühlt, um die Diffundierproblematik zu meistern. Die Qualitätsprobleme lösten sich in Luft auf, wir hatten einen sehr hohen Grad an Energieeinsparung, weil wir nur noch Luft umwälzen mussten, anstatt sie zu erhitzen, und eine innovative Technik im Haus, die nicht jeder hat und die dem Arbeitsschutz dient

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