Faltschachteln im Flexo drucken, aber die Platte nicht vergessen


Druckformsleevewechsel auf der CCS 510 die Kammerrakel ist abgeklappt und der Zugang bequem.

Der Einsatz von kompressiblen Sleeves erfordert eine gewisse Erfahrung, welche Härte man für die einzelnen Drucksujets  und Druckträger wählt, da keine Korrekturen mit Klebefolien möglich sind. Die Platten auf Sleeves für Wiederholaufträge zu lagern,  verbietet sich von den Kosten her und ist zu vermeiden, weil die Klebefolie auf der kompressiblen Oberfläche die Platte leichter verziehen kann. Bei den kompressiblen Sleeves gibt es noch die Untergruppe mit eingebauter Klebefolie (Twin Lock); man eliminiert dabei den Einsatz und die Kosten der Klebefolien (bis 50 Euro/m2) und deren Toleranzen, aber diese Sleeves sind jedes Jahr zu regenerieren, weil die Polymerschaumschicht an Klebkraft verliert und diese Sleeves kosten etwa 40 % mehr als ein Hartschalens-leeve  sie werden vor allem beim Druck mit gestückelten kleinen Druckformteilen eingesetzt.

Dick- oder Dünnwandsleeve? Bei der Wahl der Sleeves ist zu entscheiden, ob mit Dickwandsleeves gearbeitet wird oder Adapter (Brückensleeve) eingesetzt werden, die Drucklängenbereiche von 150 bis 200 mm überbrücken. Letzterer stellt die kostengünstigere Lösung dar.

Wenn eine Druckmaschine 300 mm als kleinste und 850 mm als größte Drucklänge anbietet,

  • werden von 300 bis 450 mm Drucklänge die Sleeves direkt auf die Trägerspindel aufgeschoben,
  • wird von 450 bis 600 mm ein Adapter auf die fest arretierte Trägerspindel in der Maschine geschoben und darauf das Druckformsleeve,
  • wird von 600 bis 850 mm ein Adapter mit größerem Außendurchmesser verwendet.

Beim Einsatz von Dickwandsleeves entfällt der Umtrieb mit den Adaptern und eine Toleranzquelle. Ein Qualitätssleeve (Rotek) hat stets die gleichen Toleranzen  ob die Sleevewände 15 cm dick oder 0,5 cm dünn sind, lediglich Preis und Gewicht erhöhen sich mit der Wandstärke.

Einen Sonderfall stellen die dünnen Nahtlosdruckformsleeves "Cyrel round Thin" von Dupont dar, welche für jede Drucklänge einen kompressiblen Adaptersleeve erfordern. Das bedeutet auch, dass die Druckmaschine auswechselbare Trägerspindeln haben muss, da Adapter über Adapter nicht funktioniert. Da nur einige Direktantriebsmaschinen diese Möglichkeit bieten, werden hydraulisch blockierte Karbonfaser-Aufschubmäntel auf die fest arretierten Trägerspindeln geschoben. Ein hydraulischer Aufschubmantel kostet um 6 000 Euro eine auswechselbare Trägerspindel etwa 1 500 Euro, wobei ein Trägerspindelwechsel auf einer Achtfarben-Druckmaschine in Reihenbauweise 60 bis 80 Minuten erfordert.

Plattenmontage. Die Platten werden auf einem Plattenmontagegerät (etwa 30 000 Euro) auf das Sleeve montiert. Zwei seitlich platzierte Videokameras vergrößern die Platten-Passkreuze 20-fach auf zwei Bildschirmen, um die Platte, in Stand und Register, exakt auf dem Sleeve zu platzieren. Die Platte ist auf der Null-Drucklinie des Sleeves anzulegen und ohne seitlichen Verzug auf die Klebefolie des Sleeve aufzulegen. Dieser einfache Arbeitsgang muss präzise erfolgen, denn nicht exakt montierte Platten bedeuten zusätzlichen Zeitaufwand und Makulatur beim Einrichten und Anfahren, ohne einen exakten Passer zu erhalten.

Aniloxwalze. Die Rasterwalze ist ein Teil der Druckvorstufe und entscheidet über den Druckausfall. Eine Achtfarben-Flexodruckmaschine wird zumeist mit etwa 16 Rasterwalzensleeves ausgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auf 25 bis 30 erhöhen. Ein Rasterwalzensleeve kostet, abhängig von Ballenbreite, Durchmesser, Rastertype, Rasterfeinheit und Volumen um die 3 000 bis 4 000 Euro. Zu Beginn reichen vier Raster-sleeves für den Vierfarbdruck, zwei für Raster-Pantonefarben, zwei für Lack, zwei für Volltonflächen, zwei für Text und Strichzeichnung und zwei für Grobraster.

Analog oder digital? 

Flexodruckformen: Bei den Druckplatten gibt es analoge und digitale Platten, wobei für den hochqualitativen Flexodruck die Analogplatte ausscheidet. Die analoge Platte benötigt einen Negativfilm zur Belichtung mit der ersten Qualitätsminderung die Plattenanlagen sind zwar formatabhängig billiger (70 000 bis 180 000 Euro), weil der Computer-to-Plate-Laserbelichter entfällt (120 000 bis 250 000 Euro), dafür fallen Kosten für Film, Entwicklung und Repro-Kamera an sowie ein zusätzlicher Arbeitsgang  die Alternative (CtF) Computer-to-Film wie im Zeitungsflexodruck ist ausgeschlossen. Die analoge Polymerplatte ist etwas billiger (Rohplatte 80 Euro/m2 ) als die Digitalplatten, aber mit den gleichen Herstellungszeiten. Dem heutigen Stand der Technik entspricht die digitale Polymerplatte (Rohplatte 90 bis 120 Euro/m2 ), ob mit Auswaschen oder Ausbürsten (Fast/Lava) ist dabei nebensächlich.

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