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Welche Chancen hat LED-UV in der grafischen Industrie?

Druckmuster aus PP-Folie, das IST Metz zur Drupa 2008 als Studie einer LED-UV-Anwendung zeigte.

Druckfarbentrocknung. Die LED-UV-Technologie ist seit der Drupa 2008 in aller Munde. Wie sie genau funktioniert, wurde in den technischen Grundlagen der »Light Emitting Diode« (LED) in Teil 1 dieser Artikelserie (DD Nr. 32/2008, Seite 24) dargestellt. Der vorliegende zweite Teil geht der Frage nach, wo die Chancen der LED-UV-Technologie allgemein liegen und welche Entwicklung sich daraus für die spezielle Anwendung im grafischen Bereich ableiten lässt.

Aufgrund der attraktiven Vorteile, die Leuchtdioden vor allem hinsichtlich Energieverbrauch, Lebensdauer und kompakter Baugröße bieten, sind gleich mehrere Industriezweige stark an dieser Technologie interessiert. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung sind hier in erster Linie die Leuchtmittelhersteller sowie die Automobilbranche zu nennen. Für beide steht bei der aktuellen technischen Entwicklung der LED-Technologie speziell die Erzeugung von weißem Licht weit oben auf der Anforderungsliste. Ihre Motivation wird u.a. durch Gegebenheiten wie die Ankündigung der australischen Regierung verständlich, in privaten Haushalten alle konventionellen Glühlampen durch energiesparsamere Alternativen wie LED-Leuchten ersetzen zu wollen. Bei anderen Staaten gibt es Hinweise auf ähnliche Vorhaben. Die Automobilindustrie nutzt LEDs ebenfalls, zum Beispiel in Form von Heckleuchten. Anwendungen im Bereich der Scheinwerfer werden gegenwärtig im Markt eingeführt.

Marktpotenziale. Die Beispiele zeigen, welches enorme Marktpotenzial in der LED-Technologie insbesondere bei Weißlicht-LEDs steckt. Im Gegensatz dazu nimmt sich die LED-UV-Anwendung zur Härtung von Druckfarben und Lacken eher bescheiden aus. Trotzdem sind beide Bereiche enger miteinander verbunden, als zu vermuten wäre. Weil Leuchtdioden im Grunde nur Farben eines Spektralbereichs abstrahlen können, müssen LEDs zur Erzeugung von weißem Licht einen Umweg beschreiten. Wie schon in Teil 1 beschrieben, nutzen sie UV-LEDs, die in eine Leuchtmittelschicht eingebettet sind, um das ausgestrahlte kurzwellige Licht in weißes Licht umzuwandeln. So kommt es, dass der vom Volumen her kleine Marktbereich der grafischen LED-UV-Anwendung indirekt von dieser Einschränkung profitiert. Die Marktmacht der Leuchten- bzw. Automobilindustrie könnte der LED-UV-Tech­nologie in der Druckindustrie somit entscheidende Starthilfe leisten. Trotzdem rech­net Dr. Bernd Brandl, der den Bereich der LED-UV-Systeme bei der Firmengruppe IST Metz als Produktmanager betreut, mit einem Zeitraum von mehreren Jahren, bis eine Markteinführung auf brei-terer Basis erfolgen kann.

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Leserkommentare (1)

Bernhard Tokarski | Donnerstag, 24. Dezember 2015 14:16:03

UV LED Farben/Druck

Drucksachen auf Recyclingpapier werden mit UV LED Farben zur Farce.
Verantwortungsvolle und umweltbewusste Druckkunden, die Ihre Broschüren, Kataloge und Prospekte auf Recyclingpapier drucken lassen, werden von einigen Druckereien, die neuerdings UV-LED-Farben einsetzen nicht ausreichend informiert.

Drucksachen auf Recyclingpapier werden mit UV LED Farben zur Farce.

Klimaschützer, Umweltschützer und überzeugte Verwender von Recyclingpapieren setzen auf Bio-Farben, Ökostrom, klimaneutrale Herstellung und auf eine chemiereduzierte Produktion ihrer beauftragten Drucksachen - und das ist ökologisch der richtige Weg.
Dazu passt UV-Farbe, vergleichbar mit Plastik, nicht. Es kann nicht sein, dass täglich hunderttausende Bogen Recyclingpapier, aber auch Frischfaserpapier, mit dieser umweltschädlichen Plastik-Farbe verschmutzt werden. Da werden Plastiktüten zum kleineren Übel.

In der UV-Technologie werden spezielle Druckfarben mit sogenannten Fotoinitiatoren verwendet, damit sie unter dem UV-Licht (die Druckmaschine hat einen zusätzlichen UV-Trockner) sofort reagieren können und härten. Es findet eine Polymerisation statt. Die Farben sind vor der Härtung gesundheitsschädlich und es müssten alle, die damit in Kontakt kommen, Schutzkleidung, Handschuhe und Brille tragen. Farbabfälle müssen als Sondermüll entsorgt werden. Auch Altpapier wird damit, statt zum wiederverwendbaren Rohstoff, zum Sondermüll da es kaum de-inkt werden kann. Die gehärtete Farbe kann mit Plastik verglichen werden. Die Maschinenhersteller der neuen LED-Technologie werben auch mit einer guten CO2-Bilanz – lassen Sie sich nicht täuschen, Atomkraftwerke haben auch eine gute CO2-Bilanz.

Zudem wirbt die Druckmaschinen-Industrie noch mit dem Begriff LE-UV-Technologie. LE steht dabei für «Low-Energie» (tiefer Energiebedarf). Dieser Energiebedarf ist aber alles andere als tief. Die Trocknungsenergie, eben diese UV-Strahlen zur Polymerisation, wird dem Druckprodukt zusätzlich zugeführt. Das LOW bezieht sich nur auf den schon länger bekannten konventionellen UV-Druck, der mit noch wesentlich höherer Energie betrieben wird.

Diese umweltschädliche Entwicklung macht Senser Druck selbstverständlich nicht mit. Wir produzieren seit eh und je mit Farben aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen, alkoholfrei und chemiereduziert, mit Ökostrom und nehmen ein paar Stunden längere Trocknungszeiten in Kauf. Ökologie ist bei Senser Druck Engagement , Überzeugung und Leidenschaft, nicht Marketing und Verkaufsstrategie.

Senser Druck ist spezialisiert auf vierfarbige Broschüren, Prospekte und Kataloge in hochwertigster Qualität. Die Druckerei Senser Druck GmbH in Augsburg / Bayern produziert klimaneutral nach dem bewährten natureOffice Prozess, druckt mit mineralölfreien Biofarben auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe wie z. B. Rapsöl und verschiedener Holzöle. Das Unternehmen verwendet nur Ökostrom von Greenpeace Energy aus Wasserkraft/Windkraft und produziert mit der hauseigenen Solarstromanlage etwa 20 % des gesamten Strombedarfs.
Die Maschinenabwärme der Druckmaschinen wird über einen Wärmetauscher zum Heizen der Buchbinderei genutzt. Die von Senser Druck verwendeten Papiersorten sind ausschließlich aus forstwirtschaftlichem kontrolliertem Waldanbau. Seit 2012 unterstützt die Druckerei das Klimaschutzprojekt „Project Togo“ in Westafrika.
Ein besonderer Service ist das kostenlose Bildarchiv mit über 34.000 Fotos unter www.pix4print.de


Materialien

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Was bei Herstellung, Lagerung und Verdruckbarkeit zu beachten ist

Der Offsetdruck und der Digitaldruck im Büroalltag, sei er Toner- oder auch Inkjet-basierend, stellen unterschiedliche Ansprüche an Geschäftspapiere und ihre Eigenschaften. Preprint-Papiere sind Naturpapiere, die zunächst beim Druckdienstleister vorgedruckt werden und die Anforderungen der verschiedenen Verfahren erfüllen sollen. Das E-Dossier „Besonderheiten von Preprint-Papieren“ zeigt auf, was bezüglich Herstellung, Lagerung und Verdruckbarkeit dieser Vordruckpapiere zu beachten ist.  

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Wie bereits 2012 glänzt Landa Digital Printing auch auf der Drupa 2016 mit einer fulminanten Show. Die Ankündigungen, dass die Nanografie qualitativ neue Maßstäbe setzen würde, hält aber keiner ernsthaften Betrachtung Stand. An keinem der von uns besuchten Drupa-Stände haben wir schwächere Druckmuster gesehen als bei Landa.
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