Faltschachteln im Flexo drucken, aber die Platte nicht vergessen


„In the round“. Wie erwähnt, wird derzeit überwiegend die Methode eingesetzt, eine unbelichtete Polymerplatte auf ein Sleeve aufzukleben, um danach wie oben beschrieben "in the round" zu belichten und auszuwaschen. Diese Methode ist kostengünstiger als die polymerbeschichtete Endlosdruckform. Es bleibt zwar ein Trennschlitz zwischen Kopf und Fuß der Platte. Das spielt lediglich bei verschachtelten Verpackungen ein Rolle. Entscheidend ist, dass die Verarbeitung rund erfolgt und durch das Versiegeln der Plattentrennkanten eine Einheit entsteht  von Platte, Klebefolie und Sleeve, die das Eindringen von Farbe und Waschmittel verhindert. Dies ist sehr wichtig, wenn die auf Sleeve montierten Platten für Neuauflagen gelagert werden.

Bei der Faltschachtelproduktion mit Inline-Stanzung verschachtelt man meist die Verpackungen, um Karton zu sparen, was eine Endlos-Druckform erfordert. Dazu stellt man eine Fotopolymerplatte mit verschachtelt platzierten Verpackungen her und schneidet die Verpackungskonturen an den beiden Plattenenden mit der Schere oder einen Schneidplotter aus und fügt Kopf und Fuß auf der Klebefolie des Sleeves ineinander zu einer durchgehenden Druckform. Der dünne Trennspalt (nicht druckende Fläche) wird verschweißt, um das Anheben von Plattenkanten zu vermeiden.

Die Platte. Über 90 % aller Flexo-Druckformen sind heute Platten, die belichtet, ausgewaschen und getrocknet werden und dann in einem Plattenmontagegerät auf das mit einer doppelseitigen Klebefolie bezogene Sleeve standgerecht aufgeklebt werden. Der Einsatz von Druckplatten ist die kostengünstigste Lösung, allerdings etwas zeitaufwendiger als Ganzformsleeves, weil die Platten passgerecht im Register auf Sleeves zu montieren und nach erfolgtem Druck wieder abzuziehen sind. Die Plattendemontage schließt auch das Abziehen der Klebefolie vom Sleeve und das Entfernen von Klebstoff- und Farbresten von Platte und Sleeve (5 min). Ein Wiederholauftrag erfordert das Aufziehen einer neuen Klebefolie auf das Sleeve (3 min) und die Plattenmontage (5 min).

Das Lagern der Platten, montiert auf Sleeves für Wiederholaufträge, erfordert eine Vielzahl von Sleeves in verschiedenen Umfängen. Wobei das Risiko besteht, dass beim Druck eine Plattenneumontage erforderlich wird, wenn die Lagerung über lange Zeiträume oder unzureichende Bedingungen erfolgt (Lagerung in schwarzen Plastiksäcken in staubfreien, trockenen, dunklen Räumen mit konstanter Temperatur um 20∞ C bei relativer Feuchtigkeit unter 50 % und isoliert von Lösemittel- oder Ammoniakdämpfen). Die Klebefolie und das Polymer können die Platte sonst während der Lagerung auf dem Sleeve verziehen (vor allem große nichtdruckende Flächen), womit der Passer verloren geht. Oft fehlt der Ausdruck, weil die Schaumklebefolie während der Erstauflage zerquetscht wurde, an Rücksprungkraft  verlor oder austrocknete. Bei Erhöhung des Anpressdrucks schwimmt die Platte auf dem Sleeve, womit ein Passer unmöglich wird  somit sind Maschinenstopp und Neumontage der Platten erforderlich.

Ein einwandfreies Druckregister erfordert, dass die Platte exakt auf Stand und im Register auf das Sleeve montiert wird. Die Sleeves sind in Druckrichtung verdrehbar (Längsregister) aber seitlich (Querregister) nur geringfügig verschiebbar. Eine schief stehende Platte muss neu montiert werden, da keine Winkelverstellung (angular cocking) wie im Rollenoffset oder einseitiges Ziehen beim Platteneinspannen wie im Bogenoffset möglich ist.

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