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Abseits des Giganten: Alternativen zu Esko

Softwarelösungen für die Verpackungsdruck-Vorstufe
 

Das Panel „Interactive Step&Repeat“ in Real Pro Toolkit unterstützt den Anwender dabei, den Verpackungsentwurf für einen optimalen Nutzen auf dem Druckbogen zu platzieren.

In der Verpackungsdruck-Vorstufe führt kein Weg an Esko vorbei. Oder vielleicht doch? Auch wenn keiner der Esko-Wettbewerber mit seinen Softwarelösungen die gesamte Spannbreite an Anforderungen in diesem Bereich abdecken kann, es also für die Esko Suite 14 keine Entsprechung gibt, so stehen doch für einzelne Aufgaben der Verpackungsproduktion/-kreation wettbewerbsfähige Alternativen zur Verfügung. Dieser Artikel fasst beispielhaft einige brauchbare Lösungen, die derzeit am Markt verfügbar sind, zusammen.

Real Pro Toolkit (FFEI)

Der englische Prepress-Software-Hersteller FFEI bietet mit seinem Real Pro Toolkit eine interessante, weit reichende Lösung für die Druckvorstufe im Verpackungsbereich an, die eine Alternative speziell für Esko Desk Pack darstellt. Grundlage ist wie bei Desk Pack eine Serie von Plug-ins für Adobe Illustrator, die die weit verbreitete Vektorgrafiksoftware zu einem mächtigen Produktionswerkzeug aufrüsten, dessen Fähigkeiten vom Entwurf der Verpackung bis zum Export einer Druckdatei reichen. Die Features sind auf insgesamt zehn Plug-ins verteilt, die FFEI in acht unterschiedlichen Paketen für spezifische Aufgaben anbietet. Drei weitere Plug-ins lassen sich zusätzlich erwerben.

Zu den Highlights gehört das Plug-in „Nest“, das es erlaubt, einen Verpackungsentwurf möglichst platzsparend und möglichst günstig für die Weiterverarbeitung auf dem Druckbogen zu platzieren. Wichtig für den Workflow ist das Plug-in „Mark“, das nicht nur die üblichen Druck- und Beschnittmarken erzeugt, sondern auch deren Export in andere Anwendungen unterstützt. „Ink“ wiederum kontrolliert alle Einstellungen bezüglich des Farbauftrages und ist für das Generieren der Farbauszüge zuständig.

Real Pro Toolkit bietet zum einen den Vorteil, mit Illustrator auf eine verbreitete Standardanwendung aufzusetzen, so dass die Schulungskurve für neue Mitarbeiter flach bleibt. Ein Pluspunkt ist weiterhin die flexible Einbettung in bestehende Workflows – entweder mit dem hauseigenen Produkt Real Pro Workflow oder über die Adobe PDF Print Engine. Auch beim Import von Verpackungsvorlagen zeigt sich die Software flexibel.

IC3D (Creative Edge software)

 
 

Schwerpunkt von „IC3D“ ist die Visualisierung von Verpackungsentwürfen in 3D. Das Tool simuliert die Situation am Point of Sale und zeigt den Entwurf auf der Palette und im Regal – allein oder neben Konkurrenzprodukten.

Im Visualisierungsbereich gibt es mit IC3D (gesprochen wie „I see 3D“) eine starke Alternative zu den Funktionen der Esko-Module „Studio Designer“ und „Studio Visualizer“. Creative Edge Software setzt bei seinem Produkt vor allem auf einen schnellen Wechsel vom zweidimensionalen Entwurf eines Labels oder einer Verpackung zur dreidimensionalen Visualisierung am virtuellen Point of Sale (POS). Das soll es ermöglichen, Entwürfe zusammen mit dem Kunden in einer Sitzung rasch und unkompliziert anzupassen. IC3D ist eine eigenständige Anwendung, die aber über ein Plug-in eng an Adobe Illustrator angebunden ist. Das erlaubt es nicht nur, Entwürfe aus der Anwendung direkt in Illustrator zu öffnen und mit allen dort verfügbaren Werkzeugen zu bearbeiten, sondern auch umgekehrt Illustrator-Entwürfe direkt in IC3D zu öffnen.

Zur Welt der 3D-Designumgebungen gibt es keine direkte Anbindung, allerdings lassen sich alle derzeit gängigen 3D-Formate problemlos in IC3D importieren. Eine Reihe dreidimensionaler Grundtypen wie Flaschen, Dosen, Kartons aber auch flexible Tüten kennt die Software bereits und verfügt über die notwendigen Algorithmen, um die zweidimensionalen Entwürfe auf das Objekt zu mappen. Die Bibliothek lässt sich ohne weiteres um eigene 3D-Modelle erweitern. Glanzstück von IC3D ist die Echtzeitsimulation: Die Bordmittel erlauben es, einen Verpackungsentwurf in Sekundenschnelle auf einer Palette zu stapeln oder in ein Regal zu räumen, um die Situation am POS zu simulieren. Dabei lassen sich die Eigenschaften der Entwürfe frei anpassen. Am Ende kann der Entwurf als Film, als 3D-Modell, als PDF oder hochaufgelöste Grafik exportiert werden – oder er wird zurück an Illustrator übergeben, um eine Druckvorlage zu erzeugen. IC3D deckt also nur einen kleinen Teil des Workflows ab, lässt sich aber unkompliziert integrieren und überzeugt auf seinem Gebiet.

Prinergy für Verpackungen (Kodak)

Kodak stellt seinen Kunden nicht nur eine geeignete Lösung für den Workflow im Akzidenzdruck, sondern auch für den Workflow im Verpackungsdruck zur Verfügung. Der Schwerpunkt beim Prinergy-Workflow für Verpackungen liegt besonders in der effizienten, schnellen und weitest möglich automatisierten Produktion der Verpackungen. Dementsprechend fehlen auch die Design-werkzeuge. Ausgangspunkt ist hier das Druck-PDF. Prinergy bietet dafür umfangreiche Features zur automatisierten Kontrolle und auch zur Korrektur der PDFs. Als zusätzliches Feature gibt es die Packaging Layout Automation Software. Ein Tool, das entweder automatisch oder auf der Grundlage von Vorlagen verschiedene Aufträge auf einem Druckbogen platzieren kann.

Autor: Daniel Schilling
Erschienen in DD 7/2105

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Leserkommentare (1)

Jan Lukat | Mittwoch, 17. Juni 2015 14:26:02

Softwarelösungen für die Verpackungs-Druck-Vorstufe

Eine weitaus bessere Alternative zu Esko Softwarelösungen für die Verpackungsindustrie ist PACKZ – http://www.packz.com

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