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Metamorphose zum Hightech-Produkt: Wie sich Skalenfarben verändert haben

Der Autor des Beitrags, Robert Dörffel, ist Leiter der Unternehmenskommunikation für Europa bei der Hubergroup.

Bogenoffset. Innovationen im Bogenoffsetdruck beziehen sich heute oft auf Veredelungsspezialitäten oder Fortschritte im Bereich der Effektivität durch höheren Output. Weitgehend unbeachtet bleiben dabei die Veränderungen der Eigenschaften von Skalenfarben. Dabei ist eine Bogenoffset-Skala, die binnen weniger Stunden in Kombination mit einem matten Bilderdruckpapier zum Endprodukt gefertigt wird, ein Hightech-Produkt.

Die heutige Qualität der Druckfarbe hat nicht mehr viel mit der von vor 15 oder 20 Jahren gemein. Anders als bei der Entwicklung von Computern, deren Fortschritt auf immer kleiner werdenden Strukturen basiert, kämpft der Offsetdruck permanent mit physikalischen Gesetzen, die eine Lösung wie Miniaturisierung nicht zulassen. Flieh-, Scherkräfte und Zügigkeiten sind naturgegeben und können unter anderem Nebeln hervorrufen. Ganz ohne Kräfte ginge es ebenso wenig, schließlich sind sie der Grund, warum sich Farbe überhaupt auf den Bedruckstoff übertragen lässt. Eine vollständige Trocknung braucht Zeit, die Druckdienstleister heute nicht mehr haben. Natürlich könnte Farbe schneller trocknen, was aber auch schnell einen Duktor festtrocknen lassen könnte. Der Offsetdruck bewegt sich also in einem „Kompromiss-System“. Hier die richtige Balance der Eigenschaften in einer Druckfarbe zu finden, ist Aufgabe des Farbenherstellers.

Die Mischung macht’s. Die Formulierung einer Farbe richtet sich nach den physikalischen Anforderungen des Produktionsprozesses und des Produktes. Kommt es in einer Druckerei darauf an, dass die Drucke schnell umschlagen werden müssen, weil meist kleine Auflagen produziert werden, so kann es in einer anderen Druckerei wichtiger sein, dass die Maschine mit Inline-Wendung einwandfreie Ergebnisse erzielt. Die Anforderungen an die Farbe sind dabei unterschiedlich: einmal soll sie „sehr schnell“ sein und einmal eher „langsam“, damit in der Wendemaschine keine Probleme durch Aufbauen entstehen. Es kommt also darauf an, die richtige Wahl für die betreffende Maschine und die vorherrschende Auftragsstruktur zu treffen. Neben den technischen Anforderungen in der Produktion zählt auch die später sichtbare Qualität. Das fertige Produkt muss schließlich immer höheren Erwartungen entsprechen. Dabei sind eine hohe Genauigkeit in der Reproduktion, eine mechanische Beständigkeit und die optische sowie haptische Attraktivität die wohl wichtigsten Eigenschaften.

Ein Kriterium, das bis zum Ende des letzten Jahrhunderts noch kaum Beachtung fand, kommt heute dazu: In der gesamten Industrie müssen die Verbrauchsmaterialien den Industrienormen entsprechen, was zumeist von unabhängigen Institutionen geprüft und zertifiziert wird. Auch die Druckerei muss anhand solcher Zertifikate immer häufiger nachweisen, dass sie normkonform produziert. Einige Farbhersteller bieten nicht nur Zertifikate für die eigene Druckfarbe an (ISO 2846-1), sondern unterstützen Druckerei-Kunden auch bei der Zertifizierung nach Prozessstandard Offsetdruck (ISO 12647-2).

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