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Verbrauchsmaterialien aus Indien: Schon mal ausprobiert?

exporteure aus schwellenländern, Teil 2

Drucksaalchemikalien sind nur ein kleiner Teil des umfangreichen Produktprogramms von Technova, das auch für deutsche Kunden verfügbar ist – bis auf die Druckplatten (aufgrund einer Absprache mit Agfa Graphics).

Nach zwei Jahren der Stagnation befindet sich Indiens Druck- und Papierindustrie wieder auf Wachstumskurs. Der Binnenmarkt allein ist für viele Hersteller jedoch längst nicht mehr „kriegsentscheidend“, dominieren bei ihnen doch seit Jahren eher die Exportquoten. Auch Zentraleuropa ist hier natür­lich ein interessanter, wenn auch sehr anspruchsvoller Markt – vor allem für die Anbieter von Verbrauchsmaterialien.

Während der letzten beiden großen europäischen Fachmessen (Drupa 2008, Ipex 2010) haben sich den Besuchern insgesamt 39 Hersteller vom indischen Subkontinent mit ihren Produkten präsentiert. Doch die meisten von ihnen hatten in erster Linie gar nicht den Endkunden im Visier – wie so viele andere Produzenten aus den Emerging Markets auch. Sie gingen vielmehr auf „Brautschau“ nach europäischen Vertriebspartnern. Denn wer auf dem extrem anspruchsvollen europäischen Markt Fuß fassen will, muss nicht nur
die Qualität seiner Produkte dauerhaft garantieren und dokumentieren können, sondern auch deren Verfügbarkeit gewährleisten – und im Service möglichst nah an den Kunden heranrücken. Und das geht nur durch den mühsamen Aufbau eigener Vertriebskanäle vor Ort, oder eben mit geeigneten Partnern.

Bisher spielen in den Emerging Markets hergestellte, komplexe Produktionssysteme in Zentraleuropa eine eher untergeordnete Rolle. Hier gibt es doch noch qualitative Unterschiede zum Highend-Maschinenbau (beispielsweise in Deutschland) zu verzeichnen – auch wenn auffällig viele Hersteller großen Wert darauf legen zu dokumentieren, dass sie streng nach der Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001 produzieren. Nichtsdestotrotz feiern Firmen wie Manugraph und NBG Printographic (Rollenoffsetdruckmaschinen), Kohli Industries (Tiefdruckmaschinen/Großlaminato­ren) und TPH (einfachbreite Rollenoffsetsysteme) Exporterfolge, vor allem in Nordafrika sowie in Ost- und Südosteuropa.

Vertriebstechnisch und qualitativ deutlich näher an uns herangerückt sind zahlreiche Anbieter von Verbrauchsmaterialien. Aber auch kleinere Produktionssysteme wie Stanzen oder  Papierverarbeitungsmaschinen befinden sich durchaus schon in Deutschland im Einsatz, wenn auch meist nur hinter vorgehaltener Hand.

Einige dieser Anbieter und ihre Vertriebskanäle, die dieser Artikel in Kurzform vorstellt, könnten für hiesige Druckereien durchaus eine Alternative im Einkauf sein. Ziehen Sie also eine Kontaktaufnahme in Erwägung – und informieren Sie sich darüber hinausgehend, denn dies hier sind bei weitem nicht die einzigen Anbieter...

Printmedien / Druckplatten

Für indische Verhältnisse sehr professionell organisiert ist die Firma Technova Imaging Systems mit Sitz in Taloja/Mumbai. Sie ist vor allem bekannt als einer der großen Druckplattenhersteller (digital und analog), spielt in Deutschland allerdings aufgrund einer Technologie-Partnerschaft mit Agfa Graphics, in der die Vertriebsgebiete der beiden Unternehmen klar untereinander aufgeteilt und abgrenzt sind, keine Rolle. Das gilt jedoch nicht für die anderen Produkte des Hauses. Hierzu zählen unter anderem Druckchemie, Inkjet-/Proof-Medien, Fotopapiere, Filme, Selbstklebefolien/-etiketten, Backlit Displays und vieles andere mehr.

Laut Unternehmensangaben ist Technova in über 50 Ländern aktiv und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Zu den klassischen Exportmärkten zählen vor allem Südostasien, Afrika, die Türkei und Großbritannien. Das ehemalige Vertriebs­büro für Europa in England existiert wohl nicht mehr, vielmehr wurden die Vertriebsaktivitäten direkt in die Hände von Gopi Menon gelegt, seines Zeichens Chief Operating Officer (COO) bei Technova (Kontakt: gopim@technovaindia.com).

Messertechnik

Spezial-Klebstoffe für Kaschieranwendungen „Folie-auf-Folie“ aus dem Hause Chemline.

D.B. Engineering ist nach eigenen Aussagen der größte Hersteller und Ex­porteur von industriellen Schneidwerkzeugen in Indien und feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Betriebsjubiläum. 65% der hergestellten Produkte (nicht nur für die Druckindustrie!) werden in 62 Länder der Welt exportiert. Hierzu zählen alle Arten von Schneidemessern für die Druckweiterverarbeitung und die Papier-/Verpackungsindustrie (Marke: „Atlas Knives“), darunter Messer für Schnellschneider, Trimmer und Perforations-/Schneideräder. Die Messer werden mit „Tieftemperaturtechnik“ zur Optimierung der metallurgischen Eigenschaften behandelt. Im Angebot befinden sich auch Wolfram-Hartmetall-Messer.

An fünf Standorten in und um Neu-Delhi produzieren rund 600 Mitarbeiter auf 120.000 m2  Fläche. Die Auslieferung von Lagerbeständen erfolgt innerhalb von zehn Geschäftstagen, der eigene Anspruch an einen durchgängigen Kundenservice nach dem Motto „Anytime, anywhere“ steht bei D.B.E. im Mittelpunkt. Adressiert wird vor allem der asiatische Raum, aber auch Nordamerika und Südosteuropa. D.B.E. hat mit Herrn Jamabur zwar einen Vermittler in den Niederlanden, geeigneter weil verfügbarer erscheint aber ein Erstkontakt über den Direktvertrieb (sales@skberi.com).

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