Damit aus „Himbeerrot“ nicht plötzlich „Erdbeerrot“ wird


Bei der Auswahl von Schmuckfarben spielen die Eigenschaften der Farbpigmente – also Farbton und Echtheiten – eine wichtige Rolle.

Beleuchtung. Ein weiterer wichtiger Einfluss auf die Farberscheinung von Drucken wird durch die Art der Beleuchtung ausgeübt. Sonnenlicht, Tageslicht unter bewölktem Himmel, Neonröhren oder Glühlampen weisen deutliche Unterschiede im Spektrum ihrer Strahlung auf. Das hat zur Folge, dass das Auge das gleiche Druckmuster je nach Beleuchtung unterschiedlich empfindet. Ebenfalls ist es möglich, dass zwei Druckmuster unter einer Beleuchtung identisch aussehen, beim Wechsel der Beleuchtung jedoch unterschiedlich wirken. Diese Erscheinung wird Metamerie genannt. Um beleuchtungsbedingte Meinungsverschiedenheiten bei der Beurteilung von Farbtönen auszuschließen, hat man sich in der Druckindustrie schon vor Jahrzehnten entschieden, beim Ausmustern von Farbtönen und bei der Kontrolle von Drucken die Normlichtart D50 („mittleres weißes Tageslicht“) zu verwenden.

Himbeerrot. Will also ein Auftraggeber den Umschlag seiner Broschüre in leuchtendem „Himbeerrot“ gedruckt haben, so muss er zunächst den Farbton festlegen. Das kann durch einen Abschnitt aus einem Farbfächer oder Musterbuch geschehen, durch ein beliebiges Druckmuster oder auch durch einen Entwurf, der mit beliebigen Künstlerfarben angefertigt wurde.
Weiterhin ist zu entscheiden, ob der Druck lackiert oder kaschiert oder längere Zeit dem Tageslicht ausgesetzt werden soll – dies ist wichtig für die Auswahl von Farbpigmenten mit den erforderlichen Beständigkeiten. Und schließlich ist noch das Auflagenpapier auszuwählen und zu definieren, ob die Drucksache besondere Eigenschaften aufweisen soll, die über die Bindemittelzusammensetzung der Druckfarbe erzielt werden können.
All diese Informationen und das Original-Farbmuster werden nun der Druckerei übermittelt. Diese – oder der beauftragte grafische Fachhändler oder Farbhersteller – arbeitet den Farbton unter Berücksichtigung der anderen Anforderungen aus und fertigt einen Andruck auf Auflagenpapier an. Diesen erhält der Auftraggeber zunächst zur Freigabe und er dient dann später beim Auflagendruck dem Drucker als verbindliche Farbtonvorlage. Wird so verfahren, so zeigt das Druckobjekt mit großer Wahrscheinlichkeit das gewünschte „Himbeerrot“. Bestehen Lücken in der Kommunikation, kann auch ein „Erdbeerrot“ das in diesem Falle unerwünschte Resultat sein. 

Autor: Dr. Erich Frank, Leiter Technisches Zentrum Bogenoffset der Flint Group Germany GmbH.

Erschienen in 19/2009

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