Metamorphose zum Hightech-Produkt: Wie sich Skalenfarben verändert haben


Sonderfarben. Sie sind trotz schlechter Zu­kunftsprognosen noch immer ein Thema in der Akzidenz. Hauptanwendungsgebiet ist aber nach wie vor die Verpackung. Die Innovationen hinsichtlich der drucktechnischen Leistungsfähigkeit sind hier ebenso gültig wie bei den Prozessfarben. Deutlich verbessert haben sich aber die Möglichkeiten mit den Mischsystemen. Die Treffsicherheit von Farbtönen ist heute durch Fortschritte in der Messtechnik und der Formulierungs-Software exzellent. Außerdem sind die Grundfarbensysteme heute hoch pigmentiert und lassen auch für Farbtöne aus der „kritischen Familie“ farbintensive Formulierungen zu. Für Kunden, die viele Sonderfarben verarbeiten, ist eine eigene Mischstation ein echter Geheimtipp – besonders weil dann Restfarben mit dem richtigen System kaum mehr anfallen.

Prozessfarben. Neben allen vorher aufgezählten Veränderungen, die zugunsten der Geschwindigkeitssteigerung im Druck-Produktionsprozess stattgefunden haben, gab es eine weitere Veränderung bei der Bogenoffsetfarbe. Mineralöl ist nur noch in wenigen Serien auf dem Markt zu finden. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist dies eine begrüßenswerte Entwicklung. Auch verschiedene Stärken von pflanzen­ölbasierten Rohstoffen haben sich in den letzten Jahren herausarbeiten lassen. Dennoch gibt es Bedingungen, unter denen der Einsatz von Mineralöl in einer Druckfarbenrezeptur nach wie vor Sinn machen kann. Es wäre schön, wenn die Diskussion um Mineralöl weniger emotional, sondern vielmehr sachlich geführt werden könnte. Die Bogenoffset-Druckfarbe mit ausschließlich nachwachsenden Rohstoffen im Bindemittelanteil gibt es schon lange. Vermarktet werden sie mit unterschiedlichen „Etiketten“. Nennt man sie berechtigt „Ökofarbe“? Legitim ist das, wenn man den Anteil der Pigmente vernachlässigt, die nach wie vor aus Rohstoffen rund ums Mineralöl her­gestellt werden. Wie die Farbe aber letztendlich benannt wird, spielt keine Rolle. Wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang des Herstellers mit der Umwelt und den Ressourcen, die Eignung einer Druckfarbe für den Prozess und eine energiebewusste Logistik. In diesem Zusammenhang ist der Dialog in der Partnerschaft zwischen Druckerei und Druckfarbenlieferant sicher wichtiger als ein einzelner Produktname.

Der Autor Robert Dörfell ist Leiter der Unternehmenskommunikation für Europa bei der Hubergroup. Seit 17 Jahren arbeitet er bereits in der Druckindustrie und sammelte als Projekt- und Produktmanager auch in den USA Erfahrung.

Seite « 1 | 2 | 3
Anzeige

Firmen-Suche


Weiterempfehlen Drucken Heft-Abo

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

print.de-News jetzt auch per Whatsapp

Druck&Medien Awards 2017 - die Gewinner

Die besten Events von print.de – Jetzt Tickets ordern!

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Druck&Medien Awards 2017 – Get-together und Dinner

Druck&Medien Awards 2017 – Die Verleihung

Umfrage

Aus Zweifel an den tarif- und arbeitsrechtlichen Bedingungen bei der Herstellung wurden in Dänemark 1.200 Wahlplakate eingestampft. Zurecht?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...