Tonwertkorrekturen im CtP-RIP: Grundlage für PSO-Konformität


Schematische Darstellung der Prozedur zur Tonwertanpassung im CtP-RIP. Die Schleife muss bei Bedarf mehrfach durchlaufen werden, bis die Tonwertzunahmen innerhalb der geforderten Toleranzen liegen.

Visuelle Kontrolle. Um sicherzustellen, dass die durchgeführten Tonwertkorrekturen nicht zum unerwünschten Verlust von Graustufen führen, sind die Elemente der gedruckten Testform zum Abschluss visuell zu bewerten. So sollen sich glatte Verläufe ohne sichtbare Stufen ergeben. Des Weiteren muss der wiedergegebene Tonwertbereich in den Spitzlicht- und Schattentönen überprüft werden, der laut Standardisierungskonzept mindestens 3% bis 97% betragen muss. Von einer gelungenen Tonwertkorrektur kann man sich letztendlich auch durch einen kritischen Blick auf die mitgedruckten Motive überzeugen.

Zur Kontrolle der erzielten Bebilderungsergebnisse in der täglichen Praxis empfiehlt sich die Herstellung von Referenzplatten, mit denen jeden Tag vor Produktionsbeginn ein messtechnischer und visueller Vergleich durchgeführt wird. Hierzu kann die formatfüllende Fogra-CtP-Testform eingesetzt werden, die eine Vielzahl nützlicher Kontrollfelder beinhaltet. Des Weiteren sollte sich im nichtdruckenden Bereich jeder Druckform ein digitaler Plattenkeil (zum Beispiel Ugra/Fogra-Digital-Plattenkeil) befinden.

Um eine Vielzahl unterschiedlicher Korrekturtabellen zu vermeiden, sollte davon abgesehen werden, für jede Druckmaschine im Drucksaal eine eigene Prozesskalibrierung anzulegen. Vielmehr bietet es sich an, wenige Gruppen mit vergleichbaren Druckkennlinien zu bilden (zum Beispiel alte und neue Druckmaschinen). Auf diese Weise behält man eine gewisse Flexibilität, wenn die für eine bestimmte Druckmaschine angefertigten Druckformen beispielsweise kurzfristig an eine andere Maschine gegeben werden müssen.

Sicherer produzieren. Die Berücksichtigung der hier vorgestellten Prozeduren ist in der täglichen Praxis mit relativ geringem Aufwand möglich. Eine konsequente Umsetzung hilft, die Druckproduktion sicherer zu gestalten und Reklamationen zu vermeiden. Zusätzlich erhöhen sich die Erfolgschancen für das Bestehen der PSO-Zertifizierungsprüfung im ersten Anlauf deutlich. 

Der Autor Jürgen Gemeinhardt ist Leiter der Fachabteilung Drucktechnik der Forschungsgesellschaft Druck e.V. (Fogra).

Erschienen in DD 20/2009

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