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Faltschachteln im Flexo drucken, aber die Platte nicht vergessen

Sleeve-Wechsel an einer Flexodruckmaschine. Ein offenes Druckwerk beim Druckformwechsel: in der Mitte das Druckformsleeve mit der aufmontierten Polymerdruckplatte. Im Vordergrund die geschlossene Kammerrakel mit der Temperatur-kontrollierten Aniloxwalze.

Flexodruck-Vorstufe. Es gibt Bogenoffsetdrucker, die dazu übergehen, Faltschachteln nicht länger im Offset-, sondern im Flexodruck herzustellen. Gründe dafür können sein, die Produktionskosten senken und die Produktivität erhöhen zu wollen. Dazu braucht es eine passende Flexodruckmaschine mit Inline-Flachbettstanze und  es gilt die geeignete Organisation der Druckformherstellung abzuklären. Die Druckform spielt eine ganz entscheidende Rolle im Flexodruck, legt sie doch die erzielbare Druckqualität fest und die damit verbundenen Kosten.

Der Offsetdrucker darf nicht in den Fehler verfallen, die Flexodruckformkosten mit den Offsetdruckformkosten zu vergleichen. Denn die Einsparungen im Flexo entstehen vor allem im Druck und der Gesamtproduktion, dem Einsparen von Makulatur, Beschnitt, Personal, Lagerflächen der Halbprodukte sowie der höheren Produktivität und der Komplettherstellung mit einer Maschinenpassage, womit die Druckformkosten nicht entscheidend sind. 

Der Flexodruck ermöglicht den Einsatz von verschiedenen Farbsystemen im Kartondruck, zumeist UV- und Wasserfarben, in der flexiblen Verpackung zumeist Lösemittelfarben. Der Flexodruck macht auch volle satte Farbtonflächen möglich, ebenso eine brillante und konstante Druckqualität auf fast allen Druckträgern, was für den Verpackungsdruck besonders attraktiv ist. Der Offsetdrucker stellt seine Druckplatten und Farbauszüge überwiegend selber her und ist damit autonom. Beim Flexodruck wird man, zumindest in der Anfangsphase, die Druckformen von einem Reprobetrieb beziehen, da die Herstellung ein gewisses Maß an Wissen und Erfahrung, vor allem in der Reprogestaltung, erfordert. Hinzu kommt, dass die Zahl der jährlich benötigten Druckplatten im Faltschachteldruck begrenzt ist, weshalb man prinzipiell überlegen sollte, ob man diese selber herstellen will.

Der Plattenverbrauch. Die jährlich benötigte Plattenmenge in m2  hängt prinzipiell von der Druckmaschinen-Bahnbreite, den Faltschachtelformaten und der Druckwerkzahl (Farben) ab. Die Bahnbreite ergibt sich aus dem Schachtelformat und den Auflagen. Die Flexodruckplattenpreise sinken bei einem hohen Jahresverbrauch stark ab, wobei es mit Faltschachteln schwierig ist, eine hohe Quadratmeterzahl zu erreichen und für den Bezug vom Reprobetrieb spricht.

Die Reprounternehmen arbeiten meist mit großformatigen Plattenanlagen und Platten bis 2 m Breite, auf denen verschiedene Aufträge gesammelt und gemeinsam hergestellt werden, um das Plattenformat optimal auszunutzen. Der Drucker hingegen verwendet kleinformatigere Platten, welche dem maximalen Druckformat entsprechen, aber selten voll ausgenutzt werden. Der höhere Plattenabfall erhöht zusammen mit der Einzelplattenanfertigung die Gesamtkosten. In der Anlaufperiode kommt hinzu, dass jeder

Fehler: teures Plattenmaterial kostet. Bei der Plattenherstellung im Hause muss man sich für einen Lieferanten entscheiden, womit eine gewisse Limitation in der Plattenauswahl entstehen kann; wobei die Plattenherstellungsanlagen überwiegend von Degraf (Italien) kommen. Die Reprobetriebe setzen meist Platten von drei bis vier Herstellern ein, um für jeden Job und Druckträger die optimale Platte zu liefern; wobei ein Faltschachteldrucker im Allgemeinen mit zwei bis drei Plattensorten zurechtkommt.

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