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Tonwertkorrekturen im CtP-RIP: Grundlage für PSO-Konformität

Solltonwertzunahme-Kennlinien der Primärfarben (CMYK) auf verschiedenen Papiertypen laut ProzessStandard Offsetdruck.

Das Erreichen der geforderten Tonwertzunahmen bereitet Druckereien bei der PSO-Zertifizierungsprüfung oft Schwierigkeiten. Grundlage für den Erfolg sind hier notwendige Anpassungen der Tonwertzunahmen im CtP-RIP.

Seit nunmehr knapp vier Jahren zertifiziert die Fogra in Zusammenarbeit mit den deutschen Landesverbänden Druck und Medien Druckereien auf Einhaltung des ProzessStandard Offsetdruck (ISO 12647). In der Zwischenzeit besitzen weltweit ungefähr 300 Druckunternehmen das Zertifikat. Diese sind auf der Webseite www.pso-insider.de gelistet, wo sie von qualitätsbewussten Auftraggebern ausfindig gemacht werden können.

Während der Zertifizierungsprüfung befindet sich ein Mitarbeiter der Fogra vor Ort, der die Einhaltung der Vorgaben des Standardisierungskonzepts und die notwendigen Qualitätskontrollen überprüft. Dabei haben die Erfahrungen gezeigt, dass das Erreichen der geforderten Tonwertzunahmen teilweise große Schwierigkeiten bereitet. In vielen Fällen werden die Anforderungen des Prozess-Standards Offsetdruck nicht erfüllt, und die Prüfung muss wiederholt werden. Die Tonwertzunahmen stellen neben den Volltonfärbungen den wichtigsten Parameter für eine standardisierte Arbeitsweise dar, da sie eine visuelle Übereinstimmung der Druckprodukte mit einem farbverbindlichen Prüfdruck garantieren.

Glatte Kurven. Der Prozess-Standard Offsetdruck (PSO) beschreibt die einzuhaltenden Tonwertzunahmen in Form einer Kurvenschar (siehe Abbildung). Jede Tonwertzunahmekurve steht dabei für eine bestimmte Druckbedingung, die hauptsächlich durch den verwendeten Papiertyp bestimmt wird. Die zugehörigen Sollwerte sind im Medien-Standard Druck in 5-%-Schritten tabelliert. Bei der Druckproduktion müssen sich die Tonwertzunahmen des OK-Exemplars innerhalb der so genannten Abweichungstoleranz befinden. Diese beträgt ± 4 % im Mittelton sowie ± 3 % im Lichter- und Schattenton. Obwohl das Standardisierungskonzept keine Vorgaben für die Gleichmäßigkeit der erzielten Tonwertzunahmekurven macht, ist es für die Praxis wichtig, glatte Kurven zu erreichen. Denn nur dadurch können saubere Verläufe ohne störende Stufen reproduziert werden.

Bedingt durch die vielen Einflussfaktoren auf die Tonwertzunahmen (Materialeigenschaften und Maschinenparameter) werden die geforderten Werte im Druck normalerweise nicht auf Anhieb erreicht. Vielmehr ist es notwendig, eine Anpassung der Tonwertzunahmen im RIP der Computer-to-Plate-Anlagen (CtP) durchzuführen. Je nachdem, ob dabei eine Erhöhung oder Erniedrigung der Tonwertzunahmen anzustreben ist, werden den Rasterpunkten bei der Druckformherstellung einzelne Pixel hinzugefügt oder entnommen. Die erzielten Tonwerte auf den Druckformen dürfen sich bei verschiedenen Bedingungen voneinander unterscheiden, so lange die geforderten Werte im Druck erreicht werden. Allgemein gültige Sollwerte auf der Druckform, wie es sie bei der konventionellen Plattenkopie gab, existieren bei der Arbeit mit CtP nicht mehr.

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