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Deinkbarkeit von Printprodukten beim Druck kaum beeinflussbar

Der Einfluss der Verbrauchsmittel auf die Rezyklierbarkeit: Beim Coldset spielt das Papier eine signifikante Rolle.

Auf Grund der Forderungen aus Politik und Umweltschutz werden in Deutschland über 80 Prozent des bedruckten Papiers wiederverwertet. Dazu muss dieser Rohstoff deinkt, also von der Druckfarbe befreit werden. Ein Forschungsprojekt hat nun gezeigt, dass der Einfluss der Drucker auf die Deinkbarkeit von Papierprodukten nur gering ist.

Über drei Jahre haben sich Forschungsinstitute aus der Druck- und Papierindustrie sowie einige Verbrauchsmaterial-Hersteller bemüht, einen Maßnahmenkatalog vorzustellen, „der es Verlegern und Druckern erlaubt, durch Änderungen im Herstellungsprozess die Rezyklierbarkeit des Druckerzeugnisses zu verbessern”. Gefördert worden war dieses Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen eines Gesamtprojektes „Ressourceneinsparung”.
Bei zwei Veranstaltungen im März 2009 in Ismaning und Düsseldorf wurden die Resultate vorgestellt. Das Interesse aus den Druckbetrieben an diesen Informationen war allerdings gering, die Fachleute aus der Forschung blieben überwiegend unter sich.

Nur Rollenoffset. Die Forscher hatten sich ausschließlich auf gestrichene und ungestrichene Papiere aus dem Rollenoffsetverfahren beschränkt, denn Rollenoffsetprodukte (etwa Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge und Werbebeilagen) machen mengenmäßig einen bedeutenden Teil des Altpapieraufkommens aus, erreichen aber nur 79 Deinkbarkeitspunkte auf einer Ingede-Skala – und damit deutlich weniger als Tiefdruck-Produkte (93 Deinkbarkeitspunkte).
Allerdings stuft die Ingede (Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking) Werte ab 71 Punkten immer noch als „gut deinkbar” ein. Bewertet werden dafür fünf Faktoren: Helligkeit, optische Sauberkeit (Schmutzpunktfläche), Farbstich, Druckfarbenentfernung sowie die Verfärbung des Kreislaufwassers.

Zwei Werte geprüft. Nur auf zwei davon – hohe Helligkeit (Stoffgröße Y) und gute Druckfarbenentfernung (Prozessgröße IE) – hat man die, unter unterschiedlichen Voraussetzungen produzierten Drucke im Rahmen des Forschungsvorhabens geprüft. Variiert wurden dazu die Einflussfaktoren Farbe, Papier, Pressung, Farbdichte, Feuchtmittel und Rasterung.
Die Ingede sorgte für die Papierbereitstellung und Charakterisierung. Siegwerk und Flint Group steuerten Farben und deren Rezepturen bei. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM), die Fogra, das Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) an der TU Darmstadt sowie das Sächsische Insitut für die Druckindustrie (SID) waren bezüglich der Druckversuche verantwortlich. Die Papiertechnische Stiftung (PTS) und die Mitarbeiter des Fachgebiets Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik (PMV) an der TU Darmstadt führten die Deinkbarkeitsprüfungen durch. 

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